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Medizin

Gelbfieberimpfung im Säuglingsalter muss wahrscheinlich aufgefrischt werden

Montag, 23. September 2019

/dpa
In 34 Ländern Afrikas und 13 Amerikas besteht die Gefahr der Gelbfieberübertragung durch Moskitos. Seit 2013 empfiehlt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) eine Einzeldosis des Impfstoffs zum lebenslangen Schutz. /dpa

Berlin – Säuglinge, die gegen Gelbfieber geimpft sind, benötigen möglicherweise noch eine Auffrischungsimpfung. Das zeigt eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) und Forschern aus Frankreich, USA, Ghana und Mali, die in The Lancet Infectious Diseases publiziert wurde (2019; doi: 10.1016/S1473-3099(19)30323-8).

Die Forscher hatten 587 Kinder aus Mali und 436 aus Ghana untersucht, die zwischen dem 5. Juni 2009 und dem 26. Dezember 2012 geimpft worden waren. In der Mali-Gruppe waren 296 (50,4%, 95-%-Konfidenzintervall 46,4-54,5) 4 bis 5 Jahre nach der Impfung seropositiv. Die Antikörperkonzentration lag bei mindestens 0,5 IU/mL. Unter den ghanaischen Kindern waren 121 (27,8 %, 95-%-KI23,5-32,0) nach 2 bis 3 Jahren seropositiv. Der Anteil seropositiver Säuglinge 28 Tage nach der Impfung lag deutlich höher: 96,7% in Mali und 72,7% in Ghana.

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6 Jahre nach der Impfung stieg der Anteil in der Ghana-Gruppe auf 188 (43,1%, 95-%-KI 38,5-47,8). Diese Zahl könnte jedoch aufgrund nicht registrierte Auffrischungsimpfungen oder eine natürliche Infektion mit dem Wildgelbfiebervirus während eines Ausbruchs im Norden Ghanas 2011/2012 verfälscht worden sein, vermuten die Forscher.

In endemischen Gebieten wird der Gelbfieberimpfstoff routinemäßig an Säuglinge im Alter von 9 bis 12 Monaten verabreicht. Ein erheblicher Teil der in dieser Altersgruppe geimpften Kinder könnte jedoch bereits 2 Jahre nach der Impfung ihre schützenden Antikörper verlieren. Für eine robuste Immunität benötigen diese Kinder eine Auffrischungsimpfung, schlussfolgern die Studienautoren. © gie/aerzteblatt.de

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