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Nichtinvasive molekular­genetische Tests werden offenbar Leistung der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung

Freitag, 13. September 2019

/StudioLaMagica, stockadobecom

Berlin – Die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) wird künftig voraussichtlich die Kos­ten nichtinvasiver moleku­lar­­genetischer Tests (NIPT) zur Bestimmung des Risikos autoso­maler Trisomien 13, 18 und 21 bei Risiko­schwangerschaften bezahlen.

Darauf haben sich die Mitglieder des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) geeinigt, wie der Spiegel berichtet. Die Kosten sollten nur bei „besonderen Risiken oder zur Abklärung von Auf­fällig­keiten“ übernommen werden. Ein flächendeckendes Screening soll es nicht geben.

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Das Magazin beruft sich dabei auf Angaben aus dem Umfeld des Gremiums. Endgültig soll die Entscheidung auf einer Sitzung am kommenden Donnerstag fallen. Außerdem muss das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium noch zustimmen. In Kraft treten würde die neue Regelung erst 2021 – bis dahin müssen noch Informationen für die Versicherten formu­liert werden.

Bei den seit 2012 in Deutschland verkauften Tests werden Erbgutschnipsel des Kindes aus dem Blut der Schwangeren isoliert und auf Gendefekte untersucht. Der Test ist risiko­ärmer als die bisher möglichen Fruchtwasseruntersuchungen oder Biopsien, bei denen es zu Fehlgeburten kommen kann. Der G-BA hat die Aufgabe, das Verfahren wissenschaft­lich-technisch zu überprüfen.

Der Bundestag hatte im Frühjahr über die ethischen Folgen einer möglichen Kostenüber­nahme der Kassen für den Bluttest debattiert. Kritiker warnen davor, dass eine bestän­di­ge Ausweitung der nichtinvasiven Pränataldiagnostik zu einer zunehmenden Diskriminie­rung von Menschen mit Behinderung führen könnte. © kna/may/aerzteblatt.de

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