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Medizin

Ebola: Überlebende sterben häufig an Nierenschäden

Donnerstag, 5. September 2019

/dpa

Genf – Für die wenigen Menschen, die eine Ebolainfektion überstehen, ist die Gefahr mit der Entlassung aus dem Krankenhaus noch nicht vorüber. Eine Beobachtungsstudie der Weltgesund­heitsorganisation kommt in Lancet Infectious Diseases (2019; doi: 10.1016/S1473-3099(19)30313-5) zu dem Ergebnis, dass die Ebola-Überlebenden ein erhöhtes Sterberisiko haben, das vor allem auf Nierenschäden zurückzuführen ist.

Die „Surveillance Active en ceinture“ konnte während der Ebola-Epidemie in Westafrika 2013/2016 1.130 der 1.270 namentlich bekannten Überlebenden kontaktieren. Bis Sep­tember 2016 sind 59 oder 5,2 % von ihnen gestorben, die meisten innerhalb von einem Jahr nach der Entlassung aus der Klinik.

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Ibrahima Socé und Mitarbeiter von der Welt­gesund­heits­organi­sation in Genf ermitteln ein gegenüber der Normalbevölkerung in Guinea ein 5-fach erhöhtes Sterberisiko der Ebola-Überlebenden (altersstandardisierte Sterberate 5,2; 95-%-Konfidenzintervall 4,0 bis 6,8). Nach dem ersten Jahr war die Sterblichkeit dann nicht mehr erhöht.

Die meisten Patienten, nämlich 37 von 59 starben an einem Nierenversagen, sofern die „verbalen Autopsien“ die korrekte Todesursache wiedergehen. Die Forscher halten eine Nierenschädigung für biologisch plausibel, da das Virus während der akuten Phase der Krankheit in Urinproben nachweisbar ist, was für eine Infektion und damit auch Schädi­gung der Nieren spricht.

Am höchsten war die Sterberate bei den Patienten, die während der akuten Phase länger als 12 Tage in der Klinik behandelt wurden. In dieser Gruppe starben später 42 von 571 Patienten oder 7 %.

Von den 486 Patienten, die früher entlassen werden konnten, starben nur 14 (3 %). Der längere Klinikaufenthalt deutet laut Socé auf einen schwereren Verlauf hin, der offenbar mit größeren Organschäden verbunden war.

Auch die Qualität der Nachsorge hat die Überlebenschancen beeinflusst. Von den Pa­tien­ten, die in der Hauptstadt Conakry behandelt wurden, starben 5 von 240 (2 %). Unter den Patienten, die außerhalb des Zentrums weiter versorgt wurden, starben 54 von 890 (6 %). © rme/aerzteblatt.de

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