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Rheumatologen aktualisieren S3-Leitlinie zu Morbus Bechterew

Montag, 9. September 2019

/contrastwerkstatt, stock.adobe.com

Berlin – Die axiale Spondyloarthritis (SpA), auch bekannt unter dem Namen Morbus Bech­­terew, bleibt aufgrund ihrer unspezifischen Symptome besonders in ihrer frühen Form häufig lange unerkannt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hin.

Die im Jahr 2013 publizierte S3-Leitlinie habe bereits dazu beigetragen, dass sich die Versorgungsqualität in Deutschland gebessert habe. „Innerhalb von 20 Jahren ist der An­teil der Patienten, die innerhalb eins Jahres die SpA-Diagnose erhalten haben, von 30 auf 50 Prozent angestiegen“, erläuterte Uta Kiltz, Oberärztin am Rheumazentrum Ruhrgebiet, Herne.

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Die aktualisierte S3-Leitlinie „Axiale Spondyloarthritis inklusive Morbus Bechterew und Frühformen“ soll jetzt mithelfen, den Zeitraum bis zur Diagnose weiter zu verkürzen. An der Aktualisierung der Leitlinie haben 13 medizinische Fachgesellschaften mitgewirkt. 

„Durch einen schnellen Therapiebeginn können die rheumatischen Symptome frühzeitig gelindert und die Verknöcherung der Wirbelsäule so lange wie möglich hinausgezögert werden“, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Ein Problem sei, dass chronische Rückenschmerzen bei SpA-Patienten häufig als unspe­zifische Kreuzschmerzen fehlgedeutet würden, es komme dann weder zu einer klaren Diagnose noch zu einer effektiven Therapie. In ihrer frühen Form sei die SpA aber nur schwer von unspezifischem Kreuzschmerz zu unterscheiden – es gilt daher, potentiell gefährdete Patienten aus einer sehr großen Gruppe von Menschen mit Rückenleiden herauszufiltern.

Die Leitlinie legt daher ein besonderes Gewicht auf die Diagnostik. Bildgebende Verfah­ren wie Röntgen und MRT seien für eine abschließende Diagnose unerlässlich – aber nicht immer einfach zu interpretieren. „Die Aktualisierung der Leitlinie sieht daher vor, dass eine abschließende Diagnose immer rheumatologisch gesichert werden sollte“, so Kiltz.

Erste Anzeichen, die unspezifischen Rückenschmerz von SpA unterscheiden, seien nächt­li­che Schmerzen, ein morgensteifer Rücken und die Beobachtung, dass die Schmerzen durch Bewegung und nicht etwa durch Ruhe nachlassen. Die weitere Behandlung der Patienten sollte dann in Absprache mit einem Rheumatologen erfolgen. Er kann die The­rapie mit Ärzten anderer Fachrichtungen abstimmen, da SpA nicht selten beispielsweise mit Haut- oder Darm­er­krank­ungen einhergeht.

„Das Update der Leitlinie betont das interdisziplinäre Vorgehen bei Begleiterkrankungen und das Langzeit-Management des Morbus Bechterew“, betonte Martin Aringer, Kongress­präsident der DGRh. Besonders bei vielen Begleiterkrankungen sei es für die Behand­lungsqualität entscheidend, dem Patienten eine zentrale Anlaufstelle zu bieten. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 10. September 2019, 15:58

Danke, Kollege Eckhoff!

"Am Telefon und durch die Hose,
stellt man keine Diagnose."

Heute muss man noch ergänzen:
"Nur per EDV, ist viel zu ungenau!"

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund (z.Zt. Ramatuelle/F)
Avatar #704484
Dr. Eckhoff
am Dienstag, 10. September 2019, 13:50

dr. med. Paul-Ulrich eckhoff

Das Bild spricht Bände. Ich bin 75 Jahre und als Orthopäde habe ich oft genug Patienten mit M. Bechterew diagnostiziert. Ich habe noch gelernt, dass die Untersuchung am ( teil ) entkleideten patienten durchzuführen ist. Die Untersuchung durch die Kleidung hindurch erfordert ganz besondere Fähigkeiten, die längst nicht jedem Arzt gegeben sind. Ob in denS3 Richtlinien die Untersuchung des teilenkleideten patienten empfohlen wird. Im übrigen finde ich immer mehr, dass der einzelne Arzt nur noch Bruchteile des Wissens vergegenwärtigt. Wieso braucht man 12 Fachgesellschaften, um den Morbus Bechterew diagnosstizieren und behandeln zu können?
LNS

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