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Medizin

Pubertät und Wechseljahre könnten Risiko für Diabetes Typ 2 beeinflussen

Donnerstag, 19. September 2019

Ärztin erklärt einer Patientin den Menstruationszyklus. /Photographee.eu, AdobeStock.com
Unabhängig von bekannten Risikofaktoren, könnte eine längere Exposition gegenüber Sexualhormonen vor allem im fortgeschrittenen Alter das Risiko eines Typ-2-Diabetes verringern. Die Länge des Menstruationszyklus und die Zahl der lebenslangen Zyklen spielt dabei eine Rolle. /Photographee.eu, AdobeStock.com

Bobigny – Neue Forschungsergebnisse, die auf der diesjährigen Jahrestagung der Euro­pean Association for the Study of Diabetes (EASD) in Barcelona vorgestellt wurden, zei­gen, dass die Verhütungspille und eine längere Menstruationszyklusdauer mit einem höheren Risiko für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes (T2D) verbunden sind. Hingegen standen eine späte Pubertät und späte Wechseljahre mit einem niedrigeren Risiko in Zusammenhang.

Ziel der Studie, die in Diabetologia publizierten werden soll, war es, die Auswirkung hormoneller Faktoren auf das Risiko für T2D zu bestimmen. Dafür werteten die Forscher um Sopio Tatulashvili vom Avicenne Hospital in Bobigny Daten von 83.799 französischen Frauen aus der prospektiven E3N-Kohortenstudie aus.

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Jugendliche, bei denen die Pubertät erst in einem Alter über 14 Jahren eintrat, hatten ein um 12 % reduziertes T2D-Risiko gegenüber jenen, die jünger als 12 Jahre bei Pubertäts­beginn waren. Ebenfalls Einfluss auf die Stoffwechselerkrankung hatte das Stillen. Frauen, die jemals gestillt wurden, reduzierten ihr T2D-Risiko um 10 % gegenüber jenen, die nie gestillt wurden.

Lange Hormonexposition wirkt sich positiv aus

Einen ausgeprägteren Zusammenhang beobachteten die Forscher bei den Wechseljahren. Ein höheres Alter in den Wechseljahren (52 Jahre und älter versus < 47 Jahre) reduzierte das Risiko sogar um 30 %. War die Gesamtzahl der Menstruationszyklen größer als 470 im Vergleich zu weniger als 390, sank das Risiko um 25 %.

Je später der Beginn der Wechseljahre, umso länger sind Frauen Sexualhormonen exponiert. Ein besonders langer Zeitraum zwischen Pubertät und Menopause ( >38 Jahre versus <31 Jahre) war mit einem um 34 % reduzierten Risiko für die Entwicklung von T2D verbunden.

Im Gegensatz dazu erhöhte die Einnahme der Verhütungspille das T2D-Risiko. Wer mindestens einmal im Leben die Pille nahm, hatte ein um 33 % höheres Risiko im Vergleich zu Frauen, die nie die Pille genommen hatten. Darüber hinaus konnten die Forscher einen Zusammenhang zur Länge der Menstruationszyklen feststellen: Das Risiko erhöhte sich um 23 %  bei mindestens 32 Tagen Zykluslänge gegenüber 24 Tagen und kürzer.

Alle Auswertungen wurden für bekannte Risikofaktoren bereinigt: Body-Mass-Index, Rauchen, Alter, körperliche Aktivität, sozioökonomischer Status, Bildungsniveau, T2D-Familiengeschichte Blutdruck. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #766388
dragoste_ura
am Freitag, 20. September 2019, 00:37

PCO

Es würde mich interessieren, was das für die Dauerbehandlung der PCO-Patientinnen bedeutet. Ohne Kontrazeptiva ist u. a. das T2D-Risiko erhöht. Daher werden Hormone im Langzeitzyklus eingenommen, die wiederum auch das T2D-Risiko negativ beeinflussen sollen (lt. dem Artikel). Wie könnten sich dann die Patientinnen am effektivsten davor schützen? Außerdem frage ich mich, wie aussagekräftig eine reine Auswertung der Daten ist... Es könnte immer einen Faktor geben, der außer Acht gelassen wurde...
Avatar #748578
Ferdinand Wolfbeißer
am Donnerstag, 19. September 2019, 19:25

Unbekanntes drittes Etwas?

Es heißt da, dass sich eine lange Hormonexposition positiv auswirke. Kann es denn nicht auch so sein, dass da noch etwas Drittes im Spiel ist, nämlich ein Faktor, der sowohl Diabetes II generiert als auch die Hormonexposition reduziert?
LNS

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