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Politik

Krankenhäuser wünschen sich Zuschläge für ältere Patienten in der Notfallversorgung

Dienstag, 17. September 2019

/Mat Hayward, stockadobecom

Berlin – Ältere Notfallpatienten stellen Ärzteschaft und Pflegefachkräfte vor besondere Herausforderungen, denn sie unterscheiden sich in vielen Aspekten von jüngeren Pa­tien­ten. Darauf hat der Deutsche Evangelische Krankenhausverband (DEKV) hingewiesen. Der Verband fordert daher einen altersstratifizierten Zuschlag und Zusatzentgelte.

„Deutschland hat eine Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau, aber auch hier gibt es Patientengruppen, wie beispielsweise alte Notfallpatienten, die im Krankenhaus die be­sondere Aufmerksamkeit der Ärzteschaft und der Pflegenden brauchen“, sagte der DEKV-Vorsitzende Christoph Radbruch.

Laut dem Verband werden Patienten zwischen 65 und 70 Jahren bei der Triage, die be­stimmt wie dringend der Behandlungsbedarf ist, mit 51,8 Prozent deutlich häufiger in eine der drei höchsten Kategorien eingestuft als Patienten zwischen 16 und 64 Jahren (33,8 Prozent). Die älteren Patienten geben zudem häufiger unspezifische Symptome an, was den Bedarf an interdisziplinärer Diagnostik steigere.

„Nicht nur Erkrankungen äußern sich bei älteren Menschen oft atypisch. Hinzu kommt, dass mehr als ein Drittel der älteren Patienten akustische, visuelle und kognitive Ein­schränkungen aufweist“, berichtet der DEKV.

Dadurch würden wichtige Informationen zu Vorerkrankungen, Medikation oder auch Beschwerden wie Schmerzen oft nur eingeschränkt weitergegeben. Für Ärzteschaft und Pflegefachkräfte bedeute dies, dass alte Patienten bei der ärztlichen und pflegerischen Anamnese, der Erstuntersuchung und auch der Diagnostik besondere Aufmerksamkeit und mehr Zeit benötigten.

„Für ältere Patienten ist die Einlieferung und Behandlung in der Notaufnahme eine he­rausfordernde Situation. Denn alte Notfallpatienten binden in der Notaufnahme Kapazi­täten und Ärzteschaft sowie Pflegende benötigen für ihre Betreuung mehr Zeit“, sagte Radbruch.

Darüber hinaus müssten Mitarbeitende durch regelmäßige Qualifizierungsmaßnahmen ihre Kompetenzen im geriatrischen und gerontopsychiatrischen Bereich ausbauen. Nur so sei es ihnen möglich, auf herausforderndes Verhalten wie Schreien oder Aggressivität einzugehen und Hürden in der Kommunikation zu meistern. „Dieser erhöhte Aufwand im Behandlungsteam muss finanziell ausgeglichen werden“, betonte der DEKV-Vorsitzende.

Der Verband fordert außerdem, die Versorgungsforschung mit Blick auf die besonderen Bedürfnisse älterer Patienten auszubauen. © hil/aerzteblatt.de

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