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Politik

Hausarztversorgung hat für viele Schleswig-Holsteiner höchsten Stellenwert

Dienstag, 10. September 2019

/WavebreakMediaMicro, stock.adobe.com

Kiel – Die Verfügbarkeit eines Hausarzts ist für viele Schleswig-Holsteiner wichtiger als gute Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe oder schnelles Internet. Dies geht aus einer Forsa-Umfrage hervor, die von der AOK Nordwest heute veröffentlicht wurde.

Demnach rangiert der Hausarzt mit 94 Prozent in der Bedeutung ganz oben. Mehr als vier von fünf Befragten zeigten sich mit der Gesundheitsversorgung am Ort insgesamt zufrie­den. Forsa hatte 400 Schleswig-Holsteiner ab 18 Jahren telefonisch befragt.

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Mit der Versorgung mit Fachärzten und Krankenhäusern sind die Bewohner kleinerer Ge­meinden seltener zufrieden. Hinsichtlich der Versorgung mit Fach-, Haus- und Kinderärz­ten sowie mit Krankenhäusern nahmen etwa 20 Prozent der Befragten eine Verschlechte­rung wahr. Bei der Arzt- und Krankenhauswahl hat eine gute Behandlungs­qualität einen deutlich höheren Stellenwert als eine schnelle Erreichbarkeit.

Die Gesundheitsversorgung sei ein zentrales gesellschaftspolitisches Thema, sagte der AOK-Verwaltungsratsvorsitzende Georg Keppeler. „Dabei müssen die Bedürfnisse der Be­völkerung auf dem Land stärker in den Fokus rücken und innovative Versorgungsansätze ausgeweitet werden.“ Die Umfrage habe hier eine Offenheit der Bevölkerung bestätigt. So könne sich schon jeder Zweite die Nutzung von Videosprechstunden vorstellen.

Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum muss aus Sicht von Schleswig-Holsteins Ge­sund­heits­mi­nis­ter Heiner Garg (FDP) ohne dogmatische Scheu­klapp­en angepackt werden. „Kooperationen, Telematik und Künstliche Intelligenz, aber vor allem auch Sektoren verbindende Versorgungsformen und grundlegend überarbeitete Vergütungssysteme sind beispielhafte Bausteine zur Versorgungssicherung.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Avatar #88767
fjmvw
am Mittwoch, 11. September 2019, 09:21

Welche Konsequenzen werden aus der Erkenntnis gezogen?

Für SH ist die Hausarztversorgung derzeit trotz aller Lücken viel besser als in Sachsen oder Brandenburg. In diesen beiden Bundesländern haben die Bürger bei den letzten Wahlen den Parteien der Mitte die rote Karte gezeigt. Warum? Weil sich die Bürger abgehängt fühlen.

Obwohl es die Politiker jetzt sogar schwarz auf weiß haben, dass Hausärzte der wichtigste Standortfaktor sind, unternehmen sie nichts, um den Hausärztemangel effektiv zu beseitigen. Man muss nicht Atomphysik studiert haben, um einen Zusammenhang zwischen den Wahlerfolgen der AfD und dem Hausärztemangel zu sehen.

Solange die Politik nur an den Symptomen des Ärztemangels rumdoktert und nicht die eigentliche Ursache behebt, werden die politischen Parteien an den Rändern weiter Zulauf haben. Ein trivialer Ursache-Wirkung-Zusammenhang.
LNS

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