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Politik

Evidenzbasierte Bewertung von Therapieansätzen für Patientensicherheit wichtig

Montag, 16. September 2019

/rogerphoto, stockadobecom

Berlin/Genf – Evidenzbasierte Bewertungen neuer Therapieansätze sind eine Grundlage für die Patientensicherheit. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) anlässlich des morgigen internationalen Tag der Patientensicherheit betont.

Dem G-BA falle die „unverzichtbare Aufgabe zu, neue Therapieansätze vor der Einführung in die Regelversorgung auf Basis von evidenzbasierten Kriterien auf ihre Sicherheit und auf ein positives Schaden-Nutzen-Verhältnis hin zu überprüfen“, sagte der unparteiischer Vorsitzender des G-BA,  Josef Hecken.

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Das müsse auf Basis von nachvollziehbaren evi­denz­­basierten Kriterien passieren und zum Wohl der Patienten frei von interessenge­lei­teten Entscheidungen sein.

Der G-BA verfolge bei seiner Arbeit das Ziel, ein bundesweit flächendeckendes, gutes Qua­litätsniveau zu etablieren, das allen Patienten die Sicherheit einer Behandlung auf hohem qualitativem Niveau gewährleiste, betonte er. Hecken kritisierte, trotzdem steige die Zahl der Medikamente und neuartigen Therapien, die ohne gesicherte Nachweise in den Verkehr gebracht würden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies darauf hin, dass Behandlungsfehler welt­weit sehr häufig sind. „Jede Minute sterben fünf Menschen wegen fehlerhafter Behand­lung“, sagte der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Weltweit erlitten 40 Prozent der Patienten bei ambulanten Behandlungen Schäden, im Krankenhaus seien es zehn Prozent, so die WHO. In den rund 150 Ländern mit niederen und mittleren Einkommen kämen nach Schätzungen 2,6 Millionen Menschen im Jahr durch fehlerhafte medizinische Behandlung ums Leben.

Die Bandbreite der Fehler ist laut WHO groß: Manche Patienten erhielten eine falsche Diagnose oder falsche Medikamente, sie würden falsch bestrahlt oder infizierten sich während der Behandlung. Auch Amputationen falscher Gliedmaßen oder Hirnoperationen auf der falschen Seite des Kopfes kämen vor. „Es ist ein globales Problem“, sagte die WHO-Beauftragte Neelam Dhingra-Kumar.

Am 17. September findet erstmals der „Welttag der Patientensicherheit“ statt. Damit will die WHO auf das Thema aufmerksam machen. In vielen Ländern würden Wahrzeichen in orange angestrahlt, darunter die Pyramiden in Ägypten und die Wasserfontäne in Genf. Deutschland gehe wie einige andere Länder mit gutem Beispiel voran, um Fehler so weit wie möglich zu vermeiden, lobte die WHO. © hil/dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 17. September 2019, 12:59

Was erhöht die Patientensicherheit?

Was können Ärzte selbst zur Verbesserung der Patientensicherheit beitragen?

Am heutigen 1. „Welttag der Patientensicherheit“ am 17. September hat die WHO eine hohe Zahl von Behandlungsfehlern beklagt. Millionen Menschen kämen dadurch jedes Jahr zu Schaden, so die WHO in Genf/CH.

M. E. werden dazu folgende Anforderungen in "Gesundheits"-Bürokratie und - Politik, Medien bzw. Öffentlichkeit zu wenig berücksichtigt:

- Ausreichend Zugangsmöglichkeiten für Patientinnen und Patienten,
- Zeit für Arzt und Patient,
- geeignete Räumlichkeiten,
- niedrig-schwellige Beratung und Untersuchung,
- Diagnostik-, Therapie- und Hilfsangebote,
- keine Ablenkung durch Barrieren, Bürokratie,
- keine störenden EDV-, Kostenübernahme- und Verwaltungsvorschriften,
- Zuwendung/Empathie,
- medizinisch-ärztliche Fachkompetenz,
- Kompetenz des Assistenzpersonals,
- professionelle Erfahrung,
- Ausgeruhtheit, ggf. psychotherapeutisch "frei schwebende Aufmerksamkeit",
- angemessene Vergütung

Nur so kann die Patientensicherheit in allen Bereichen und von allen Akteuren der Versorgung im Auge behalten werden. Somit sind nicht nur die evidenzbasierten Bewertungen neuer Therapieansätze Grundlage für die Patientensicherheit, wie der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) anlässlich des heutigen internationalen Tags der Patientensicherheit betont.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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