NewsVermischtesSorge vor ungeordnetem Brexit: Merck stockt Arzneimittellager auf
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Sorge vor ungeordnetem Brexit: Merck stockt Arzneimittellager auf

Montag, 16. September 2019

/dpa

Darmstadt – Der Chemie- und Pharmakonzern Merck rüstet sich für einen ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens. „Wir haben unsere lokalen Arzneilager für den Fall eines unge­ordneten Brexits aufgestockt“, sagte Merck-Chef Stefan Oschmann in Darmstadt. Im Tagesgeschäft zeigte er sich derweil trotz Handelskonflikten zuversichtlich – er setzt auf neuen Schwung bei Merck auch durch Übernahmen in den USA.

Pro Monat würden 45 Millionen Packungen Medikamente aus Großbritannien in die EU ge­­bracht, 35 Millionen gingen umgekehrt auf die Insel, erklärte Oschmann, der in den vergangenen beiden Jahren dem europäischen Pharmaverband EFPIA vorstand. „Es wäre nicht auszudenken, wenn es zu langwierigen Grenzkontrollen käme und Patienten wichti­ge Medikamente fehlten.“

Anzeige

Das Schreckensszenario eines ungeordneten Brexits ist aus Oschmanns Sicht wahrschein­li­­cher geworden. „Die Stimmen in Großbritannien, die nach einem Brexit um jeden Preis rufen, nehmen zu – selbst wenn das dem Land schaden würde“, sagte Oschmann wenige Wochen vor dem geplanten Austrittsdatum am 31. Oktober. Merck bereite sich aber schon seit drei Jahren auf den Brexit vor.

In Großbritannien kam es zuletzt zu einem Machtkampf zwischen Regierung und dem Parlament. Dort hat Premierminister Boris Johnson die Parlamentarier in die Zwangs­pau­se geschickt. Die Opposition aber hat Johnson mit einem neuen Gesetz gezwungen, eine Brexit-Verschiebung zu beantragen, falls es zum Austrittsdatum kein Abkommen mit der EU gibt. Das wiederum lehnt Johnson strikt ab.

Bei einem Brexit ohne Abkommen mit Brüssel ist die Versorgung mit Arzneimitteln in Großbritannien eine der großen Sorgen. Während das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium keine Hinweise auf Medikamenten-Engpässe in Deutschland sieht, gab es in Großbritann­ien wiederholt Warnungen davor – zuletzt in internen „Yellowhammer“-Dokumenten der Regierung in London. Das Vereinigte Königreich ist einer der größten Abnehmer deutsch­er Arzneimittel. Der Pharmahandel mit der EU ist 2018 laut dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) bereits eingebrochen.

Auch bei der europäischen Arzneikontrolle und -zulassung, die bisher in Großbritannien verankert war, sorgt der Brexit für Turbulenzen. „Die Briten werden bestehende Arznei­mittelzulassungen für die EU nicht infrage stellen“, glaubt Oschmann. Wie es bei künfti­gen Bewilligungen aussehe, hänge aber von der Art des Brexit ab. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

29. Oktober 2020
New York – Das zur Behandlung von Coronapatienten genutzte antivirale Medikament Remdesivir hat den Umsatz des US-Pharmaunternehmens Gilead im dritten Quartal um fast 900 Millionen Dollar (766
Remdesivir sorgt für Umsatzsteigerung bei Gilead
28. Oktober 2020
Exeter – Die Sterberate von Patienten, die mit schweren Verläufen von COVID-19 im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist seit der ersten Welle der Pandemie gesunken. Dies ist nach einer Analyse aus
Sterberate an COVID-19 altersbereinigt leicht gesunken
27. Oktober 2020
London – Der Anteil der Erwachsenen, die in einem Antikörperschnelltest positiv auf SARS-CoV-2 reagierten, war in drei Querschnittstudien, die 3 bis 6 Monate nach der ersten COVID-19-Welle in England
Schneller Rückgang der Seroprävalenz nach erster COVID-19-Welle in England
26. Oktober 2020
Leverkusen – Bayer verstärkt sich auf dem wachsenden Markt für Gentherapien und kauft das US-Pharmaunternehmen Asklepios BioPharmaceutical (AskBio). Wie Bayer heute ankündigte, zahlt der Leverkusener
Bayer kauft US-Biotech-Firma Asklepios BioPharmaceutical
21. Oktober 2020
London – In Großbritannien sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 21.000 Coronaneuinfektionen registriert worden. Damit steigt die Gesamtzahl der Ansteckungen nach Regierungsangaben von gestern auf
Mehr als 21.000 neue Coronainfektionen in Großbritannien
19. Oktober 2020
London – Drohnen sollen künftig Coronatests und Schutzausrüstungen zwischen Krankenhäusern in Großbritannien liefern. Das Projekt „Apian“ habe dafür die Genehmigung der britischen Raumfahrtbehörde
Drohnen sollen Kliniken in Großbritannien mit Coronatests versorgen
16. Oktober 2020
Brüssel − Das US-Pharmaunternehmen Pfizer könnte eigenen Angaben zufolge im November in den USA eine Notfallzulassung seines Coronaimpfstoffes beantragen. Die Voraussetzung sei, dass die Daten
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER