NewsPolitikKommunen gegen Reformpläne für Notfallversorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Kommunen gegen Reformpläne für Notfallversorgung

Montag, 9. September 2019

/dpa

Hannover – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) stößt mit seinen Plänen für eine Reform von Notfallversorgung und Rettungsdiensten in Deutschland weiter auf gro­ßen Widerstand.

„Wir lehnen die Pläne von Bundesminister Spahn strikt ab. Sie würden die Axt an funktio­nie­rende und bewährte kommunale Strukturen des Rettungsdienstes legen“, sagte Hans-Günter Henneke, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Landkreistages, dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND). „Das ist eine ureigene kommunale Aufgabe, mit der die Kranken­kassen nichts zu tun haben. Das muss auch so bleiben.“

Anzeige

Hintergrund ist ein Gesetzentwurf des Ge­sund­heits­mi­nis­teriums mit dem Ziel, den ärztli­chen Bereitschaftsdienst, der unter der Nummer 116117 erreichbar ist, und die Rettungs­leitstellen unter der Nummmer 112 zu verknüpfen. Zwar sollen die einzelnen Rufnumm­ern erhalten bleiben. Geplant ist jedoch eine Zu­sam­menführung beider Systeme. Die Zu­ständigkeit für den Rettungsdienst soll dabei von den Ländern auf den Bund übertragen werden.

Henneke sagte, es sei abwegig, an dieser Stelle anzusetzen. „Denn das Problem besteht nicht darin, dass der kommunale Rettungsdienst nicht funktionieren würde“, so der Haupt­geschäftsführer des Landkreistages weiter.

„Vielmehr ist es so, dass der ärztliche Bereitschaftsdienst der Krankenkassen strukturell nicht gut aufgestellt beziehungsweise schlicht nicht bekannt genug ist.“ So komme es immer wieder vor, dass der Rettungsdienst und die Notfallambulanzen für Beschwerden gerufen würden, die definitiv keine Notfälle seien.

„Die Lösung besteht daher darin, den funktionierenden Teil, also den Rettungsdienst und die Leitstellen der Kommunen, entsprechend aufzuwerten“, sagte Henneke. „Daher könnte man eher darüber diskutieren, ihnen die Kompetenzen zu geben, auch für den ärztlichen Bereitschaftsdienst zu disponieren.“ © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

27. August 2020
Stuttgart – Im vergangenen Jahr sind Sanitäter und Feuerwehrleute in Baden-Württemberg so oft wie nie zuvor angegriffen und auch verletzt worden. Im Vergleich zum Jahr 2011 seien sie mindestens drei
Angriffe auf Rettungsdienste auf Rekordniveau
21. August 2020
Frankfurt/Main – In drei hessischen Landkreisen beginnt ab Herbst ein Modellprojekt zur besseren Verteilung von Patienten – so sollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser entlastet werden. Das
Hessen startet Modellprojekt zur vernetzten Notfallversorgung
13. August 2020
Hamburg – Bis zu 4.000 Anrufe am Tag verzeichnet der Hamburger Arztruf 116117 nach dem Ende der Schulferien. „Viele Anrufer sind keine Notfälle, sie haben keine Symptome. Das ist unschön“, sagte
Viele Anrufer beim Hamburger Bereitschaftsdienst haben keine Symptome
12. August 2020
München – Beim ärztlichen Bereitschaftsdienst erhalten Reiserückkehrer keine Auskunft über Ergebnisse ihrer Coronatests. Darauf hat die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) aufmerksam gemacht.
Keine Testergebnisse bei ärztlichem Bereitschaftsdienst
6. August 2020
Stuttgart – Bis Ende Juli sind in diesem Jahr mindestens 192 Menschen deutschen Gewässern ertrunken. Das sind 63 weniger als im Jahr davor. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
Mindestens 192 Ertrunkene seit Jahresbeginn
3. August 2020
Berlin – Notfallsanitäter sollen nach Plänen von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) situationsabhängig die Ausübung von heilkundlichen Tätigkeiten in begrenztem Umfang durchführen dürfen. Die
Notfallsanitäter: BMG legt Regelungsentwurf für mehr Rechtssicherheit vor
17. Juli 2020
Berlin – Rettungskräfte können nicht mit einem Coronabonus aus Bundesmitteln rechnen, wie ihn die Altenpflegekräfte erhalten können. Das geht aus einem Schreiben von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER