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Lebenserwartung folgt sozialer Schichtung

Donnerstag, 5. September 2019

/Ralf Geithe, stockadobecom

Halle – Immer noch sterben Menschen mit geringerem sozialen Status viele Jahre früher als sozial besser gestellte Menschen. Die Unterschiede in der Sterblichkeit durchziehen dabei die gesamte soziale Schichtungsstruktur der Gesellschaft.

Das geht aus einer neuen Publikation der Deutschen Akademie der Naturforscher Leo­pol­dina – Nationale Akademie der Wissenschaften hervor. Der Reader mit dem Titel „Ge­sund­heitliche Ungleichheit im Lebensverlauf“ enthält Kurzfassungen von Beiträgen einer gleichnamigen Tagung, die im November 2018 in Berlin stattgefunden hat.

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Danach ist die Lebenserwartung in den vergangenen Jahrzehnten in Deutschland ebenso wie in den meisten wirtschaftlich fortschrittlichen Ländern kontinuierlich gestie­gen. „Wohlstand und Wachstum, vielfältige sozial- und arbeitspolitische Programme und ein leistungsfähiges, der gesamten Bevölkerung zugängliches Gesundheitssystem haben zu dieser Entwicklung beigetragen“, heißt es in der Einleitung der Publikation.

Nach neuen Daten des sozioökonomischen Panels, die bis zum Jahr 2016 reichen, beträgt die Differenz der mittleren Lebenserwartung bei Geburt zwischen Mitgliedern der nie­drigs­ten und höchsten Einkommensgruppe 8,6 Jahre bei Männern und 4,4 Jahre bei Frau­en. Dabei zeigen sich die Unterschiede in der Sterblichkeit laut den Autoren nicht nur in den Extremen, sondern durchziehen die gesamte soziale Schichtungsstruktur der Gesell­schaft.

Bereits die Mitglieder der zweithöchsten von fünf Einkommensschichten weisen eine höhere Sterblichkeit auf als jene der obersten Schicht, und dieser Trend setzt sich auf jeder nachfolgenden Stufe der Einkommensdifferenzierung fort.

„Dieser soziale Gradient der Mortalität ist in einer Vielzahl bevölkerungsbezogener Stu­dien weltweit nachgewiesen worden und gilt als eine der am besten gesicherten Er­kennt­nisse der aktuellen epidemio­logischen Forschung“, schreiben Johannes Siegrist und Ursu­la Staudinger in ihrem Beitrag.

Der soziale Gradient sei nicht auf die Mortalität begrenzt, sondern betreffe ebenso viele weit verbreitete chronische Krankheiten, insbesondere Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel­erkrankungen, Depressionen und bestimmte Krebserkrankungen. Das gelte vor allem für jene, die durch gesundheitsschädigendes Verhalten mitverursacht würden, schreiben sie. Auch Unfallrisiken und Behinderungen unterlägen dieser Schichtung. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #70385
Salzer
am Donnerstag, 5. September 2019, 21:32

Behinderung ist ein Armutsrisiko

Armut selbst behindert nicht. Was behindert, ist die fehlende Brücke zwischen geschützter Werkstatt ohne Mindestlohn und erstem Arbeitsmarkt. Jedes Haustier erfährt mehr Wertschätzung in Deutschland.
Avatar #778412
Existencia
am Donnerstag, 5. September 2019, 19:20

...Armutssterblichkeit ... gesicherte Erkenntnis

Das ist nichts Neues, sondern genau das, was die Politparasiten bezwecken. Die MDB füllen sich ganz selbstverständlich die Taschen, jedes Jahr mehr, doch um die Armut im Land abzuschaffen, dazu hat diese menschenverachtende ... keinen Cent übrig. Durch eine vernünftige Mindestrente wäre das durchaus machbar.
LNS

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