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Ärzteschaft

Fundusfotografie per Smartphone macht Augenerkrankungen sichtbar

Donnerstag, 19. September 2019

/Dario Lo Presti, stock.adobe.com

Berlin – Mit einer Smartphonekamera und speziellen Adaptern lassen sich Anzeichen eines Glaukoms oder einer diabetischen Retinopathie erkennen. Insbesondere in Ent­wick­lungsländern, aber auch hierzulande in Altenheimen oder bei bettlägerigen Intensivpa­tien­ten, könnte diese Technik neue Chancen zur Früherkennung von Augenerkrankungen eröffnen, sagte Maximilian Wintergerst von der Augenklinik am Universitätsklinikum Bonn bei einer Pressekonferenz im Vorfeld der 117. Kongresses der DOG in Berlin.

Viele schwerwiegende Augenerkrankungen, die zur Erblindung führen können, sind – rechtzeitig erkannt – behandelbar. Aber in den meisten Entwicklungs- und Schwellenlän­dern fehle die flächendeckende augenärztliche Versorgung, die für eine frühzeitige Diag­nose erforderlich wäre, so Wintergerst. Hier kommt das mittlerweile weltweit verfügbare Smartphone ins Spiel.

„Mit speziellen Adaptern lässt sich mit der Smartphonekamera eine Augenhintergrund­unter­suchung durchführen“, so Wintergerst. Im Vergleich zu konventionellen Kamerasys­te­men zur Augenhintergrunddiagnostik sei diese Technik weitaus mobiler, handlicher und wesentlich kostengünstiger. Gezeigt wurde bereits, dass die smartphonebasierte Fun­dusfotografie für die Erkennung einer diabetischen Retinopathie sowie Sehnerven­schädigungen, wie sie beim Glaukom vorkommen, eingesetzt werden kann.

Die smartphonebasierte Fundusfotografie könne augenärztlichem Hilfspersonal beige­bracht werden, sodass dieses die Patientenuntersuchungen selbstständig durchführen könne. In einem Kooperationsprojekt mit dem Sankara Eye Hospital im südindischen Bangalore hat Wintergerst dies bereits erfolgreich erprobt.

Die vom augenärztlichen Hilfspersonal mittels smartphonebasierter Fundusfotografie aufgenommenen Bilder werden per Internet an ein Krankenhaus übertragen und dort von Augenärzten am Computer beurteilt. Anschließend erfolgt eine Rückmeldung, ob der Pa­tient eine Behandlung benötigt.

„Die Untersuchung per Smartphone ist kein Ersatz für den Augenarzt, aber eine Möglich­keit, die Patienten zu identifizieren, die einer ärztlichen Behandlung zugeführt werden sollten“, betonte Wintergerst.

Für Deutschland sieht der Bonner Arzt Anwendungsbereiche vor allem zu Dokumenta­tions­zwecken, etwa bei Intensivpatienten, die nicht mit den normalen Geräten untersucht werden können. „Die besseren Adapter können durchaus mit den schlechteren konven­tio­nellen Geräten mithalten“, so Wintergersts Fazit. © nec/aerzteblatt.de

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