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Medizin

Kognitive Defizite nach Intensivbehandlung

Freitag, 20. September 2019

/satyrenko, stock.adobe.com

Berlin – Nicht nur nach Operationen, sondern auch nach konservativer intensivmedizi­nischer Behandlung kommt es häufig zu gravierenden Einschränkungen der kognitiven Funktions­fähigkeit. Dies zeigt eine Literaturübersicht in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 627–34).

In den 14 Studien, die in die Untersuchung eingeschlossen wurden, litten 17-78 Prozent der Patienten nach der Entlassung von der Intensivstation an kognitiven Defiziten; diese hatten sich nach der Intensiv­behandlung erstmalig manifestiert.

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Zu der zumeist mit Beatmung verbundenen Intensivbehandlung war es infolge von aku­tem Lungenversagen, Sepsis oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung gekommen. ­

Die kognitiven Defizite hielten oft über Monate an, besserten sich im Verlauf, blieben jedoch in manchen Fällen jahrelang bestehen. Die Autoren weisen in diesem Zusammen­hang wegen der langanhaltenden Einschränkungen der Alltagskompetenz und Lebens­qualität bei den betroffenen Patienten auch auf die große sozioökonomische Bedeutung hin.

Wenig bekannt ist bisher über präventive Strategien, die das Risiko kognitiver Einschrän­kungen verringern. Von zentraler Bedeutung scheint ein effizientes Delirmanagement zu sein; dazu zählen die prophylaktische Vermeidung einer Übersedierung, stimulierende kognitive Maßnahmen, Mobilisation und Reorientierung sowie schlaffördernde Maß­nahmen in der Nacht. © tg/aerzteblatt.de

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