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Ausland

Erste Spur nach Todesfällen im Zusammenhang mit E-Zigaretten

Freitag, 6. September 2019

/picture alliance, Nicolas Maeterlinck, BELGA

New York – Nach zwei Todesfällen und mehr als 200 Lungenerkrankungen im möglichen Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA gibt es einem Bericht zufolge eine heiße Spur. Untersuchungen der gerauchten Produkte hätten einen Stoff ausfindig gemacht, der möglicherweise für die Beschwerden verantwortlich sei, berich­tete die Washington Post.

Die Zeitung berief sich dabei auf interne Kommunikation der Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) mit Behörden aus den betroffenen Bundesstaaten. Bei dem Stoff, der bei verschiedenen Marken in mehreren der Liquids – Flüssigkeiten, die verdampft werden – vorkommt, handele es sich um ein Öl, das aus dem Vitamin E ge­wonnen werde.

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Dem Bericht zufolge fanden die Ermittler das Vitamin-E-Azetat in Proben von Cannabis­produkten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten. Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Wie die Washington Post berichtete, kann der Stoff wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden.

In den USA hatten sich die Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, in den vergangenen Wochen gehäuft. Mehr als 200 Erkrankungen und zwei Todesfälle waren in einer Reihe von Bundesstaaten aufgetreten.

Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis in eini­gen Fällen zu Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Viele der Be­troffe­nen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Staaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten für medizinische Zwecke erlaubt. © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #715180
DrSchnitzler
am Montag, 9. September 2019, 10:03

... unverantwortliche IRREFÜHRUNG.

Dr. Michael Siegel (1) zum aktuellen Sachstand (09.09.2019; sinngemäß):

»Eine Flut verantwortungsloser Aktionen und Ratschläge zum Ausbruch von Atemwegserkrankungen.

Es gibt eine Reihe verantwortungsloser Empfehlungen und Maßnahmen, die als Reaktion auf den Ausbruch von mehr als 400 Fällen schwerer, akuter Atemwegserkrankungen und fünf Todesfällen in den USA ergriffen werden. Da es viel zu viele gibt, um zu jedem einen individuellen Kommentar zu schreiben, kombiniere ich drei der wichtigsten Beispiele in diesem Beitrag. [...]
Lipoide Lungenentzündung muss nicht in die Liste der Krankheiten aufgenommen werden, die durch legale elektronische Zigaretten verursacht werden, die in Geschäften oder bei E-Zigaretten-Unternehmen verkauft werden. Es muss in die Liste der Krankheiten aufgenommen werden, die durch das Verdampfen von Marihuana-Trägern verursacht werden, die bei illegalen Drogendealern gekauft wurden. [...]
Zweitens ist es aus den oben genannten Gründen schrecklich, jedem zu raten, sofort mit dem Dampfen aufzuhören. Ex-Raucher, die mit dem Rauchen aufgehört haben und auf Vaping umgestellt haben, sollten unbedingt weiterhin Vaping betreiben, denn wenn dies nicht der Fall ist, kehren sie mit ziemlicher Sicherheit zum tödlichen Zigarettenrauchen zurück. Dies sind Menschen, die nikotinsüchtig sind und nicht einfach über Nacht aufhören werden, Nikotin zu konsumieren, weil der Gouverneur es ihnen sagt. Wenn sie seinen Rat befolgen, wird die Zahl der Raucher im Bundesstaat New York stark zunehmen.[...]
Durbin fragte den FDA-Beauftragten mit Nachdruck: "Wird die FDA jetzt handeln, wenn 193 Menschen in 22 Staaten an einer schweren Lungenerkrankung im Zusammenhang mit E-Zigaretten leiden? Wird die FDA jetzt handeln, wenn eine Person in Illinois gestorben ist?"

Ich denke, Senator Durbin hätte seine Hausaufgaben machen und die wissenschaftlichen Beweise in Bezug auf die Ursache der 193 Menschen mit schweren Lungenerkrankungen und der Person in Illinois, die gestorben ist, untersuchen sollen. Derzeit scheint die Hauptursache für diesen Ausbruch die Produktion und der Vertrieb von illegalen, fälschungssicheren THC-Öl enthaltenden Vape Pens und Carts durch ein kleines Kartell illegaler Drogenhersteller zu sein. Daher hat die FDA wahrscheinlich nichts mit diesem Ausbruch zu tun, und es gibt wirklich nichts, was die FDA tun kann, um weitere Fälle zu verhindern. Warum? Weil die FDA nicht für die illegale Herstellung, den Vertrieb und den Verkauf illegaler Drogen zuständig ist. Die FDA ist für legale Drogen zuständig, nicht für illegale« (usw. usf).

"Der Rest der Geschichte": die Tabakindustrie reibt sich hocherfreut die Hände. Wer solche "Feinde" hat, braucht keine Freunde (2).

Siehe auch die aktuellen Ergänzungen des Pharmakologen Prof. Bernd Mayer (3), bzw. grundsätzlich zum Thema Dampfen (E-Zigaretten) (4).

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen (Zugriff 09.09.2019)
(1) http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/a-flood-of-irresponsible-actions-and.html
(2) http://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/tobacco-company-claims-that-smoking-is.html
(3) https://www.youtube.com/watch?v=ZoSex6SkHmk
(4) http://dampfe.info/wissenschaft/veroeffentlichungen-von-dr-bernhard-michael-mayer/
Avatar #781928
maxbarrett
am Freitag, 6. September 2019, 19:58

Straßendealer strecken flüssiges THC mit Vitament-E-Acetat

und weiteren Stoffen, die nicht für das Vapen gedacht sind, siehe hier: "Vape Pen Lung Disease Has Insiders Eyeing Misuse of New Additives" (https://www.leafly.com/news/health/vape-pen-lung-disease-thc-oil-additive-investigation) und was macht Gretchen Whitmer, Governor von Michigan? Trump-artig verbietet sie per Executive Order den Vertrieb aller Aromen in ihrem Bundesstaat, außer dem von Tabak- und Mentholaromen. Die U.S.-Logik geht wie immer auf... In Michigan ist THC nicht legalisiert. Was machen die Kids? Sie kaufen auf der Straße gepanschtes Zeugs und Vapen es. Die Erkrankten haben die Flüssigkeit zudem nicht "geraucht", wie hier oben in der Meldung steht. Wie raucht man Flüssigkeiten? (Soviel zur journalistischen Stringenz.) Zurück zu Gretchen W., Chefin des "Great Lakes State": Sie verbietet alles, außer Menthol- und Tabakaromen, da die süßen Aromen Kinder anziehen, wie Honig die Bienen. Kindern und Jugendlichen ist der Erwerb von E-Liquid und Hardware jedoch weltweit nirgends gestattet. (Wäre THC in Michigan legal, dann sicher nicht für Kinder und Jugendliche.) Dennoch trinken Kevin und Jacqueline auch vor ihrer Volljährigkeit schon mal was von Opas Haselnusslikör. Ebenso auf die schwarze Liste setzen?
Die U.S. Food and Drug Administration und U.S. Centers for Disease Control sollten endlich zugeben, mit ihrer kategorisch konfrontativen Haltung gegen das Vapen und der Verbreitung von Falschmeldungen einen Fehler begehen, indem sie Raucherinnen und Raucher in ihrer Abhängigkeit belassen, anstatt im Sinne der Harm Reduction umzusteigen. Die derart kolportierte Schlagzeile, "In den USA sind Jugendliche aufgrund der Nutzung von E-Zigaretten verstorben", wird so von RTL über Bild bis zu den ÖR auch hier zu Lande in die Köpfe der Menschen transportiert. Keine gute Entwicklung. (Dies ist ein Kommentar, daher erlaube ich mir wertend zu schlussfolgern!)
Avatar #763956
dubito
am Freitag, 6. September 2019, 19:29

Was denn nun?

Zitat: "Dem Bericht zufolge fanden die Ermittler das Vitamin-E-Azetat in Proben von Cannabis­produkten, die die Erkrankten zuvor geraucht hatten." - Geraucht?
Entweder, die Redaktion hat das Dampfen mit dem Rauchen verwechselt - was nicht gerade auf Sachkenntnis schließen ließe.
Oder die Betroffenen haben den Stoff zuvor tatsächlich (z. B. in einem Joint) geraucht - was den Zusammenhang zum Dampfen dann natürlich völlig entkoppelt.
LNS

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