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Ärzteschaft

Mediziner beklagen „weiße Flecken“ bei Palliativversorgung

Freitag, 13. September 2019

/dpa

Berlin – Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Lukas Rad­bruch, sieht weiter „weiße Flecken auf der Landkarte der Palliativversorgung“. In länd­li­chen Gebieten sei der Weg zum nächsten Team für spezialisierte ambulante Palliativver­sorgung oder zu einer entsprechend qualifizierten Einrichtung oft viel zu weit, sagte er gestern Abend bei einem Festakt zum 25-jährigen Bestehen der DGP.

Nach wie vor stünden vor allem Patienten mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung im Fokus der Palliativversorgung; Patienten mit chronischen Herz-, Lungen-, Nieren- oder neurologischen Erkrankungen bedürften ihrer aber genauso, erklärte der Mediziner. In Pflegeeinrichtungen fänden die Bewohner häufig noch keinen Zugang zu einer ange­messe­nen Hospiz- und Palliativversorgung.

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Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Krebshilfe, Gerd Nettekoven, bezeichnete die Gründung der DGP am 2. Juli 1994 als Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Ver­sorgung sterbenskranker Menschen in Deutschland. Die Palliativmedizin sei heute ein unverzichtbarer Teil des Versorgungssystems, wenngleich nach wie vor noch Verbesse­rungs­bedarf bestehe.

Die DGP zählt nach eigenen Angaben derzeit über 6.000 Mitglieder aus Medizin, Pflege und weiteren an der Palliativversorgung beteiligten Berufsgruppen. Sie setzt sich dafür ein, schwerkranken und sterbenden Menschen den Zugang zu einer qualitativ hochwer­ti­gen Palliativ- und Hospizversorgung zu öffnen.

Nach Angaben des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes gibt es derzeit in Deutsch­land rund 1.500 ambulante Hospizdienste, 230 stationäre Hospize für Erwachsene sowie 17 stationäre Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene.

Darüber hinaus bestehen rund 330 Palliativstationen in Krankenhäusern und 326 Teams der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Zudem engagieren sich Zehntau­sende Ehrenamtliche in Hospizgruppen für sterbenskranke Menschen. © kna/aerzteblatt.de

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