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Ärzteschaft

KBV ruft nach Erstattungsverbot für Homöopathie

Freitag, 6. September 2019

/thomas.andri, stock.adobe.com

Osnabrück – Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat den Druck auf Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) erhöht, die Finanzierung homöopathischer Mittel durch die Krankenkassen zu stoppen.

„Wenn Eltern darum ringen müssen, dass Krebsmedikamente für ihre Kinder erstattet werden, und die Kassen gleichzeitig viel Geld für nutzlose Pseudopillen ausgeben, geht das nicht zusammen", sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende der Neuen Osnabrücker Zei­tung (NOZ).

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„Wir brauchen ein gesetzliches Erstattungsverbot für Homöopathie“, so Gassen. Spahn und die Gesundheitspolitiker im Parlament müssten in dieser Frage Farbe bekennen. Die solidarisch finanzierte Kran­ken­ver­siche­rung dürfe dafür nicht länger missbraucht werden. Die Homöopathie, die mit Milliardstelverdünnung von vermeintlich wirksamen Substan­zen arbeite, habe es nach wissenschaftlichen Standards nicht geschafft, irgendeinen Nut­zen nachzuweisen, begründete der KBV-Chef seine Forderung.

Homöopathische Mittel stehen deswegen auch nicht im gesetzlichen Leistungskatalog. „Solange sich der Gesetzgeber einen schlanken Fuß macht und es den Kassen ermöglicht, Homöopathie durch die Hintertür zu erstatten, werden sie das tun, sonst verlieren sie ihre Kunden“, sagte Gassen. Nach Angaben der KBV kostet dies die Allgemeinheit der Bei­trags­zahler jährlich rund 70 Millionen Euro.

Gassen untermauerte seine Position mit eindringlichen Worten: „Die Mittel sind begrenzt. Auf der einen Seite gibt es extrem harte Maßstäbe für die Bewilligung von Therapien für lebensbedrohlich kranke Menschen. Auf der anderen Seite wird Geld rausgeworfen. Für mich als Arzt ist das unerträglich.“ Wenn Patienten an die Wirkung von Homöopathie glaubten, „dann müssen sie es selber zahlen“, so Gassen. © kna/aerzteblatt.de

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Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Donnerstag, 7. November 2019, 23:41

Quellen und Interessenskonflikte beim Donner-Report

Die von mir präsentierte Quelle ist bei genauerer Betrachtung nur eine Sekundärquelle:
https://www.kwakzalverij.nl/behandelwijzen/homeopathie/der-donner-bericht/
Dort wird zwar auf die Originalquelle verwiesen: „Das Original dieses Textes befindet sich im Homöopathie-Archiv des Instituts für Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung“. Auf den Seiten dieses Instituts gibt es keinen direkten Hinweis auf den Donner-Bericht, allerdings gibt es einen Online-Katalog, der bei der Eingabe von Donner, Fritz 21 Quellen liefert, darunter auch den hier besprochenen Donner-Report.
http://www.igm-bosch.de/content/language1/html/10343.asp

Das bedeutet, der Donner-Bericht existiert und das Original befindet sich in diesem Institut. Nach eigener Darstellung hat das Institut zwei Schwerpunkte, einer davon ist die Geschichte der Homöopathie. Ein Blick auf die präsentierten Informationen zeigt, dieser Schwerpunkt wird im Sinne von Bewahrung der Homöopathie, nicht im Sinne von Aufarbeitung der Homöopathie interpretiert. Der Donner-Bericht ist der Bericht eines Insiders, der für das Selbstbild der Homöopathie wenig schmeichelhaft ist. Die hier im Forum aktiven Verfechter der Homöopathie würden diesen Bericht sicher gern verbrennen oder im hintersten Winkel eines Giftschranks verstecken. Andererseits ist die Robert Bosch Stiftung eine seriöse Stiftung, was bleibt ist der Kompromiss, dass derartige Dokumente auf gezielte Nachfrage zur Verfügung gestellt werden, ein niedrigschwelliger Zugang auf der eigenen Webseite aber unterbunden wird, um die eigene Klientel nicht unnötig zu traumatisieren. Die o.g. Sekundärquelle ist bereits seit 2008 online, also ausreichend Zeit für ein Dementi durch die Robert Bosch Stiftung, falls das dort präsentierte Dokument nicht authentisch sein sollte.

Was bleibt, ist die Bewertung dieses Berichts. Der Autor des von MITDENKER präsentierten Beitrags im DÄ, Jütte, Robert hat seine Dienstadresse an eben jenem Institut für Geschichte der Medizin. Er hat somit Zugriff auf die Originalquellen. Es gibt keine Zweifel an seiner Sachkompetenz, aber aus seiner Position ergeben sich erhebliche Zweifel an seiner Neutralität in Bezug auf Homöopathie und an der Kritik an der Homöopathie. Ich kann in einem Punkt mit Prof. Jütte mitgehen. Die Bedeutung des Donner-Reports liegt nicht in seinem Wert als wissenschaftliche Arbeit. Die Bedeutung liegt vielmehr im Wert als historisches Dokument als Darstellung der Homöopathie aus der Sicht eines Insiders. In seinem DÄ-Beitrag beschreibt Prof. Jütte den Wandel von der Euphorie der Homöopathie im Jahr 1933 zur Ernüchterung im Jahr 1940. Was er verschweigt, ist der Grund für diese Ernüchterung, nämlich dass in der Zwischenzeit mit massiver staatlicher Förderung intensiv wissenschaftlich gearbeitet wurde und dass die Homöopathie trotz optimaler Rahmenbedingungen nicht liefern konnte, nämlich belastbare Ergebnisse selbst für ein wohlwollendes Publikum.

Der Donner-Report hätte zum Beweis für die Unwirksamkeit der Homöopathie werden können, dazu hätten aber die zig Aktenordner mit den Rohdaten wissenschaftlich ausgewertet werden müssen. Diese Auswertung und deren Veröffentlichung wurden zu Lebzeiten Donners von den damaligen Homöopathen erfolgreich hintertrieben. Zum jetzigen Zeitpunkt muss man davon ausgehen, dass die Rohdaten verloren sind. Es bleibt die Dokumentation des Scheiterns des Versuchs, die Homöopathie wissenschaftlich zu belegen in einer Zeit, als die Rahmenbedingungen nicht besser hätten sein können (aus Sicht der Patientenrechte bekommt man beim Lesen des Donner-Reports an einigen Passagen einen faden Beigeschmack). Und der Donner-Bericht ist ein spannender Insiderreport, der aufzeigt, wie schlampig damals bei den Symptombeschreibungen gearbeitet wurde. Einige dieser Insiderdetails sind auch jetzt noch nachprüfbar. Die rechtsseitige Wirkung bei Bienengift war bereits damals ausgemachter Humbug. Wer die Hoffnung hatte, 80 Jahre wären ausreichend, um einen offensichtlichen Fehler in den Symptombeschreibungen zu eliminieren, der wird enttäuscht. Um die Homöopathie bei einer derartigen Fehlerkultur ernst nehmen zu können, muss man schon sehr stark im Glauben sein.
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 4. November 2019, 15:14

Donner-Report

Schwacher und unwissenschaftlicher Diskreditierungsversuch von S. Rex, ist man schon gewohnt:

Im Ärzteblatt ist u.a. dazu zu lesen:
"An diesen Überprüfungen war auch der damals an der homöopathischen Abteilung des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin tätige Arzt Dr. med. Fritz Donner (1896–1979) maßgeblich beteiligt. Sein ungedruckter Bericht über diese Versuche ist allerdings quellenkritisch sehr problematisch. Er wurde erst ungefähr zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfasst und ist stark subjektiv geprägt. Dennoch wird dieses Dokument von Gegnern der Homöopathie bis heute immer wieder herangezogen, um einerseits zu zeigen, welches große Interesse die damaligen Machthaber an der Homöopathie hatten, und andererseits den fehlenden Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie zu belegen.

Nach dem Kriegsausbruch im September 1939 fanden die Überprüfungen im Auftrag des Reichsgesundheitsamtes ein jähes Ende. Einen Abschlussbericht gibt es daher nicht. Die Originalunterlagen, die nach Donners Angaben den Krieg überdauert haben, sind bislang trotz intensiver Bemühungen noch nicht wieder aufgetaucht und müssen als verschollen gelten, so dass man sich, wie Harald Walach mit Recht betont, davor hüten muss, allein auf der Grundlage des sogenannten Donner-Reports „das Kind mit dem Bade auszuschütten und alle homöopathischen Effekte als Placebo-Effekte zu verstehen“.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/155370/Homoeopathie-und-Nationalsozialismus-Letztendlich-keine-Aufwertung-der-Homoeopathie
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 30. September 2019, 00:51

@Mitdenker...

"Impfung gegen Realitätsreduktionismus, pseudowissenschaftliche Besserwisserei ..." wäre für Sie whrscheinlich mit einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock verbunden...
Die Homöopathie ist genau das, was die Bezeichnung "Schulmedizin" für die wissenschaftliche Medizin suggerieren soll:
Verknöchert, unbelehrbar, ohne jede Fortentwicklung seit 200 Jahren...
Cherry-Picking betreiben die Homöopathieverfechter, denen selbst grobe Fehler in den von ihnen ziterten Studien nicht auffallen!
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 30. September 2019, 00:10

Wie reitet man ein totes Pferd?

Dazu gibt es im Netz zahlreiche Kommentare:
https://wirelesslife.de/tote-pferd/

Aber der Reihe nach. Zu den Grundprinzipien der Homöopathie gehören das Ähnlichkeitsprinzip und die Potenzierung. Eine ausführliche Erklärung gibt es auf den Seiten des VKHD:
https://www.vkhd.de/patienten/homoeopathie/die-homoeopathischen-grundprinzipien
Dort steht explizit: „ Eine Krankheit wird mit einem Arzneimittel behandelt, das ähnliche Symptome bei einem Gesunden erzeugen kann.“ In der Diskussion z.B. hier im Forum wird immer darüber gestritten, welche Wirkung homöopathische Mittel auf kranke Personen haben. Mindestens genauso wichtig ist die umgekehrte Seite, die Wirkung auf die Gesunden. Wenn Homöopathie wirkt, dann müssen in einer randomisierten doppelverblindeten Testumgebung reproduzierbare Effekte auf Gesunde nachweisbar sein. Diese Idee ist nicht neu, genau genommen ist dies Inhalt des Donner-Reports:
https://www.kwakzalverij.nl/behandelwijzen/homeopathie/der-donner-bericht/
https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Donner
Diese Prüfungen wurden randomisiert und verblindet mit mittleren und hohen Potenzen in den 30-er Jahren durchgeführt. Weil die Schulmedizin in den 30-er Jahren als jüdisch unterwandert galt, wurde die Homöopathie damals staatlich gefördert. Letztendlich wurden all diese Arzneimittelprüfungen 1939 mit Kriegsbeginn erfolglos abgebrochen. Der Kriegsausbruch ersparte den beteiligten Homöopathen die Peinlichkeit für die offiziellen Behörden einen Abschlussbericht erstellen zu müssen. Die Details können in dem o.g. Bericht nachgelesen werden. Zusammenfassend kann festgestellt werden, als wissenschaftliche Disziplin ist die Homöopathie seit dem 01.09.1939 offiziell tot.

Auch wenn es unter derzeitigen Bedingungen deutlich schwieriger wäre, diese Arzneimittelprüfungen durchzuführen (damals waren Ethik-Kommissionen ein Fremdwort), so steht die Frage, ob sich seitdem etwas an der Datengrundlage, den Arzneimittelbildern, getan hat. Im Donner-Bericht gibt es z.B. Anmerkungen zu apis mellifica und der „Rechtsseitigkeit“ der Symptomatik. Wenn man auf die Seiten des DZVHA geht und dort nach Arzneimittelbildern sucht, stößt man auch jetzt noch auf die gleichen „ Rechtsseitige Beschwerden oder rechtsseitiger Beginn“
https://www.homoeopathie-online.info/arzneimittelbilder-in-der-homoeopathie/
https://www.homoeopathie-online.info/apis-mellifica-honigbiene/

Das bedeutet, seit mindestens 80 Jahren reiten die ca. 7000 im DZVHA organisierten Ärzte und unzählige Heilpraktiker ein totes Pferd. Wie konnte dies so lange geheim gehalten werden? Diese Frage ist ganz einfach, weil sie dieses tote Pferd nie allein geritten haben, sondern immer nur im Dreigespann Homöopathie, Ritual und Placebo.

Es ist nicht verboten, auf einem toten Pferd zu reiten (mal abgesehen davon, dass für einen rationalen Menschen dieser Kadaver einfach zum Himmel stinkt). Es ist auch nicht verboten, daran zu glauben, dass dieses Pferd noch am Leben ist. Aber wie alle Glaubenssätze ist dies eine reine Privatsache und nicht Aufgabe einer Solidargemeinschaft. Somit ist die aktuelle Diskussion über die Herausnahme der Homöopathie aus der GKV überfällig und die Konsequenz der ärztlichen Musterweiterbildungsordnung in Bremen ein logischer Schritt.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 25. September 2019, 14:54

Impfgegner?

PS: zu Senegal:
Ich bin durchaus wohldifferenziert für manche Impfungen, z.B. wäre ich u.a. für eine Impfung gegen Realitätsreduktionismus, pseudowissenschaftliche Besserwisserei und unreflektierten Impfmaximalismus. Dafür wären sogar einige Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen :-).
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 25. September 2019, 14:50

Aberglaube allerorten

Thema Aberglaube in der Medizin:
https://renegraeber.de/blog/aberglaube-in-der-medizin/

Achja Meister Senegal, wir wissen es. Alle Studien die den Skeptikern/GWUP'lern u. dogmatischen Homöopathiekritikern nicht in den Kram passen sind Mist u. "Cherry Picking". Man zeige mir die Studie, an der man nicht herumkritisieren kann. Es darf geschmunzelt werden.
Übrigens, dass die Chemotherapie bei dass bei bestimmten Krebsarten wie z. B. Hodenkrebs, Hodgkin-Lymphomen oder Zervixkarzinomen relativ wirksam ist, wird ja auch von Kritikern der Chemotherapie i.d.R. nicht bestritten; das ist schon seit Jahrzehnten bekannt. Es geht um die vielen anderen Krebsarten, da bringt es wenig bis nichts. Ich zitiere einen befreundeten Arzt: "Chemotherapie bringt schon was, man lebt ca. 2-3 Monate länger und das schlechter".
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 23. September 2019, 22:55

Sinnlos

gegen religiöse Überzeugung anzuschreiben...
Blamabel für die deutsche Ärzteschaft, dass fast 2% von ihnen die wissenschaftlichkeit ihres Berufs zugunsten von "Spiritualität" (oder doch Spiritismus?) vergessen haben.
Homöopathie hat mit Medizin soviel zu tun wie Astrologie mit Astrophysik...
Avatar #772524
Julius Senegal
am Montag, 23. September 2019, 16:56

Wie immer - Mit"Denker" und Pro-Natur verbreiten Stuss

So lesen wir: "Chemotherapie bei der Behandlung von Krebs ist ein Armutszeugnis. Studie belegt einen „Erfolg“ von gerade mal 2,2 Prozent."

Die Studie ist dummerweise keine Pfifferling wert, wie es tatsächlich aussieht: https://de.wikipedia.org/wiki/Chemotherapie#Wirksamkeit

Und so sieht man, wie einseitig und armseelig die beiden Impfgegner und Gegner der modernen Medizin operieren: Cherry Picking, Wissenschaftsleugnung, Polemik.
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 23. September 2019, 15:14

Ein Dankeschön

...an Dr. Ludwig u. Dr.Schöttler, die endlich mal deutlich sagen, was den ca. 7000 Homöopathie-praktizierenden Ärzten durch den Kopf geht, während hier Hom.-Dauerkritiker wie S. Rex, Practicus u. Herr Kuhn den Diskurs mit ihrem Homöopathiebashing bestimmen (wollen).
Avatar #787913
FredHolgerLudwig
am Donnerstag, 19. September 2019, 09:02

Erst gegen die Homöopathie, dann gegen Patienten und bei der Facharzt-EBM-Reform gescheitert!

Was ist los mit unserem obersten Ärztevertreter, Dr. Andreas Gassen? Mit seinen Vorschlägen, homöopathische Arzneimittel als Kassenleistung zu streichen und günstigere Kassentarife für Patienten einzuführen, die sich an einen koordinierenden Arzt binden, erinnert sein Auftreten doch stark an den viel zitierten Elefanten im Porzellanladen oder will er nur von seinem eigenen Scheitern ablenken?
Wenn er das Lied der Homöopathie-Gegner singt, verhält er sich unredlich gegenüber allen Ärzten mit Zusatzausbildung in Homöopathie, die so wie ich tagtäglich in ihrer Praxis konventionelle und komplementäre Verfahren zum Wohl der Patienten anwenden. Mit etwa 7000 Ärzten mit Zusatzausbildung in Homöopathie ist das ein nicht gerade zu vernachlässigender Teil der praktizierenden Ärzteschaft. Es ist an der Zeit, dass sich Ärzte in breiter Front gegen das Homöopathiebashing wehren. Ich jedenfalls fühle mich derzeit nicht durch den Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vertreten.
Gassen ignoriert mit seiner Forderung nach einem Ende der Kassenleistung im Bereich der Homöopathie die Fakten.
• Es gibt zahlreiche hochwertige klinische Studien, die die Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel nach hohen wissenschaftlichen Kriterien nachweisen konnten.
• Einer Forsa-Umfrage zufolge wünscht sich eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung die Kassenerstattung für homöopathische Behandlung.
• Homöopathie ist längst fester Bestandteil des Behandlungsangebots in vielen Arztpraxen in Deutschland.
Dr. Gassen sollte gerade als Orthopäde wissen, wie viele Methoden in der ärztlichen Praxis Anwendungen finden, die keinesfalls evidenzbasiert sind. Will er die denn alle streichen? Vielleicht hilft ihm hierbei ein Rückblick auf seine eigenen Praxiserfahrungen!
Es kann doch nicht sein, dass der Interessenverband der Ärzte durch seinen Vorsitzenden nur teilweise vertreten wird. Es darf auch nicht sein, dass der KBV-Vorsitzende auf einem Niveau argumentiert, das die Studienlage konsequent ignoriert. Ist sein Ziel, Patienten den Zugang zur Behandlungsmethode ihrer Wahl zu erschweren? Seine Forderung, Patienten durch einen finanziellen Anreiz an einen koordinierenden Arzt zu binden, passt ins Bild. Hier wird Patienten die Wahlfreiheit abgesprochen, ob zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden oder zwischen unterschiedlichen Ärzten gewählt werden darf, obwohl die Lotsenfunktion des Hausarztes funktioniert.
Dr. med. Fred-Holger Ludwig, Bad Bergzabern
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 12. September 2019, 15:13

Krebs u. Wirkung der Chemo

@HIMMELSRICHTUNGEN: Doch, diese Studien gibt es, das wird jedoch nur ungern oder gar nicht publiziert (warum wohl?):

Chemotherapie bei der Behandlung von Krebs ist ein Armutszeugnis. Studie belegt einen „Erfolg“ von gerade mal 2,2 Prozent.

In der Zeitschrift Clinical Oncology erschien im Jahre 2004 ein Artikel von drei australischen Professoren mit dem Titel: The Contribution of Cytotoxic to 5-year Survival in Adult Malignancies.

Darin wurden die Daten klinischer Studien mit Chemotherapien der letzten 20 Jahre in Australien und den USA untersucht. Das Ergebnis ist gelinde gesagt niederschmetternd. Obwohl in Australien gerade mal 2,3% und in den USA nur 2,1% aller Patienten von einer Chemotherapie profitieren, wird den Krebspatienten bis heute immer noch angeraten, genau diese Therapien zu machen. Insgesamt wurden die Daten von 72.964 Patienten in Australien und 154.971 Patienten in den USA ausgewertet, die alle mit Chemotherapie behandelt worden sind. Bei dieser Anzahl kann wohl niemand mehr behaupten, es wären ja nur die Daten von ein paar Patienten und daher zu wenig aussagekräftig.

Prof. Ulrich Abel, vom Krebsforschungszentrum Heidelberg:

"Studien, die belegen könnten, dass Patienten durch die Chemotherapie eine größere Überlebenschance hätten, [Anm: als ohne Chemotherapie] wurden nie durchgeführt. Bei allen Chemotherapie-Studien werden lediglich neue Zellgifte mit alten verglichen."

Es lebe die Evidenzbasierung der Schulmedizin!


Wie gesagt, im Vergleich zu den meisten Therapieformen der Schulmedizin ist die Datenlage für die Homöopathie vergleichsweise gut.
Avatar #79783
Practicus
am Donnerstag, 12. September 2019, 15:05

Homöopathie

ist ÜBERHAUPT KEINE MEDIZIN!
Sie ordnet "Symptome" recht unexakt "Stoffen" zu, die angeblich (!) diese Symptome auslösen, wenn sie verabreicht werden - schon Chinin im "Urversuch" des Dr. Hahnemann war ein Fehlgriff...
Die homöopathische Diagnose ist ja nicht eine Krankheitsbezeichnung, sondern das "Arzneimittelbild" einer Substanz - darunter Seltsamkeiten wie getrocknete und zermahlene Insekten, Tierorgane etc... wer was wann "erprobt" haben soll, ist weitgehend unbekannt und ungeprüft, einer schreibt vom anderen ab.
Dann folgt die veritable Zauberei, vegleichbar der "Wandlung" im katholischen Gottesdienst: Durch "Potenzieren" entsteht und verstärkt sich die angebliche Wirkung
Wenn ein Kind mit "Bienengiftallergie" dank "Apis C60"-Globuli keine Anaphylaxie nach Bienenstich entwickelt, dann ist die Diagnose falsch, nicht das Mittel wirksam!
Liebe Homöopathen, zuerst müsst Ihr wohl eine völlig neue Physik entwickeln, die alle Grundsätzer von Relativitätstheorie und Quantenmechanik widerlegt...
Ich hör schon wieder "...aber zwischen Himmel und Erde..." - mangels "Himmel" passt da nichts "dazwischen"
"Imagine, there's no heaven, above us only sky..."
Avatar #759489
MITDENKER
am Donnerstag, 12. September 2019, 09:27

Zu Doc F's Wissenschaftlichkeitsbegriff

Oje, und Ihr "hochwissenschaftlicher Kommentar" soll wissenschaftlich sein? Und die Homöopathie "widerlegt", das ist inhaltlich einfach falsch. Aber die Schweizer z.B. sind ja alle doof u. nur Doc F blickt durch; man beachte diese Studienergebenisse:
https://www.hri-research.org/de/informationsquellen/die-homoopathie-debatte/der-schweizer-hta-bericht-ueber-homoeopathie/

Dazu: "Und ich empfinde es als blamabel, wenn hier Heilpraktiker, die definitiv keine adäquate Ausbildung besitzen, auch noch den zeternden Kollegen beiseite springen und beide im Kollektiv ihre naturwissenschaftliche Unwissenheit bloßstellen."
Seid wann ist die Medizin NATURWISSENSCHAFT? Ich dachte, sie hätten studiert und Wissenschaftstheorie wäre zumindest mal einiges Stunden dran gekommen...
Immerhin haben es hohe Ärztevertreter schon begriffen, ich zitiere:
"“Medizin ist keine Naturwissenschaft”. Das sagt Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer…"
Ihre Anmerkungen lassen Weisskittel-Überheblichkeit vermuten, denn natürlich darf man sich äußern, ohne die hohen Weihen des Medizinstudiums genossen zu haben, denn sonst dürften Journalisten (Spiegel, Stern etc.) auch nichts sagen, das sind nämlich keine Ärzte u. Herr Spahn schon gar nicht, der ist nämlich... Bankkaufmann. Also hochwissenschftlich gebildeter Doc F, dann bitte mal auf einer Veranstaltung dem Herr Spahn öffentlich mitteilen, dass er zum Thema Gesundheit u. Medizin nichts zu sagen hat, da er keine adäquate Ausbildung besitzt. Wird lustig :-).
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 10. September 2019, 22:07

Homöopathie

wirkt - durch eine Täuschung des Patienten, verstärkt durch eine Selbsttäuschung des Behandlers...
Aber die gegenüber "reinem" Placebo messbare Wirkung des "Gesamtpakets" Homöopathie hat mit dem "homöopathischen Mittel" oder gar seiner "Potenzierung" gar nichts zu tun.
Homöopathie ist einfach bloß eine Art "Zauberei", die ihre Wirkung aus (teurer) Zuwendung und Aberglauben zieht - nichts weiter als magisch-mythisches "Heilen".
Mit zwei Stunden bezahlter Arztzeit pro Patient kann auch die "Schulmedizin" noch viel besser sein
Wunderbare Wortschöpfung: "Schujmedizin" lässt an Verknöcherung und Traditionalismus denken - eigentlich eher Eigenschaften der Homöopathie, die sich seit 200 Jahren nicht verändert hat!
Kein Fortschrit in 200 Jahren - das schaffen sonst nur katholische Theologen!
Avatar #767858
Chb1612@aol.com
am Dienstag, 10. September 2019, 21:03

Homöopathiekritiker entlarven sich selbst als unwissenschaftlich


Der bisherige Diskussionsverlauf der Kommentare ist typisch und lehrreich. Die angeblich unwissenschaftlichen Homöopathiebefürworter argumentieren zumeist mit wissenschaftlichen Fakten und Studienergebnissen. Die angeblich hochwissenschaftlichen Homöopathiekritiker bleiben sachliche oder gar wissenschaftliche Argumente schuldig und argumentieren mit unsachlicher Polemik und verbalen Diffamierungen.

Wissenschaftlich ist eine solche Haltung zwar nicht, aber leider für die Homöopathiekritiker ziemlich typisch. Statt mit Fakten wird mit nachweislich falschen Behauptungen (es gäbe keine einzige Studie, die die Wirksamkeit der Homöopathie beweist etc.) argumentiert. Statt mit Beweisen wird mit Beleidigungen und persönlichen Herabsetzungen um sich geworfen. Wenn man in einer Debatte zu Beleidigungen greift, ist dies aber meist ein sicheres Indiz dafür, dass die eigenen Argumente doch nicht so stichhaltig sind, sonst hätte man dies nämlich nicht nötig.....
Avatar #558954
Doc F.
am Montag, 9. September 2019, 20:01

Ich bin entsetzt...

... entsetzt über den Inhalt der Kommentare hier. Homöopathie ist Unsinn und widerspricht jeder naturwissenschaftlichen Erkenntnis. Kann sich jemand vorstellen, dass Physiker so über Astrologie diskutieren oder Chemiker über Alchemie? Wohl kaum! Homöopathie ist keine Glaubensfrage, sondern eindeutig widerlegt. Und ich empfinde es als blamabel, wenn hier Heilpraktiker, die definitiv keine adäquate Ausbildung besitzen, auch noch den zeternden Kollegen beiseite springen und beide im Kollektiv ihre naturwissenschaftliche Unwissenheit bloßstellen.
Avatar #759489
MITDENKER
am Montag, 9. September 2019, 15:52

Keine Evidenz, keine Zulassung, keine Erstattung?

Wirklich, dann "freuen" wir uns schon mal auf die Streichung von ca. 90% der schulmed. Therapien:
https://www.zentrum-der-gesundheit.de/news/medizinische-verfahren-nutzlos-190605060.html

Das könnte man unendlich so fortsetzen, z.B. NNT bei Statinverschreibung liegt bei ca. 145, Blutdrucksenkung bei Senioren unter 140 syst. immer noch en vogue, Antidepressiva lt. Metastudien nicht über Placebowirkung etc. etc.).

Immerhin wachen einige Politiker(innen) auf:
http://homoeopathiewatchblog.de/2019/09/05/gruene-spitzenpolitikerin-schulz-asche-kritisiert-diskriminierung-der-homoeopathie-und-verspricht-sich-fuer-komplementaermedizin-einzusetzen/

By the Way:
Wenn die Erstattung der Homöopathie für die GKV fällt, kommt uns Heilpraktikern das zugute (aber wir sind ja nett u. solidarisch).
Avatar #81731
sonicgold
am Sonntag, 8. September 2019, 16:25

Bitte endlich!!!!

Keine Evidenz, keine Zulassung, keine Erstattung. Über den sinnvollen Einsatz von Placebo- und notwendige Vermeidung von Nocebo-Effekten (Evidenz ausreichend gegeben, s.a. Statements der BÄK in vergangenen Ärzteblättern) ist selbstverständlich weiter aufzuklären und entsprechende Weichen in der Medizin sind zu stellen.
Avatar #674941
Albrecht Schöttler
am Samstag, 7. September 2019, 13:29

Erstattungsverbot Homöopathie

Lieber Herr Kollege Gassen, Sie überschätzen Ihre ärztliche Kompetenz. Seit über 30 Jahren arbeite ich häufig erfolgreich mit Homöopathie. Wenn Sie sich die Mühe machen würden, sich ernsthaft mit der Materie zu beschäftigen, u. v. a. mit den einigen tausend Kollegen/-innen, die Homöopathie täglich praktizieren, in Dialog zu treten, würden Sie nicht so eine unsinniges Gesetz fordern. Machen Sie erstmal Ihre Hausaufgaben, ich kann Ihnen gerne dabei behilflich sein. Mit freundlichen Grüßen, Dr. Albrecht Schöttler, HNO-Arzt
Avatar #778412
Existencia
am Samstag, 7. September 2019, 00:03

Wer nix wird wird Wirt...

sagt ein deutsches Sprichwort. Könnte es sein, dass man auch Chef de KBV wird, wenn man sonst nix wird? Der Mann hat doch den Knall nicht gehört "„Die Mittel sind begrenzt...wird Geld raus geworfen...Geld für nutzlose Pseudopillen... unerträglich".
Die begrenzten Mittel verdanken wir doch wohl der Geldgier der Pharmaindustrie, deren Medikamente in Deutschland 50 bis 200% und mehr teurer als im Ausland sind. Es ist allerdings unerträglich, dass die angeblich ach so wirksamen Gifte der Pharma wie Xarellto (mind. 140 Tote) und andere noch immer von sochen Pseudoärzten wie Herrn Gassen verschrieben werden.
Ich selbst wäre schon tot, wenn ich die tödlichen Gifte der Allopathie nicht gegen die Homöopathie ausgetauscht hätte, dank der echten Schulmediziner, die keine Nestbeschmutzer oder Patienten Verräter im Interesse des eigenen Kontos sind. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Ärzten und wir sprechen über viele Themen und eine Aussage meines Kardiologen hat mich in meiner Überzeugung bestärkt: "Sie glauben gar nicht, wie viele von denen, die gegen alternative Medizin schreien, selbst diese Mittel nehmen".
Diese Herrschaften sind einfach nur gelggierige Nestbeschmutzer und nicht in der Lage ihre Behauptungen zu beweisen... wie auch, sie laufen ja selbst ins gegnerische Lager. Pfui Teufel.
Man kann nur hoffen, dass Minister Spahn sich keine "Matrosen am Mast" einfängt und an das Wohl der Patienten statt der monetären Träumereien von solchen Figuren im Auge behält.
Avatar #768821
Himmelsrichtungen
am Freitag, 6. September 2019, 23:23

geplantes Erstattungsverbot für Homöopathie

Vielleicht wäre auch mal zu überlegen, warum so viele Patienten sich lieber homöopathisch oder naturheilkundlich behandeln lassen als durch Allopathie. Glauben Herr Gassen und Initiatoren des beabsichtigten Verbotes zur Kostenübernahme für homöopathische Behandlung wirklich, dass die meisten Patienten, die diese Behandlung gerne in Anspruch nehmen nur dumm und unmündig sind, einschließlich der behandelnden Ärzte oder ob nicht entsprechende positive Erfahrungen mit guten Ergebnissen sie dazu bewogen haben, besonders im Vergleich zu allopathischen Behandlungen mit den vielen, besonders bei Langzeittherapien häufig auftretenden, z.T. hoch gefährlichen Neben- und Wechselwirkungen. Auch kommt es hier ja wohl öfter vor, dass der gewünschte Therapieerfolg zu wünschen übrig lässt oder gar ausbleibt, wie allseits bekannt auch . bei vielen Chemotherapien in der Krebsbehandlung.. Hier sprechen wir dann aber von ganz anderen finanziellen Dimensionen. Vielleicht sollte man auch hier mal gezielte Metaanalysen über Wirkungserfolge bzw. Misserfolge und über gefährliche Neben-wirkungen unternehmen. Aber daran gibt es vermutlich kein wirtschaftliches Interesse, oder ? Durch die offensichtlich sehr einseitige Hetze wird man die wahren Kostentreiber in der Medizin wohl nicht herausfinden können! Guten Tag!
Avatar #102503
petermueller
am Freitag, 6. September 2019, 22:00

Warum populistische Hetze?

Es gibt keinen qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Nachweis für eine Wirkung der Homöopathie über Placeboniveau. Seit 200 Jahren. Bitte Nachweise statt Platitüden.
Avatar #607931
Dominik.Mueller
am Freitag, 6. September 2019, 19:52

Populistische Hetze gegen homöopathische Ärzte

1. Das wichtigste Prinzip der Homöopathie ist das Ähnlichkeitsprinzip. Es werden die Symptome des Patienten in Bezug zu geprüften Arzneien gesetzt.
2. Die meisten heute verwendeten Arzneien wurden in tiefen, z.T. toxischen Potenzen geprüft. Erst im Lauf der Homöopathiegeschichte kam es zur Verwendung der höheren und sehr hohen Potenzen. Über die Anwendung der Hochpotenzen gab es wie heute sogar in der homöopathischen Kollegenschaft heftige Auseinandersetzungen. Letztlich wurde die Entscheidung am Krankenbett getroffen: die höheren Potenzen wirkten schneller und hatten weniger bis keine Nebenwirkungen.
3. In der vorantibiotischen Ära gab es zahlreiche Endpunktstudien bei großen Epidemien. Die Homöopathie zeigte hier ihre Stärken. Dies ist alles publiziert und kann in den entsprechenden Journalen nachgelesen werden.
4. Herr Gassen hat sich nicht wirklich mit den Meta-Analysen und den darin enthaltenen Studien beschäftigt. Vieles was dort als Homöopathie benannt wird, verdient den Namen nicht. Wahr ist, dass es z.B. eine doppelblind-randomisierte cross-over Studie zur Behandlung von ADHS gibt, die eine eindeutige Signifikanz zeigt (Frei et al.). Das einzige, was von wissenschaftlicher Seite vorzuwerfen ist, dass diese Studie an einem anderen Zentrum hätte wiederholt werden müssen. Es mangelte schlichtweg an den finanziellen Mitteln.
5. Wenn alle medizinischen Maßnahme, die nicht evidenz-basiert sind, von den Krankenkassen nicht bezahlt werden dürften, würden sich die Kosten im Gesundheitswesen wohl mehr als halbieren. Die Argumentation von Herrn Gassen ist somit nicht schlüssig, ja populistisch. Als KV-Boss sollte er alle Kollegen vertreten. Die Homöopathie wurde als Methode vom Deutschen Ärztetag bestätigt und es gibt dafür eine Ausbildung und Prüfung.
Bitte kehren Sie zu einer sachlichen Diskussion zurück.
Dr. Dominik Müller
Eichstätt
Avatar #767858
Chb1612@aol.com
am Freitag, 6. September 2019, 19:27

Skandalös, wie der oberste Interessenvertreter der Ärzteschaft der eigenen Basis in den Rücken fällt

Leider beruhen die Argumente der angeblich so wissenschaftlichen Homöopathiekritiker im Wesentlichen auf zwei nachweislichen Unwahrheiten.

Die erste ständig wiederholte Falschbehauptung ist, dass keine einzige Studie jemals positive Ergebnisse für die Homöopathie erbracht hat. Dies ist, wie die unten aufgeführten Links zeigen, eine handfeste Lüge.

Die zweite Falschbehauptung der Kritiker ist, dass in homöopathischen Medikamenten alles so verdünnt sei, dass keine Inhaltsstoffe mehr enthalten sind. Dies gilt natürlich nur für Hochpotenzen. Wer nur einen Funken Sachkenntnis besitzt, der weiss, dass in anderen Potenzen wie D2 oder D3 selbstverständlich noch ähnlich hohe stoffliche Konzentrationen enthalten sind wie in allopathischen Medikamenten. Wenn man niedrig potenzierte Homöopathika unter Verweis auf Tatsachen, die logischerweise nur auf hochpotenzierte Homöopathika zutreffen, diskreditieren will, so ist dies genauso logisch, wie wenn man, nur weil manche Knieoperation nachweislich unwirksam ist, behauptet, dass die ganze Chirurgie unwirksam sei. Dies ist aber das logische und wissenschaftliche Niveau der Homöopathiekritiker.

Eine derart unwissenschaftliche und moralisch unredliche Argumentationsweise sollte eigentlich leicht zu durchschauen sein. Leider gehen ihr viele Medien und peinlicher Weise sogar der oberste Kassenarzt Gassen, der als Orthopäde vielleicht auch nicht gerade zum Homöopathieexperten berufen ist, auf den Leim.

Besonders pikant an den Äusserungen von Herrn Gassen ist aber, dass er als oberster Interessenvertreter aller Ärzte, dessen üppiges Gehalt auch von den homöopathisch tätigen Ärzten mitfinanziert wird, diesen mit solchen Äusserungen in den Rücken fällt. Die Äusserungen von Herrn Gassen sind daher nicht nur inhaltlich angreifbar, sondern stellen auch einen beispiellosen Akt der Illoyalität gegenüber den Ärzten da, deren Interessen er qua Amt eigentlich vertreten müsste.

http://www.hufelandgesellschaft.de/fileadmin/inhalte/dokumente/Faktenpapier_zur_Hom%C3%B6opathie_Endfassung.pdf

https://www.informationen-zur-homoeopathie.de/?page_id=41

www.dzvhae.de/wp-content/uploads/2017/08/Der-aktuelle-Stand-der-Forschung-zur-Homöopathie-2016-WissHom.pdf

https://www.dzvhae.de/australische-homoeopathie-studie-eine-taeuschung-der-oeffentlichkeit/
LNS

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