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Indien verbietet E-Zigaretten komplett, New York teilweise

Mittwoch, 18. September 2019

/REDPIXEL, stock.adobe.com
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Neu Delhi/New York – In Indien sind E-Zigaretten künftig komplett verboten: Wer sie herstellt, importiert oder exportiert, lagert oder verkauft, müsse mit hohen Geldstrafen oder einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr rechnen, sagte Finanzministerin Nirmala Sitharaman am Mittwoch. Wiederholungstätern drohten bis zu drei Jahre Haft.

Mit ihrer Entscheidung reagiere die Regierung vor allem auf die schädlichen Folgen des Konsums von E-Zigaretten für die Jugend, sagte die Ministerin. „Es ist stark in Mode gekommen, sie auszuprobieren und regelmäßig zu konsumieren“, fügte sie hinzu. Die Regierung erklärte auf Twitter, sie erhoffe sich von dem Verbot eine Verbesserung der „allgemeinen Gesundheit“.

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USA plant landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen

Bereits am Dienstag hatte New York als zweiter US-Bundesstaat nach Michigan ein Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen verhängt, das allerdings solche mit Menthol- oder Tabakgeschmack ausspart. Ein entsprechendes „Notfall“-Gesetz von Gouverneur Andrew Cuomo wurde am Dienstag vom zuständigen Rat für öffentliche Gesundheit und Gesundheitsvorsorge gebilligt. Es tritt damit sofort in Kraft.

Es sei unbestritten, dass Hersteller von E-Zigaretten „bewusst Aromen wie Kaugummi, Zuckerwatte oder Captain Crunch nutzen, um junge Menschen süchtig zu machen“, erklärte Cuomo. „Das ist eine Gesundheitskrise, und sie endet heute.“ Das Verbot schütze „unzählige junge Leute davor, teure, ungesunde und potenziell lebensbedrohende Gewohnheiten zu entwickeln, die ein Leben lang anhalten“.

Auch die US-Regierung plant nach eigenen Angaben ein landesweites Verbot von E-Zigaretten mit Aromastoffen. Die US-Gesundheitsbehörden sind alarmiert über eine Welle von schweren Lungenerkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit E-Zigaretten vermutet wird. Mehr als 450 Fälle sind bislang bekannt, sechs der betroffenen Patienten starben. Viele der Erkrankten sind junge Leute.

US-Behörden melden weiteren Toten nach Gebrauch von E-Zigaretten

New York – Die US-Behörden haben einen weiteren Todesfall gemeldet, der auf den Gebrauch von E-Zigaretten zurückgeht. Es handele sich um eine Frau in Kansas, die älter als 50 Jahre gewesen sei, teilte die Gesundheitsbehörde des Bundesstaats in der Nacht mit. Damit sind bislang inzwischen sechs auf E-Zigaretten zurückzuführende Todesfälle in den USA bekannt. Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge

Die großen Tabakkonzerne haben E-Zigaretten in den vergangenen Jahren auf der Suche nach neuen Kunden aggressiv beworben: Nach ihren Angaben sind diese Produkte deutlich weniger gefährlich als traditionelle Zigaretten und können Rauchern dabei helfen, komplett auf „sicherere“ Alternativen umzusteigen.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) bergen die batteriebetriebenen Geräte, bei denen mit Nikotin versehene Flüssigkeiten verdampft werden, aber durchaus Gesundheitsrisiken für die Konsumenten. Sie fordert deshalb deren Regulierung. Kritiker befürchten vor allem, dass sie Jugendliche an den Tabakkonsum heranführen. © afp/aerzteblatt.de

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DrSchnitzler
am Donnerstag, 19. September 2019, 10:39

... CUI BONO?

Michigan, Indien und NY verbieten E-Zigaretten ganz bzw. mit bestimmten „Aromen“.

GEWINNER sind
- die Tabakkonzerne, die eine lästige Konkurrenz dezimieren, sowie
- womöglich der Staat, dem dadurch ggf. mehr Einnahmen aus der Tabaksteuer zufließen.

VERLIERER sind
- diejenigen Menschen, die durch das substanziell geringere Risiko von „wässrigem Dampf, Aroma und ggf. Nikotin“ (E-Zigaretten) guten Willens und gemäß jahrzehntelangen, gut begründeten ärztlichen Empfehlungen vom „tödlichen Tabak“ loskommen wollen.

UNRICHTIG ist die Aussage, dass »Hersteller von E-Zigaretten „bewusst Aromen wie Kaugummi, Zuckerwatte oder Captain Crunch nutzen, um junge Menschen süchtig zu machen“«, da genau diese Aromen, die (unter tausenden verfügbaren Aromen) im Einzelfall existieren mögen, gerade KEINE irgendwie nennenswerte Rolle spielen (zB „Juul“: es gibt Rich Tobacco, Mint, Mango, Apple, Red Berries und Royal Creme). Speziell das Schlagwort "Captain Crunch" (bitte mal googeln!) soll offenbar – völlig irreführend – suggerieren, dass sich E-Zigaretten GEZIELT AN KLEIN(ST)KINDER richten sollen (und damit mMn NIEDERSTE INSTINKTE bedienen).

UNRICHTIG ist die Aussage, »Das Verbot schütze „unzählige junge Leute davor, teure, ungesunde und potenziell lebensbedrohende Gewohnheiten zu entwickeln, die ein Leben lang anhalten“«, da um so WENIGER Menschen rauchen (auch und gerade Jugendliche!), je MEHR „dampfen“.

UNRICHTIG ist die Aussage, dass eine »Welle von schweren Lungenerkrankungen, bei denen ein Zusammenhang mit E-Zigaretten vermutet wird« existiert, da diese VÖLLIG UNMÖGLICH mit „klassischen“ E-Zigaretten zusammenhängen können. Es handelt sich um eine AKUTE REGIONALE Krankheitswelle im Zusammenhang mit E-JOINTS.

Für Europa UNSINNIG ist die Forderung, E-Zigaretten zu regulieren, da eine solche Regulierung bereits existiert, und dadurch bspw. potenziell gefährliche Inhaltsstoffe wie Pulgon ohnehin bereits heute längst verboten sind.

Die großen Tabakkonzerne haben uns Jahrzehnte lang belogen und betrogen. WARUM BITTE sollten wir ihnen glauben, wenn sie jetzt ihren eigenen Niedergang VORHEUCHELN, indem sie vom Rauchen abraten, während gleichzeitig ihre Aktienprognosen STEIGEN? Wer instrumentalisiert hier bitte was?

MEDIZINISCH ist ein Verbot – relativ – harmloser E-Zigaretten (bzw. „attraktiver“ Aromen) und damit ggf. verbunden ein Anstieg der billig verfügbaren (und dann legalen) Zigaretten eine Katastrophe, und konterkariert alle ärztliche Bemühungen, das Rauchen einzudämmen. NATÜRLICH wäre eine Welt wünschenswert, in der sich alle Menschen, insbesondere Jugendliche, ALLEIN „gesundheitlich förderlich“ verhalten.

Aber wo leben wir denn? Jugendlichen „Sex, Alkohol und Drogen“ zu verbieten? Aufwachen!

„Harm reduction“ dürfte wohl allemal besser sein, als SCHEINHEILIG ausgerechnet die Interessen der Tabakindustrie zu fördern.

_____________
Der Unterzeichner stellt ausdrücklich klar, dass a) kein Interessenkonflikt besteht, und b) auch für ihn der Schutz menschlichen Lebens unverhandelbar ist.

MfkG Dr. A. Schnitzler, FAfIM, Lüneburg


Referenzen (Zugriff 19.09.2019)
- Bewertung in GB
-- https://www.gov.uk/government/publications/e-cigarettes-and-heated-tobacco-products-evidence-review/evidence-review-of-e-cigarettes-and-heated-tobacco-products-2018-executive-summary

- Hintergrundinformationen
-- https://tobaccoanalysis.blogspot.com/2019/
-- https://www.youtube.com/watch?v=ZoSex6SkHmk&t=40s
-- http://www.ecigarette-research.org/research/index.php/whats-new/2019
-- https://rodutobaccotruth.blogspot.com/2019/09/exploiting-outlier-lung-disease-cases.html

- FDA zur „Vaping Illness“
-- https://www.fda.gov/consumers/consumer-updates/vaping-illnesses-consumers-can-help-protect-themselves-avoiding-tetrahydrocannabinol-thc-containing

- Gesetzliche Regelung in D
-- https://www.gesetze-im-internet.de/tabakerzv/anlage_2.html
LNS

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