NewsPolitikÜbergangsfrist bei Personalvorgaben für Intensivpflege von Frühgeborenen verlängert
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Übergangsfrist bei Personalvorgaben für Intensivpflege von Frühgeborenen verlängert

Freitag, 20. September 2019

/dpa

Berlin – Perinatalzentren dürfen von den Personalvorgaben für die Intensivpflege von Früh­geborenen bis zum 31. Dezember 2021 abweichen. Der Gemeinsame Bundesaus­schuss (G-BA) verlängerte gestern diese Übergangsfrist und legte zudem die Grenzen für die kom­men­den Jahre fest.

Demnach müssen Perinatalzentren den schichtbezogenen Betreu­ungs­schlüssel von 2020 bis zum Jahr 2022 zu 90 Prozent, für das Jahr 2023 zu 95 Prozent und erst ab 2024 zu 100 Pro­zent erfüllen. Gesundheits- und Kinderkranken­pfle­ge­­­­kräf­te, die sich in einer Fach­weiterbil­dung „Pädia­trische Intensiv- und Anästhesie­pfle­ge“ be­finden, dürfen zukünftig hälftig auf die Fach­weiterbildungsquote angerechnet wer­d­­en.

Anzeige

Weiterhin ergänzte der G-BA Ausnahmefälle, in denen Perinatalzentren zukünftig auch nach Ablauf der Übergangsregelung vom vorgesehenen Betreuungsschlüssel abweichen können. Der Pflegedienst einer neonatologischen Intensivstation darf aus maximal 15 Prozent Ge­sundheits- und Krankenpflegerinnen und Gesundheits- und Krankenpflegern bestehen, so­fern diese klar definierte Kriterien erfüllen.

Dem Beschluss vorausgegangen war eine 80-minütige Debatte, in der immer wieder um Schichtzeiten und Ausnahmefälle bei der Personalbesetzung debattiert wurde. Wie schon bei anderen Beschlüssen über Stationsbesetzungen zuvor, wird auch in diesem Beschluss die Möglichkeit gegeben, dass auch Pflegekräfte aus fachfremden Stationen eingesetzt werden können.

Die Patientenvertreter im G-BA kritisierten, dass mit dem Beschluss die Zentren nicht mehr auf ihren Webseiten angeben müssen, dass sie sich in einem strukturierten Dialog über Qualitätsmaßnahmen befinden.

Außerdem appellierten die Patientenvertreter an die Länder, dass diese sich mehr an­stren­gen müssten, dass sie flächendeckend eine angemessene Versorgung auch bei Peri­natalzentren finanzieren.

Der Beschluss zur Änderung der QFR-RL soll zum 1. Januar 2020 in Kraft treten. Voraus­set­zung ist eine Nichtbeanstandung des Bundesministeriums für Gesundheit. © may/bee/EB/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. Oktober 2020
Augsburg – Angesichts steigender SARS-CoV-2-Infektionszahlen stellen sich die Krankenhäuser in Deutschland darauf ein, vielerorts planbare Operationen zu verschieben. Es sei damit zu rechnen, dass
Krankenhäuser kündigen Verschiebung nicht dringlicher Operationen wegen Corona an
23. Oktober 2020
Düsseldorf – Über das im Sommer initiierte Sonderprogramm „Krankenhäuser und Pflegeschulen“ stellt das Land Nordrhein-Westfalen kurzfristig Mittel in Höhe von insgesamt einer Milliarde Euro bereit.
Nordrhein-Westfalens Pflegeschulen erhalten Finanzspritze vom Land
23. Oktober 2020
Wiesbaden – Zu wenige Pflegekräfte sind der Engpass bei der Betreuung schwer betroffener COVID-19-Patienten – Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat deswegen nun Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens
Klose: Pflegekräfte „entscheidender Engpass“ auf Intensivstationen
23. Oktober 2020
Berlin – Deutschlands Intensivmediziner und -pfleger sind bestürzt über die neue Youtube-Kampagne des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). Deren fünfteilige Webserie „Ehrenpflegas“ soll die
Intensivmediziner kritisieren Ausbildungskampagne des Familienministeriums
22. Oktober 2020
Berlin – Es ist erst wenige Tage her, dass Familienministerin Franziska Giffey (SPD) die gemeinsam mit Arbeits- und Ge­sund­heits­mi­nis­terium initiierte Werbekampagne „Ehrenpflegas“ vorstellte. Die
„Unsere Mitglieder empfinden die Serie ‚Ehrenpflegas‘ als Verletzung“
21. Oktober 2020
Frankfurt/Hamburg – Den Kliniken in Deutschland droht durch den Anstieg der COVID-19-Patienten kein Kollaps, es könnte aber zu Engpässen in anderen Bereichen kommen. Diese Auffassung vertrat Stefan
Kein Engpass bei Intensivbetten, aber beim Personal
20. Oktober 2020
München – Eine zu frühe Geburt kann die Gefäßentwicklung in der Netzhaut stören und so eine Frühgeborenenretinopathie (ROP) auslösen. Bislang erhalten alle Frühchen, die vor der 32.
LNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER