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Ausland

Anwälte und Ärzte protestieren gegen französische Rentenreform

Montag, 16. September 2019

/picture alliance, ZUMA Press

Paris – Ein breites Bündnis aus Anwälten, medizinischen Fachkräften und Mitarbeitern der Luftfahrtindustrie hat in Frankreich gegen die Rentenreformpläne der Regierung de­monstriert. Heute Mittag versammelten sich Hunderte Anwälte, Ärzte, Krankenpfleger, Stewar­dessen und Piloten im Zentrum von Paris.

Sie wehren sich gegen eine Vereinheitlichung des Rentensystems, die ihrer Ansicht nach zu großen finanziellen Nachteilen führen wür­de. Für viele Berufsgruppen gibt es in Frank­reich Sonderregelungen – diese sollen künf­tig wegfallen. Das betrifft besonders Angehörige freier Berufe, Beamte und Ange­stellte von Verkehrsbetrieben.

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„Zum ersten Mal in der Sozialgeschichte dieses Landes werden Anwälte, Angehörige des Gesundheitswesens und Mitarbeiter des Luftverkehrs zusammenmarschieren“, heißt es in einem Brief vom Kollektiv SOS Retraite, der im Le Journal du Dimanche veröffent­licht wurde.

Das Kollektiv hat sich extra gegründet, um gemeinsam gegen die Reformpläne zu protes­tieren. Die Berufsgruppen seien zwar sehr unterschiedlich, hätten aber gemeinsam, dass es für sie seit der Gründung der allgemeinen Rentenversicherung ein eigenständiges Sys­tem gibt. „Wir schützen unsere Klienten und Patienten. Wir erwarten den gleichen Schutz von der Regierung.“

Heute legten zahlreiche Anwälte ihre Arbeit nieder, wie Franceinfo berichtete. Auf dem Place de l'Opéra im Zentrum der französischen Hauptstadt versammelten sich Hunderte Anwältinnen in ihren Roben, auch Krankenpflegerinnen und Piloten waren zu sehen.

Frankreichs Regierung will mit der großen und politisch heiklen Rentenreform die Zer­splitterung in Einzelsysteme für bestimmte Berufsgruppen beenden. Arbeitnehmer sollen auch dazu gebracht werden, länger zu arbeiten. Das Projekt gilt als wichtigste Sozialre­form in der noch bis 2022 dauernden Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron. © dpa/aerzteblatt.de

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