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CRP-Schnelltest reduziert Einsatz von Antibiotika

Donnerstag, 12. September 2019

Andrew Brookes - picture-alliance

Magdeburg – Patienten wird deutlich seltener ein Antibiotikum verordnet, wenn bei ihnen per Schnelltest nach einer bakteriellen Ursache für den Infekt gesucht worden ist. Zu die­sem Ergebnis ist die AOK Sachsen-Anhalt gekommen.

Rund 30.000-mal sei der Schnelltest seit März 2018 bei ihren Versicherten eingesetzt wor­den. Danach hätten die Ärzte bei mehr als 40 Prozent der Getesteten auf eine mögliche Antibiotikaverordnung verzichtet. Im gleichen Zeitraum sei mehr als 500.000-mal ein Anti­biotikum verordnet worden.

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Für den CRP-Schnelltest sind den Angaben zufolge ein paar Tropfen Blut notwendig. Nach wenigen Minuten erhält der Arzt den Hinweis, ob der Infekt bakteriell verursacht sein könnte. Die AOK appellierte an alle Ärzte, häufiger von dem Test Gebrauch zu machen.

Grundsätzlich stehe Sachsen-Anhalt mit 386 Verordnungen je 1.000 Versicherten pro Jahr im bundesweiten Vergleich gut da. Zwischen 2010 und 2018 habe es einen Rückgang um 25 Prozent gegeben.

In Sachsen-Anhalt erhalten Haus- und Fachärzte seit März 2018 zusätzliches Geld, wenn sie bei Versicherten der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK gesund plus einen Schnelltest auf das C-reaktive Protein (CRP) einsetzen.

Ziel des Projekts, das die beiden Kassen mit Unterstützung der Kassenärztlichen Vereini­gung (KV) Sachsen-Anhalt und dem Landeshausärzteverband im Rahmen des dortigen Hausarztvertrages angegangen sind, ist es, die Diagnose für die Verordnung von Antibi­otika zu verbessern.

Diese Leistungen seien „nicht in einer Gebührenposition“ des Einheitlichen Bewertungs­maßstabs (EBM) abgebildet und daher nicht mit den bestehenden EBM-Ziffern für die Abrechnung der CRP-Tests vergleichbar, hieß es damals.

Der Hausärzteverband Sachsen-Anhalt betonte damals, CRP als Laborleistung könne bis­lang von den Haus- und Fachärzten über den EBM abgerechnet werden. „Für den Schnell­test war dies bislang nicht einmal für die Teststreifen kostendeckend“, erklärte der 1. stellvertretende Vorsitzende Holger Fischer.

Er führte aus, die Vergütung der AOK Sachsen-Anhalt und der IKK gesund plus für den Schnelltest sei nicht nur kostendeckend für die Testmaterialien. Vielmehr würden auch der technische Aufwand und die Information der Patienten finanziert. © dpa/may/aerzteblatt.de

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