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Künstliche Intelligenz soll telemedizinische Betreuung effektiver machen

Freitag, 20. September 2019

/dpa

Berlin – Künstliche Intelligenz (KI) soll künftig kardiologische Telemedizinzentren unter­stützen und ihnen so ermöglichen, mehr Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz zu betreuen. Daran forscht die Charité – Universitätsmedizin Berlin im Rahmen eines Pro­jektes namens Telemed5000.

„Bisher kann ein einzelnes Telemedizinzentrum nicht mehr als 500 Patienten betreuen. Das Projekt zielt darauf ab, ein intelligentes System zur tele­medi­zi­nischen Mitbetreuung von mehreren tausend kardiologischen Risikopatienten zu entwickeln“, hieß es aus der Klinik.

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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördert das Projekt für drei Jahre mit rund 4,5 Millionen Euro – davon erhält die Charité als Konsortialführer 2,1 Millionen Euro.

Telemed5000 baut auf der fünfjährigen Fontane-Studie der Charité auf. Diese hatte nach­gewiesen, dass die telemedizinische Mitbetreuung das Leben von Herzpatienten verlän­gern kann und diese weniger Tage im Krankenhaus verbringen.

„Bisher fehlt es allerdings an technischen Innovationen, um den rund 200.000 betroffe­nen Risikopatienten in Deutschland eine telemedizinische Mitbetreuung anbieten zu können“, sagte Friedrich Köhler, Leiter des Zentrums für kardiovaskuläre Telemedizin und Leiter der Fontane-Studie.

Man habe das in der Fontane-Studie hochgerechnet. „Es müssten allein in Deutschland 200 Telemedizinzentren aufgebaut werden, die im 24/7-Betrieb arbeiten, um pro Zentrum 500 bis 750 Patienten täglich klinisch zu bewerten“, sagte er. Das sei finanziell und perso­nell ein unrealistisches Umsetzungsszenario.

Im Projekt Telemed5000 sollen daher Methoden der KI zum Einsatz kommen, um die Vi­tal­daten der Patienten, die täglich im Telemedizinzentrum eingehen, vorzuverarbeiten und damit das medizinische Personal in seinen Entscheidungen zu unterstützen.

Verbesserungsbedarf besteht auch bei den Messgeräten der Patienten zuhause: Zusätzlich zu medizinisch und technisch bewährten Messgeräten wie Waage und Blutdruckmess­ge­rät sollen durch den Einsatz von Smartphones und Wearables neue Parameter wie die körperliche Aktivität aufgezeichnet werden. © hil/aerzteblatt.de

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