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Medizin

Karzinogen in Magensäureblocker mit Ranitidin gefunden

Montag, 16. September 2019

/RGtimeline, stockadobcom

Amsterdam – Nachdem der Nachweis der krebserregenden Substanz NDMA im letzten Jahr zum Rückruf von Hochdruckmedikamenten mit dem Wirkstoff Valsartan und anderen „Sartanen“ geführt hat, sind jetzt offenbar Spuren von NDMA auch in Präparaten mit dem Wirkstoff Ranitidin nachgewiesen worden, wie die europäische Arzneimittel-Agentur EMA und die US-amerikanische Food and Drug Administration mitteilen.

Das Nitrosamin NDMA (N-Nitrosodimethylamin) gehört zu den Substanzen, die in Tier­versuchen Krebs auslösen können. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft es als wahrscheinliches Karzinogen (Gruppe 2A) ein. Grundlage der Kanzerogenität ist die Bildung von DNA-Addukten, die durch ein Stoffwechselprodukt von NDMA ausgelöst wird. NDMA ist außerdem genotoxisch.

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NDMA kommt in einigen Lebensmitteln (Fleisch, Milchprodukte und Gemüse) und im Leitungswasser vor. In sehr geringen Mengen ist es vermutlich nicht schädlich. Die Standards für Medikamente sind jedoch sehr hoch. Sie sollten nur Wirkstoffe und Hilfsstoffe enthalten.

Im letzten Jahr wurde NDMA in Valsartan und später auch in anderen „Sartanen“ nachgewiesen. Die Spur ließ sich zu einem chinesischen Hersteller (Zhejiang Huahai) zurückverfolgen. Dort soll es produktionsbedingt zu Verunreinigungen gekommen sein.

Ranitidin ist weder chemisch noch pharmakologisch mit den Sartanen verwandt. Sartane werden als Antagonisten am Angiotensin-II-Rezeptor (Subtyp 1) zur Behandlung von Hypertonie und Herzerkrankungen eingesetzt. Ranitidin ist ein Antagonist am Histamin H2-Rezeptor. Es vermindert die Produktion von Salzsäure im Magen, wirkt hier allerdings schwächer als die Protonenpumpen-Inhibitoren, die H2-Blocker zur Behandlung von gastroduodenalen Ulzera in den Hintergrund gedrängt haben. Ranitidin ist jedoch in Apotheken rezeptfrei als Mittel gegen Sodbrennen erhältlich.

Wie hoch die NDMA-Konzentrationen in Ranitidin-Präparaten sind und ob sie ein gesundheitliches Risiko bedeuten, ist nicht bekannt. Die Frage ist derzeit Gegenstand einer Sicherheitsprüfung von EMA und FDA. Patienten, die Fragen zu ihrer aktuellen Behandlung haben, wird geraten, sich an ihren Arzt oder Apotheker zu wenden. Es gebe mehrere andere Arzneimittel, die für die gleichen Erkrankungen wie Ranitidin zugelassen sind und alternativ angewendet werden könnten, heißt es in der Pressemitteilung der EMA. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Samstag, 5. Oktober 2019, 08:10

Da gibt es weit mehr

Karzinogenes auf dem Markt: http://members.chello.at/meinewebseite/Nebenwirkungen.JPG In anderen Worten: Nicht nur Glyphosat ist kanzerogen.
Avatar #787862
info@lightlab.de
am Mittwoch, 18. September 2019, 17:05

Verdummung

Die Aussagen, dass Nitrosamine nur im Tierversuch als krebserregend bewiesen sei ist eine Vollverarsche der Bevölkerung.
Druckrey, Preussmann et al haben in den 1960er Jahren bereits nachgewiesen, dass Bethel Nitrosamine enthält, die zu Kehlkropfkrebs führen.
Avatar #79783
Practicus
am Dienstag, 17. September 2019, 20:41

NDMA

war lange Zeit in relevanten Mengen in Bier und Whisky enthalten, noch heute sind bis zu 0.25µ/kg ein normaler Befund
Also nicht übertreiben bitte - das Risiko für die Arzneimittelanwender ist überschaubar!
Avatar #778412
Existencia
am Montag, 16. September 2019, 20:14

Pharmaindustrie und Politiker nur noch Verbrecher?

Wie kann es sein, dass in unserem Land Medikamente zugelassen werden, die Millionenfach Tote produzieren können während gleichzeitig heimlich durch die Pharma und laut von Pharmazäpfchen (Politiker und Ärzte genannt) massiv versucht wird Alternative Medizin zu verbieten?
Avatar #735550
rp__bt
am Montag, 16. September 2019, 18:43

1. Wer nimmt noch Ranitidin?

Das habe ich seit 20 Jahren nicht angeordnet.
2. Da müssen wir vielleicht doch mal wieder etwas in Deutschland erzeugen. Früher waren die Deutschen darin am besten weltweit...
LNS

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