NewsAuslandE-Zigaretten: US-Regierung sagt Aromen den Kampf an
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

E-Zigaretten: US-Regierung sagt Aromen den Kampf an

Donnerstag, 12. September 2019

E-Zigaretten mit Minze, Apfel, Orange und Trauben. /kurgu128, adobe.stock.com
/kurgu128, adobe.stock.com

Washington – Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten verboten werden. Präsident Donald Trump kündigte gestern im Weißen Haus in Washington „sehr strenge“ Vorschriften für Hersteller an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als „großes Problem“. Kurz zuvor hatten US-Behörden einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht – der mittlerweile sechste.

Die Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) arbeite Richtlinien aus, mit der alle Geschmacksrichtungen mit Ausnahme von Tabak vom Markt verbannt werden sollen, sagte Gesundheitsminister Alex Azar. Es gibt viele verschiedene E-Zigaretten und Tausende Liquids.

Anzeige

Trump wies mehrfach auf die Risiken des Rauchens von E-Zigaretten hin: Menschen würden sterben, sagte er. „Wir können nicht zulassen, dass Menschen krank werden.“ Vordergründig wurde das geplante Verbot aber nicht mit den bekanntgewordenen Todesfällen begründet, sondern mit dem zunehmenden Konsum durch Minderjährige. First Lady Melania Trump hatte bereits vor einigen Tagen ihre Sorge über den Konsum von E-Zigaretten von Kindern geäußert und auf Twitter von einer „wachsenden Epidemie“ gesprochen.

Minister Azar beklagte, dass immer mehr Schulkinder E-Zigaretten rauchten, die nach Mint, Früchten, Alkohol oder Kaugummi schmeckten. Liquids, die nach Tabak schmecken, seien von der geplanten Regelung ausgenommen, weil Erwachsene die E-Zigaretten „brauchen könnten, um mit dem Rauchen von Zigaretten oder Zigarren aufzuhören“, sagte Azar. Sollte sich aber herausstellen, dass Minderjährige auf Produkte mit Tabakgeschmack umsteigen, seien weitere Maßnahmen denkbar.

Im Zusammenhang mit den Todesfällen hatten die Behörden alle Nutzer von E-Zigaretten vor deren Gebrauch wegen möglicher Lungenschäden gewarnt. Neben den sechs bekannten Toten wurden der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge rund 450 mögliche Erkrankungen in 33 Bundesstaaten gemeldet.

E-Zigaretten: US-Mediziner rätseln nach erneuten Todesfällen weiter über Ursache der „Vaping Illness“

Chicago – In den USA ist die Zahl der jungen Menschen, die nach der Anwendung von E-Zigaretten eine lebensgefährliche Lungenerkrankung entwickelten, weiter gestiegen. Die im New England Journal of Medicine (2019; doi: 10.1056/NEJMoa1911614, NEJMoa191238, NEJMoa1911614) vorgestellten Befunde zeigen, dass die Patienten an einer Lipidpneumonie erkrankt sind. Allergien und Infektionen konnten

Meldungen über ungeklärte Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, hatten sich in den USA in den vergangenen Monaten gehäuft. Die Ursache dafür ist aber noch nicht geklärt. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

In Deutschland oder Europa ist bislang kein ähnlicher Anstieg solcher Fälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken. © dpa/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Dienstag, 17. September 2019, 00:37

... 6 Monate GEFÄNGNIS für den Besitz von 4 E-Zigaretten-Pods!?!

Nach einem aktuellen Bericht (1) drohen Besitzern von 4 und mehr "Aroma-Nikotin-Pods" (wohl außer Tabakaromen, die übrigens die komplexesten Aromagemische sind) in Michigan bald bis zu 6 Monate Gefängnis.
Ähnlich wird aus NY ein "Notfall-Verbot" berichtet (2).

Nun wurde die aktuelle Welle an Lungenkrankheiten offensichtlich einzig und allein durch "E-Joints" (Öl-haltige Cannabis-Produkte) ausgelöst. Auch epidemiologisch und nach der Vernunft ist ein Zusammenhang mit E-Zigaretten völlig ausgeschlossen (3). Man wertet also simple "Nahrungsmittel" (Aromastoffe) als GEFÄHRLICHER im Vergleich zu BETÄUBUNGSMITTELN (resp. deren Additiva). Verkehrte Welt, oder etwa nicht?

Diese Aktionen helfen somit auch der Sache nach in keiner Weise weiter, da die Inhalation der (für eine LIPID-Pneumonie logischerweise) ursächlichen, ölhaltigen Produkte dadurch nicht einmal ansatzweise tangiert wird. E-Joints werden hierzu nicht einmal ERWÄHNT! Mit gesundheitsbezogenen Aspekten können diese hysterischen Übersprungshandlungen folglich nichts zu tun haben.

Bemerkenswert ist auch die INVERSE Korrelation zwischen E-Zigaretten und Tabakzigaretten (4, 5), was nach der Vernunft und gängigen epidemiologischen Kriterien eine "Gateway-Hypothese" – vorsichtig formuliert – nicht unterstützt: der Grundsatz "post hoc - ergo propter hoc" würde ja – nähme man ihn wörtlich – gerade das genaue GEGENTEIL belegen. Hüben wie drüben gilt: je mehr (auch und gerade junge) Menschen "dampfen", desto weniger "rauchen". GERADE auf Aromen BERUHT aber doch (offensichtlich) ein wesentlicher Vorteil von E-Zigaretten: wer bitte (ob jung oder alt!) tut sich denn den beißenden Geschmack von Zigaretten an, wenn er stattdessen wohlschmeckende "Aromen" haben kann?

Haben wir denn gar nichts gelernt? Die "Prohibition" machte vor allem "Fusel und Mafia" groß. Gott verhüte, dass diese völlig durchgeknallten Ideen im zivilisierten Abendland Fuß fassen.

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg

Referenzen (Zugriff 16.09.2019)
(1) https://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/under-michigans-new-e-cigarette-flavor.html
(2) https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/new-york-verhaengt-notfall-verbot-gegen-e-zigaretten-16386452.html
(3) http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019/274-us-lung
(4) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/105949/Junge-Menschen-in-Deutschland-konsumieren-haeufiger-E-Zigaretten
(5) https://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/e-cigarettes-are-gateway-to-smoking-so.html
Avatar #715180
DrSchnitzler
am Freitag, 13. September 2019, 14:14

... Prof. Michael Siegel zu den geplanten Maßnahmen:

(Quelle: https://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/09/tobacco-financial-analysts-flavored-e.html; Zugriff 13.09.2019; sinngemäß)

»Tabak-Finanzanalysten: Das Verbot aromatisierter E-Zigaretten wird den Zigarettenabsatz erheblich steigern

In erster Linie aufgrund der Tatsache, dass die CDC die Tatsache verheimlicht, dass die überwiegende Mehrheit, wenn nicht alle Fälle von "Vaping-assoziierter Lungenerkrankung (VAPI)" höchstwahrscheinlich durch das Verdampfen von Marihuana verursacht werden, nicht durch E-Zigaretten, sind die Trump Administration und die FDA bereit, alle aromatisierten E-Zigaretten zu verbieten.

Das macht offensichtlich überhaupt keinen Sinn.

Die Logik ist im Grunde: Produkt X verursacht einen schweren Krankheitsausbruch. Produkt Y nicht. Also werden wir sofort Produkt Y verbieten.

Die CDC ist noch einen Schritt weiter gegangen. Sie warnen die Öffentlichkeit im Wesentlichen davor, "Produkte" zu verwenden, anstatt ihnen mitzuteilen, dass sie Produkt X nicht verwenden.

Ich habe argumentiert, dass ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten Massen von Ex-Rauchern dazu bringen würde, wieder zu rauchen. Diese Prognose scheint nun von einer Reihe von Tabak-Finanzanalysten bestätigt zu werden, die die Anleger warnen, dass ein solches Verbot den Verkauf von Zigaretten erheblich ankurbeln und den E-Zigaretten-Markt, der sich im vergangenen Jahr fast verdoppelt hat, dezimieren würde. Es wird vorausgesagt, dass fast alle Rückgänge des Dampfens zu einem Anstieg des Zigarettenrauchens führen werden.

Der Rest der Geschichte

Dies könnte der beste Beweis dafür sein, dass das Verbot von E-Zigaretten mit Geschmack durch die FDA zu einem erheblichen Anstieg der rauchbedingten Morbidität und Mortalität führen wird.

Es besteht kein Zweifel daran, dass ein direkter Zusammenhang zwischen dem Zigarettenkonsum in den USA und der Anzahl der durch Rauchen verursachten Todesfälle besteht. Wenn der Zigarettenkonsum steigt, steigt auch die Zahl der Todesfälle.

Der Rest der Geschichte ist, dass die Gesundheitsgruppen, die ein Verbot von aromatisierten E-Zigaretten fordern, auch einen dramatischen Anstieg der Raucherquoten und der Zahl der durch Rauchen verursachten Todesfälle fordern.«

Es ist mMn erschütternd, dass sich Ärzte gegen Gesundheitsbehörden wenden müssen, um die Gesundheit von Teilen der Bevölkerung zu schützen.

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER