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Millionenförderung für neues Leibniz-Zentrum in Jena

Freitag, 13. September 2019

/Leibnitz-IPHT

Jena – Zur Erforschung von Infektionskrankheiten soll in Jena ein neues Leibniz-Zentrum entstehen. Der Bund unterstützt das Projekt in den kommenden 15 Jahren mit 150 Millio­nen Euro, wie ein Sprecher des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien heute sagte.

Am neuen Leibniz-Zentrum für Photonik in der Infektionsforschung (LPI) sollen Wissen­schaftler mithilfe photonischer Technologien Infektionen erforschen und Therapien ent­wickeln. Es sollen mehr als 60 neue Arbeitsplätze in Jena entstehen. Geplant ist nach Informationen des LPI, dass in etwa fünf Jahren für rund 35 Millionen Euro ein neues Gebäude auf dem Gelände des Universitätsklinikums Jena entsteht.

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„Der Ansatz ist, dass wir eine Technologieplattform in einem klinischen Umfeld zur Ver­fügung stellen, diese können Nutzer für ihre Projekte verwenden“, sagte der Sprecher. Naturwissenschaftler, Technologieentwickler, Mediziner und Medizintechnikhersteller sollen dort zusammenarbeiten.

Das neue Forschungszentrum entspringe einem dringenden medizinischen Bedarf, sagte Michael Bauer, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universi­tätsklinikum Jena. „Bisherige Standard-Diagnoseverfahren liefern zwar zuverlässige Ergebnisse, doch häufig müssen Mediziner zu lang warten, etwa bis sie wissen, welches Bakterium eine Infektion auslöst und welche Medikamente dagegen wirken.“

Infektionskrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit und stellen auch in Industrienationen eine wachsende Bedrohung dar, wie das LPI betonte. Weil immer mehr Erreger Resistenzen gegen verfügbare Antibiotika entwickeln, könnte demnach auch von Krankheiten, die heute gut zu behandeln sind, in naher Zukunft wieder eine tödliche Gefahr ausgehen. Photonische Technologien könnten daher für schnelle Diagno­severfahren im Kampf gegen Infektionen genutzt werden, teilte der Sprecher der Leibniz-Gemeinschaft mit.

Thüringens Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) gratulierte heute den betei­ligten Wissenschaftlern per Mitteilung. Das Land werde auch seine eigenen Möglichkei­ten nutzen, um das LPI zu einem europaweit einmaligen Forschungszentrum zu entwi­ckeln, teilte der Minister mit. © dpa/aerzteblatt.de

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