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Ausland

Millionen Kinder in Konfliktgebieten brauchen psychologische Hilfe

Mittwoch, 11. September 2019

/dpa

Berlin – Mehr als 24 Millionen Kinder in den Konfliktgebieten in aller Welt benötigen nach Schätzungen der Kinderrechtsorganisation Save the Children psychologische Hilfe. Die in Konfliktregionen und auf der Flucht befindlichen Kinder seien extremen psychi­schen Belastungen ausgesetzt, bekämen aber keine professionelle Hilfe, erklärte die Or­ganisation gestern. „Dieser Krieg gegen Kinder muss aufhören“ sagte Susanna Krüger, Vorstands­vorsitzende von Save the Children Deutschland.

Die Organisation forderte die Staatengemeinschaft auf, mehr Geld für betroffene Kinder bereitzustellen. Nach einer Untersuchung von Save the Children flossen zwischen 2015 und 2017 nur 0,14 Prozent staatlicher Entwicklungshilfegelder in die psychologische Hilfe für Kinder.

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„Jungen und Mädchen in Konflikten müssen mit ansehen, wie Verwandte oder Freunde sterben und wie ihre Häuser und Schulen bombardiert werden“, sagte Krüger. „Ihnen feh­len oft die nötigsten Dinge. Psychische Probleme sind da eine völlig normale Reaktion.“

Laut Save the Children leben weltweit 142 Millionen Kinder in Krisengebieten mit hoher Konfliktintensität. Es werde davon ausgegangen, dass 17 Prozent der Menschen, die in solchen Regionen leben oder aus diesen vertrieben werden, psychologische Hilfe benöti­gen. Folglich geht die Kinderrechtsorganisation von mehr als 24 Millionen Betroffenen aus. Hinzu kämen weitere sieben Millionen Kinder, die dem Risiko schwerer psychischer Störungen ausgesetzt sind.

Zudem habe die Zahl der Kinderrechtsverletzungen zugenommen, erklärte die Organisa­tion. Kinder würden immer häufiger gezielt angegriffen oder als Soldaten oder Selbst­mord­­attentäter rekrutiert. Auch Fälle sexueller Gewalt und Entführungen von Kindern steigen demnach an.

Kinder verfügten zwar über ein hohes Maß an Resilienz, weshalb sie sich bei angemesse­ner Hilfe von seelischem Leid erholen könnten. Doch fehle es derzeit an ausreichenden Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten, kritisierte die Organisation. Sie forderte deshalb von der internationalen Gemeinschaft, finanzielle Mittel für psychologische Pro­gramme für Kinder aufzustocken und die Untersuchung und strafrechtliche Verfolgung von Kinderrechtsverletzungen zu verbessern. © afp/aerzteblatt.de

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