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Ausland

Ärzte ohne Grenzen: Ägäismigranten werden bewusst im Stich gelassen

Freitag, 6. September 2019

/dpa

Athen – Zehntausende Geflüchtete werden nach Ansicht der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen auf den griechischen Inseln von der Europäischen Union und Griechenland be­wusst im Stich gelassen. „Dies ist eine politikgemachte Krise“, sagte Tommaso Santo, Landeskoor­di­nator von Ärzte ohne Grenzen in Griechenland, heute.

Die griechischen und europäischen Behörden sperrten Asylsuchende – darunter zahlrei­che Minderjährige – seit mehr als drei Jahren unter unerträglichen Bedingungen auf den grie­chischen Inseln ein, hieß es. Einige Kinder hätten versucht, sich das Leben zu neh­men.

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In den für 6.338 Menschen ausgelegten Registrierlagern auf den Inseln Lesbos, Chios, Sa­mos, Leros und Kos harren zurzeit nach Angaben des griechischen Ministeriums für Bür­ger­schutz 20.594 Migranten aus.

Der Chef der Vertretung des UN-Flüchtlingskommissariats (UNHCR) in Athen, Philippe Leclerc, sagte heute der halbamtlichen griechischen Nachrichtenagentur ANA-MPA, dass 7.000 Migranten sofort aus den Inseln zum Festland gebracht werden könnten, weil sie als Schutzbedürftige gelten. Das Problem bestehe darin, das auch die Lager auf dem Festland überfüllt seien, hieß es.

Unterdessen haben in den vergangenen 48 Stunden mehr als 300 Migranten aus der Tür­kei zum griechischen Festland und zu den griechischen Inseln im Osten der Ägäis und damit in die EU übergesetzt. Dies teilten heute die Behörden in Athen mit. © dpa/aerzteblatt.de

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