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Universitätsklinik Leipzig entwickelt Bewertungssystem für das Sturzrisiko von Patienten

Donnerstag, 12. September 2019

Älterer Mann ist gestürtzt, eine ältere Dame hilft ihm aufzustehen. /zinkevych, AdobeStock.com
/zinkevych, AdobeStock.com

Leipzig – Ärzte der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) haben zusammen mit dem zentralen Pa­tientenmanagement einen eigenen Score zur Einschätzung des Sturzrisi­kos entwickelt. Die Mitarbeiter der Klinik können damit das individuelle Sturzrisiko jedes neu in die Klinik aufgenommenen Patienten einheitlich erfassen.

Stürze gelten als eine der wichtigsten Ursachen für eine reduzierte Lebensqualität bei älteren Menschen. Mit fortschreitendem Lebensalter nehmen Risikofaktoren und die Zahl der Stürze zu. So fällt Studien zufolge jeder Dritte im Alter von über 65 Jahren einmal im Jahr, bei über 85-Jährigen ist es bereits jeder Zweite.

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Der am UKL im Rahmen einer Studie von Christian Lycke entwickelte Score, der im ge­sam­ten Klinikum Anwendung findet, fußt auf einem existierenden Modell, wurde jedoch um eine wichtige Kategorie erweitert. Der Erfassungsbogen berücksichtigt das Alter des Patienten, die Anzahl der eingenommenen Medikamente, kognitive Fähigkeiten, Mobili­tät, Alkoholkonsum, Kontinenzverhalten und die persönliche Sturzhistorie, für die jeweils eine bestimmte Punkteanzahl vergeben werden.

„Als zusätzliche Kategorie haben wir jedoch ‚Seh- und Hörbeeinträchtigungen‘ einge­führt“, erläuterte Birgit Feindt, Leiterin des Zentralen Patientenmanagements am UKL. Diese erhielt eine so hohe Gewichtung, dass ein „Ja“ in dieser Kategorie – unabhängig von der übrigen Punktzahl – eine sofortige Einstufung in die höchste Risikogruppe nach sich zieht, weil diese Patienten als besonders sturzgefährdet angesehen werden.

Der validierte Score gibt nun bereits bei der stationären Aufnahme eines Patienten eine gute Einschätzung über dessen Risiko, während seines Klinikaufenthaltes zu stürzen. Er arbeitet dabei mit dem Ampelfarbenprinzip und teilt Patienten in drei Risikokategorien von „niedrig“ (grün) über „hoch“ (gelb) bis zu „sehr hoch“ (rot) ein.

„Wir haben damit nun ein funktionierendes Werkzeug für die Frage ‚Wer ist gefährdet?‘ Mit einem überschaubaren, standardisierten Aufwand wird durch das Pflegepersonal klargestellt, wie hoch das Sturzpotential des Patienten ist“, erläutert Andreas Roth, Bereichsleiter Orthopädie am UKL. „Wir identifizieren gefährdete Menschen mit einer einfachen Methode und können von Beginn an die richtigen Maßnahmen einleiten“, ergänzt Feindt. © hil/aerzteblatt.de

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