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Von Astronauten-Augen für die Glaukomtherapie lernen

Mittwoch, 18. September 2019

Trainingseinheit für die bevorstehende Mission auf der Internationalen Raumstation im Yuri Gagarin Kosmonauten Trainingszentrum in Zvyozdny Gorodok. (ISS Expedition ISS-61/62/EP-19) /picture alliance
Trainingseinheit für die bevorstehende Mission auf der Internationalen Raumstation im Yuri Gagarin Kosmonauten Trainingszentrum in Zvyozdny Gorodok. (ISS Expedition ISS-61/62/EP-19) /picture alliance

Berlin – Die Erforschung einer Augenerkrankung, die sich Astronauten im Weltall zuziehen, könnte letztlich in einer neuen Behandlung für Patienten mit Glaukom resultieren. „Astro­nauten, die sich über längere Zeiträume im Weltall aufhalten, klagen über eine Sehverschlechterung, die als Space Eye Disease bezeichnet wird“, sagte Claus Cursiefen, Präsident der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG), bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der 117. Kongresses der DOG in Berlin.

Assoziiert ist die Verschlechterung des Sehvermögens mit einer Schwellung des Sehnerven­kopfes. Es wird vermutet, dass ein erhöhter intraokularer Druck die Ursache für die Symptomatik sein könnte. Da die Space Eye Disease speziell für geplante Langstreckenflüge, wie zum Beispiel zum Mars, ein erhebliches Problem darstellt, investiert die NASA in zahlreiche Studien, um die Erkrankung besser zu verstehen.

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Im Rahmen dieser Untersuchungen, die unter anderem am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) stattfinden, werden freiwillige Probanden zum Beispiel über Wochen mit dem Kopf nach unten gelagert. Durch die dauerhafte Kopftieflage kommt es ebenfalls zu einem Anstieg des intraokularen Drucks sowie zu ähnlichen Veränderungen an den Augen, wie sie bei Astronauten beobachtet wurden.

„Ein erhöhter intraokularer Druck ist auch beim Glaukom Gift für den Sehnerv“, so Cursiefen. Es wird deshalb vermutet, dass Patienten mit Glaukom von einer gegenteiligen Behandlung, nämlich einer nächtlichen Kopfhochlagerung, profitieren könnten. Nach der Erprobung des Verfahrens an gesunden Freiwilligen „planen wir ab nächstem Jahr zu untersuchen, wie sich die Kopfhochlagerung bei einer Gruppe von Glaukompatienten mit besonders hohem intraokularem Druck auswirkt“, ergänzte Cursiefen. „So könnten über den Umweg ins Weltall neue medizinische Erkenntnisse auch auf der Erde genutzt werden.“ © nec/aerzteblatt.de

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