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Medizin

Steuer auf zuckerreiche Snacks möglicherweise besonders effektiv

Dienstag, 10. September 2019

/anaumenko, stock.adobe.com

London – Eine Steuer auf zuckerreichen Snacks wie Kekse, Kuchen und anderen Süßigkeiten könnte als Maßnahme gegen Fettleibigkeit effektiver sein als die Erhöhung der Preise für zuckergesüßte Getränke. Das berichten Wissenschaftler um Pauline Scheelbeek vom Department of Population Health der London School of Hygiene and Tropical Medicine im British Medical Journal (doi 10.1136/bmj.l4786).

„Die Verwendung von Steuern zur Senkung des Zucker- und Energiekonsums konzentriert sich hauptsächlich auf zuckergesüßte Getränke. Aber im Vereinigten Königreich machen zuckerreiche Snacks wie Kekse, Kuchen, Schokolade und Süßigkeiten eine größere Zucker- und Energiezufuhr aus als zuckerhaltige Getränke“, berichten die Wissenschaftler.

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Sie verwendeten sogenannte Wirtschaftsmodelle, um die Auswirkungen einer Preiser­höhung von 20% auf zuckerhaltige Snacks im Vereinigten Königreich zu bewerten. Die Modellierung basiert auf Daten zum Kauf von Lebensmitteln für 36.324 britische Haushalte und Daten der National Diet and Nutrition Survey für 2.544 Erwachsene. Die Ergebnisse wurden nach Haushaltseinkommen und Body-Mass-Index (BMI) gruppiert, um Ver­änderungen des Gewichts und der Prävalenz von Adipositas über ein Jahr zu schätzen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Erhöhung des Preises für Kekse, Kuchen, Schokolade und Süßigkeiten um 20% für alle Einkommensgruppen zusammengenommen die durchschnittliche jährliche Energieaufnahme um etwa 8.900 Kalorien reduzieren würde, was zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 1,3 kg pro Person über ein Jahr führen würde.

Im Gegensatz dazu würde eine ähnliche Preiserhöhung bei zuckerhaltigen Getränken zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von nur 203 Gramm über ein Jahr führen.
Darüber hinaus prognostiziert das Modell, dass die Auswirkungen der Preiserhöhung in Haushalten mit niedrigem Einkommen und den höchsten Adipositasraten am größten sein würden. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Preiserhöhungen bei zuckerreichen Snacks auch einen wichtigen Beitrag zur Verringerung gesundheitlicher Ungleichheiten aufgrund von ernährungsbedingten Krankheiten leisten könnten“, schlussfolgern die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #731173
Marpan
am Freitag, 13. September 2019, 10:58

Wir tauschen den Zucker einfach aus gegen neue Gifte

Was wird passieren. Die Industrie lässt sich doch nicht die Butter vom Brot klauen. Also werden sie neue tolle Zuckerersatzstoffe entwickeln.
Diese werden dann von den Behörden mal schnell zugelassen, ohne die Nebenwirkungen oder Langzeitschäden zu kennen.
Hauptsache wir haben den „bösen“ Zucker verbannt.
Es wäre doch ein leichtes mal wieder ordentlich zu kochen. Aber nein das ist zu teuer.
Heute hat jedes Schulkind in Berlin Anspruch auf ein Mittagessen. Leider weiß keiner was da drin ist, weil es kommerziell von einigen Firmen gekocht wird.
Die Menschen sind heute doch kaum noch in der Lage, sich eine Portion Nudeln ohne eine Tüte zu kochen.
Wenn wir bei den kleinen anfangen, also kochen und Ernährung in der Schule, dann wird sich der effekt in 15-25 Jahren einstellen. Es dauert bis es sich wandelt. Eine Steuer, schadet nur. Den verbotenes schmeckt dreimal besser als erlaubtes.
Und solange Fleisch, welches 10.000 km transportiert wird, günstiger ist, als die beim Nachbarn angebauten, Tomaten... solange kann der Staat mit steuern und verboten kommen. Sie werden nichts nützen.
Avatar #731173
Marpan
am Freitag, 13. September 2019, 10:57

Wir tauschen den Zucker einfach aus gegen neue Gifte

Was wird passieren. Die Industrie lässt sich doch nicht die Butter vom Brot klauen. Also werden sie neue tolle Zuckerersatzstoffe entwickeln.
Diese werden dann von den Behörden mal schnell zugelassen, ohne die Nebenwirkungen oder Langzeitschäden zu kennen.
Hauptsache wir haben den „bösen“ Zucker verbannt.
Es wäre doch ein leichtes mal wieder ordentlich zu kochen. Aber nein das ist zu teuer.
Heute hat jedes Schulkind in Berlin Anspruch auf ein Mittagessen. Leider weiß keiner was da drin ist, weil es kommerziell von einigen Firmen gekocht wird.
Die Menschen sind heute doch kaum noch in der Lage, sich eine Portion Nudeln ohne eine Tüte zu kochen.
Wenn wir bei den kleinen anfangen, also kochen und Ernährung in der Schule, dann wird sich der effekt in 15-25 Jahren einstellen. Es dauert bis es sich wandelt. Eine Steuer, schadet nur. Den verbotenes schmeckt dreimal besser als erlaubtes.
Und solange Fleisch, welches 10.000 km transportiert wird, günstiger ist, als die beim Nachbarn angebauten, Tomaten... solange kann der Staat mit steuern und verboten kommen. Sie werden nichts nützen.
Avatar #754103
Biochemie
am Mittwoch, 11. September 2019, 13:21

Zucker wirkt ähnlich wie Drogen auf das Gehrin

Wir leben zur Zeit noch in einer Freien Marktwirtschaft. Wie wäre es, wenn Politiker versuchen eine Mischung zwischen Planwirtschaft und Freier Marktwirtschaft versuchen zu entwickeln.

So könnte man die Produktion von Süßigkeiten senken, so wie die Glühbirne abgeschafft wurde. Dieses würde dazu führen das mehr Zucker auf den Markt ist und diesen könnte man dann an den Bedarf der Bevölkerung anpassen + 20% wie es glaube ich üblich ist in der Lebensmittel Produktion.
Das bedeute weniger Arbeit so das man für alle die Arbeitszeit um 2 Minuten senken kann.

Die Menschen greifen jetzt mehr auf den Zucker zu um erst mal die Gewöhnung zu erhalten. In den Schulen gibt es dann leicht Süße Salate, Gemüse oder Tee warm kalt oder Cafe.
Denn Menschen wird dann bewusste, dass es sich bei den Süßigkeiten, um den Grundstoff Zucker handelt, welches ihr Gehirn verlangt. So bleiben auch Farbstoffe und sonstige Zusatzstoffe aus dem Körper.

Das wäre der erste Entwurf, wie das Leben mit weniger Zucker sich entwickeln könnte.

Das nenne ich Planwirtschaft. Eine Wirtschaft mit einen Plan.
Wenn weniger fettleibige sich entwickeln, dann wäre schon etwas gewonnen.

Das ist ein Vorteil gegen über einer Freien Marktwirtschaft da kann jeder seine Sachen auf den Markt bringen. Drogen werden ja auch schon im kleinen ignoriert.








Avatar #775352
Murke
am Dienstag, 10. September 2019, 20:17

Ach Gottchen, gibts nichts Wichtigeres?

Das ist doch nur wieder eine Steuer von hunderten. Kümmert es Raucher, daß Zigaretten schon monatlich ein kleines Vermögen kosten? Oder Alkohol?
Diese Steuern sind dummes Zeug, nur um den Fiskus immer mehr zu mästen. Wenn jemand Süsses will, dann findet er einen Weg es sich zu beschaffen in beliebiger Menge.
Dahinter steht doch nur die Knute des Staates, der sich eine feuchten Kehricht um die Gesundheit der Menschen kümmert. Sozialverträgliches Frühableben ist doch der Renner.
Wer meint, er könnte eine ungesunde Lebensweise der Bevölkerung durch Steuern beeinflussen ist entweder psychisch behandlungsbedürftig oder nur gerissen und gierig. Der Staat als Dealer!
Wer Geld hat, dem ist das sowieso egal und die Armen können sich ein Kilo Zucker auf Poppkorn streuen. Und die gebeutelte alte Wittwe, die für Besucher eine Packung kalorienreicher Kekse für einen seltenen Besucher sich vom Mund abspart wird tatsächlich getroffen.
Geht's euch sonst gut, – ihr, die ihr solche Ideen habt?
Avatar #763956
dubito
am Dienstag, 10. September 2019, 18:33

Charmante Idee

Das klingt recht gut, aber warum sollen nur die Süßwaren selbst besteuert werden - warum nicht der enthaltene Zucker?
Auch stellt sich bei solch wirtschaftsmathematischen Modellen die Frage, ob der erzielte Effekt nicht letztlich dadurch relativiert wird, dass statt der teuren Süßigkeiten ersatzweise andere kleine "Zwischenmahlzeiten" gegessen werden, etwa Erdnussflips ...
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