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Ärzteschaft

KV Nordrhein moniert geplantes Gesetz für die Notfallversorgung

Donnerstag, 19. September 2019

/dpa

Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat sich gegen die Pläne der Bundesregierung gestellt, den Sicherstellungsauftrag für den Not- und Bereitschafts­dienst möglicherweise auf die Bundesländer zu übertragen. „Das gesamte Regelwerk müsste in jedem einzelnen Bundesland neu aufgesetzt werden. Wir hätten auch keine einheitliche Versorgung mehr, weil jedes Bundesland eigene Schwer­punkte setzen würde“, monierte der KVNO-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann gestern in Düsseldorf.

Hinzu kämen „unendlich viele Schnittstellen zur Regelversorgung“, da der Behandlungs­be­darf der Patienten unterschiedlich akut sei. „All das müsste ja dann in diversen Schnitt­stellen zwischen denjenigen, die dann die Verantwortung haben, und der KV geregelt werden“, sagte er. Das würde „eine erhebliche administrative Aufrüstung“ bedeuten und Probleme an den Schnittstellen mit sich bringen, was sich in der operativen Umsetzung niemand wün­schen würde.

„Aus unserer Sicht fragen wir natürlich schon, ob es eines solchen Gesetzes bedarf, oder ob man nicht erst mal die Vorgaben des Termin- und Servicegsetzes abarbeiten sollte.“ Er gehe jedenfalls davon aus, dass die Versorgungsstrukturen dann weitgehend dem entsprächen, wie es das geplante neue Gesetz vorsehe.

Dabei sieht Bergmann die Notfallversorgung in Nordrhein-Westfalen (NRW) „auf dem richtigen Weg“. „Viele der Ziele, die mit dem geplanten neuen Gesetz zur Notfallversor­gung verfolgt werden, haben wir in NRW mit dem System der Portalpraxen, mit unserer Arztrufzentrale und ihrer Verknüpfung mit der Leitstelle des Kölner Rettungsdienstes bereits umgesetzt.“

Darüber hinaus unterstütze die KVNO die am 30. August gestartete, bundesweite Werbe­kampagne für die Rufnummer 116117 des ambulanten Bereitschaftsdienstes, die von zwei „skurrilen und bizarren“ Elfen – der „Elfe 6“ und der „Elfe 7“ geprägt – ist. „Es geht darum, dass etwas im Gedächtnis bleibt und sowas bleibt einfacher im Gedächtnis als eine rationale, nüchterne Botschaft,“ erläuterte Bergmann. „Denn es könnten noch viel mehr Leute die Nummer kennen.“ © ts/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #4050
woesti
am Freitag, 20. September 2019, 15:12

Chance nicht genutzt

Herr Bergmann befürchtet, daß nach einer möglichen Vergabe des Versorgungsauftrags an die Länder eine „einheitliche Versorgung nicht mehr gewährleistet“ wäre. Diese existiert de facto aber allenfalls auf Mikro-Ebene, und trotz jahrelanger mitunter heftiger Kritik von vielen Seiten hatte sich nichts getan, da jede einzelne KV sich ihre eigenen Regeln für die ambulante Notfallversorgung vorgibt. Ohne zumindest landeseinheitliche, besser bundeseinheitliche Standards darf es zukünftig aber nicht gehen. Vielleicht liegt in der Entwicklung von Standards auf Landesebene ja eine Chance für eine verbesserte sektorenübergreifende Kommunikation und Versorgung...viel schlechter als die aktuellen lokalen Regelung geht es in den meisten Regionen eh nicht mehr!
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