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Medizin

Krebs: Antibiotika können Checkpoint-In­hibitoren wirkungslos machen

Montag, 16. September 2019

/royaltystockphoto, stock.adobe.com

London – Eine vorangegangene Behandlung mit Breitbandantibiotika hat in einer Kohortenstudie in JAMA Oncology (2019; doi: 10.1001/jamaoncol.2019.2785) die Effektivität einer Krebsbehandlung mit Checkpoint-Inhibitoren deutlich verschlechtert.

Die Wirkung von Checkpoint-Inhibitoren, die die körpereigene Krebsabwehr aktivieren, ist derzeit nicht vorhersehbar. Bei einigen Patienten können sie Tumore, die auf Zytostatika nicht mehr reagieren, beseitigen. Bei anderen Patienten mit derselben Erkrankung bleiben sie völlig wirkungslos. Die Gründe für das sehr unterschiedliche Ansprechen sind nicht bekannt.

Seit einiger Zeit wird vermutet, dass die Zusammensetzung der Darmflora ein Einflussfaktor sein könnte. Die Annahme gründete sich zunächst auf tierexperimentelle Studien, die eigentlich klären sollten, warum es nach dem Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren häufig zu einer schweren Kolitis kommt. Die Nebenwirkung ließ sich durch Antibiotika zwar abschwächen, doch die Checkpoint-Inhibitoren verloren dadurch ihre Antikrebswirkung.

Spätere Untersuchungen zeigten, dass bei Krebspatienten ein hoher Anteil an „guten“ Darmbakterien (etwa Bifidobakterien, Akkermansia und Ruminococcus) mit einer guten Wirkung von Checkpoint-Inhibitoren einhergeht.

Onkologen am Imperial College London machten jetzt ebenfalls die Beobachtung, dass eine Vorbehandlung mit Antibiotika den Behandlungserfolg gefährden kann. An 2 Kliniken der Metropole waren 196 Patienten mit nichtkleinzelligem Lungenkrebs, Melanom oder anderen Tumorarten behandelt worden. Bei etwa der Hälfte der Patienten konnte das Krebswachstum gestoppt werden, bei einigen bildeten sich die Tumore sogar zurück.

Auf der Suche nach den Ursachen stießen die Mediziner auf frühere Antibiotikabehand­lungen. Die 29 Patienten, die zuvor Breitband-Antibiotika erhalten hatten, starben im Mittel innerhalb von 2 Monaten. Bei den Patienten, die in den Monaten zuvor keine Antibiotika erhalten hatten, betrug die mittlere Überlebenszeit 26 Monate. Auch 50 Monate nach der Behandlung waren noch mehr als 40 % der Patienten am Leben.

David Pinato und Mitarbeiter ermittelten für die Patienten mit früherer Antibiotika-Behandlung eine Hazard Ratio von 7,4, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 4,3 bis 12,9 hoch signifikant war. Welches Antibiotika eingesetzt wurde, spielte dabei keine Rolle.

Wenn die Patienten die Antibiotika erst nach dem Beginn der Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren erhalten hatten, hatte dies keine Auswirkungen auf die Überlebenszeiten (Hazard Ratio 0,9; 0,5 bis 1,4).

Der Einfluss der früheren Antibiotika-Behandlung war bei allen Krebsarten und unabhängig von der Krankheitslast und dem Allgemeinzustand der Patienten nachweisbar. Der Patho­mechanismus ist weiter unklar. Sollte die Zusammensetzung der Darmflora der entschei­dende Faktor sein, könnte eine Begleitbehandlung mit Probiotika möglicherweise die Wirkung der Therapie günstig beeinflussen. Dies müsste jedoch erst noch in klinischen Studien bewiesen werden. © rme/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #555822
j.g.
am Samstag, 28. September 2019, 22:40

konsequente Nicht-Recherche

seitens des Ärzteblattes!!
Avatar #114602
Brech
am Mittwoch, 18. September 2019, 20:19

Krebs, Antibiotika...

Welches Antibiotika steht hier zu lesen. Selbst im Ärzteblat!!!
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