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Ausland

Zahl der Toten auf den Bahamas durch Hurrikan steigt

Freitag, 6. September 2019

/picture alliance, Pedro Portal, Miami Herald

Nassau/Miami/Washington – Die Wucht des Hurrikans „Dorian“ hat nach neuen Erkennt­nissen mindestens 30 Menschen das Leben gekostet. Premierminister Hubert Minnis bestätigte die vorläufige Opferbilanz jetzt im US-Fernsehen. Die endgültige Zahl wird nach Einschätzung des Ge­sund­heits­mi­nis­ters Duane Sands allerdings am Ende deutlich höher ausfallen. „Ich glaube, die Zahl wird überwältigend sein“, sagte er dem Sender Guardian Radio 96.9.

Die Rettungseinsätze gingen gestern auf den beiden am schwersten getroffenen Inseln im Norden des Karibikstaates weiter. Zahlreiche Menschen wurden noch immer vermisst. Bahamaer nutzten soziale Medien, um Vermisste zu suchen und die Verteilung von Hilfs­gütern zu koordinieren. Manche Inselbewohner klagten über hinderliche Bürokratie. Die Regierung verlangt, dass Spenden nur über von ihr autorisierte Organisationen laufen.

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Die Regierung der Bahamas könne eine Versorgungskrise dieses Ausmaßes nicht allein bewältigen, betonte Ge­sund­heits­mi­nis­ter Sands. Er habe die Weltgesundheitsor­ga­nisa­tion WHO um Hilfe gebeten.

Das Welternährungsprogramm (WFP) bereitete eine Lieferung von mehr als sieben Tonn­en fertiger Gerichte für die vielen Obdachlosen auf den Bahamas vor, wie ein Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres mitteilte. Lebensmittel lieferten auch die Ma­rine Großbritanniens – das Staatsoberhaupt der Bahamas ist die britische Queen Eliza­beth II. – und ein Kreuzfahrtunternehmen.

Die über mehrere Tage auf den Bahamas mithelfende US-Küstenwache rettete nach eige­nen Angaben inzwischen mehr als 200 Menschen. Nach Worten des UN-Nothilfekoordina­tors Marc Lowcock benötigten rund 70.000 Menschen – also fast jeder fünfte Einwohner der Bahamas – dringend Hilfe zum Überleben. Die Flughäfen seien überschwemmt oder beschädigt, auch Verbindungsstraßen könnten nicht genutzt werden. Es gebe keine Stromversorgung und nur stark eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten.

„Dorian“ hatte die Bahamas am vergangenen Sonntag als Hurrikan der höchsten Gefah­ren­stufe getroffen – mit Windgeschwindigkeiten von fast 300 Kilometern pro Stunde. Er wütete dort fast drei Tage lang. Es handelte sich um den verheerendsten Wirbelsturm auf den Bahamas und einen der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Es kam zu meterhohen Sturmfluten und großflächigen Überschwemmungen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden etwa 13.000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört.

Gestern Abend befand sich „Dorian“ vor der Küste des US-Bundesstaats South Carolina. Auch dort kam es in Küstennähe zu Überschwemmungen. Zahlreiche Häuser wurden ab­gedeckt, Bäume und Strommasten stürzten um. Obwohl der Sturm zu einem Hurrikan der Kategorie zwei von fünf herabgestuft wurde, brachte er noch immer Windgeschwindig­keiten von bis zu 165 Kilometer pro Stunde mit sich. Er war Richtung Norden unterwegs und sollte heute vor der Küste North Carolinas vor­bei­­ziehen. © dpa/aerzteblatt.de

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