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Medizin

Die meisten Erwachsenen in den USA kennen die Auswirkungen einer HPV-Infektion nicht

Dienstag, 17. September 2019

Elektronenmikroskopische Aufnahme von humanen Papillomaviren. /dpa
Das menschliche Papillomavirus ist die häufigste sexuell übertragbare Infektion. /dpa

Houston – Mehr als 70 % der US-Erwachsenen sind sich nicht bewusst, dass das humane Papillomavirus (HPV) Anal-, Penis- und Mundkrebs verursacht. Das zeigt eine Auswertung von 2.564 Männer und 3.697 Frauen, die an der Health Information National Trend Survey teilgenommen haben. Die Studie der University of Texas Health Science Center in Houston (UTHealth) wurde in JAMA Pediatrics veröffentlicht (2019; doi: 10.1001).

Männer wussten seltener als Frauen, dass das Virus ein Krebsrisiko birgt. 2 von 3 Männern und eine von 3 Frauen im Alter von 18-26 Jahren war nicht bekannt, dass HPV Gebärmutter­halskrebs verursacht. In dieser Altersgruppe konnten zudem mehr als 80 % der Männer und 75 % der Frauen keine korrekten Angaben zu anderen HPV-verursachten Krebsarten wie Mund-, Anal- und Peniskrebs machen. Unter den amerikanischen Erwachsenen jeden Alters war das Unwissen nur geringfügig seltener (70 %).

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Die Analyse zeigte auch, dass Menschen oder deren Familienangehörige, die für eine Impfung in Frage kamen, nur selten geimpft waren: 19 % der Männer und 31,5 % der Frauen erhielten eine Empfehlung für den Impfstoff von einem Gesundheitsdienstleister. Nach Angaben des U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) aus dem Jahr 2018 wurden 51 % derjenigen in den empfohlenen Altersgruppen geimpft.

Die KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts ermittelte zwischen 2014 und 2017 in Deutschland eine Impfquote unter 50 % bei Mädchen. Eine Auswertung von ambulanten Abrechnungsdaten der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung aus dem Jahr 2015 zeigte bei 15-jährigen Mädchen eine Impfquote von 31 %.

In den Vereinigten Staaten könnte der Mangel an Wissen zu niedrigen HPV-Impfraten beigetragen haben, befürchtet Ashish A. Deshmukh, Assistenzprofessor an der UTHealth School of Public Health. „Das niedrige Niveau des HPV-Wissens in den älteren Alters­gruppen ist besonders beunruhigend“, sagt Kalyani Sonawane, Co-Leiter der Studie. Denn diese Personen seien potenzielle Eltern von Kindern, für die eine HPV-Impfung relevant wird.

Zudem kritisiert Deshmukh, dass HPV-Impfkampagnen sich stark auf die Prävention von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen konzentrieren würden. Dabei sei die Rate von Gebär­mutterhalskrebs in den vergangenen 15 bis 20 Jahren aufgrund des Screenings gesunken. „Auf der anderen Seite gab es einen Anstieg der oropharyngealen Krebsraten bei Männern um mehr als 200 % und einen Anstieg der Analkrebsraten bei Frauen um fast 150 %.“ © gie/aerzteblatt.de

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