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Medizin

Bei Masernepidemie Säuglinge im Alter unter 9 Monaten impfen

Montag, 23. September 2019

/vchalup, stock.adobe.com

Bilthoven – Das Vorziehen der ersten Masernimpfung vor den 9. Lebensmonat soll Säug­linge im Fall einer Epidemie vor einer Erkrankung schützen. Die Effektivität der Impfung sinkt jedoch bei einem frühen ersten Impftermin, sodass mehr Kinder bis zum 2. Impfter­min gefährdet wären. Die Effektivität der 2. Impfung bleibt allerdings bei einer früheren 1. Impfung erhalten. Dies zeigen 2 von der Welt­gesund­heits­organi­sation beauftragte Me­ta-Analysen, die jetzt in Lancet Infectious Diseases (2019: doi: 10.1016/S1473-3099(19)30396-2 und 30395-0) veröffentlicht wurden.

Lange gingen die Impfexperten davon aus, dass Säuglinge vor dem 9. Lebensmonat vor einer Masernerkrankung durch die Antikörper geschützt sind, die sie von ihrer Mutter vor der Geburt über die Plazenta bekommen haben. Dies traf jedoch nur so lange zu, wie die Mütter ihre Immunität einer Maserninfektion verdankten. Die Impfung, die in den 1970er-Jahren eingeführt wurde, erzeugt jedoch eine schwächere Immunität als eine Maserner­krankung und damit sinkt die Menge der Antikörper, die die Säuglinge in den ersten Mo­na­ten schützen.

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In Masernepidemien erkranken deshalb immer wieder Säuglinge im Alter von weniger als 9 Monaten. Die Welt­gesund­heits­organi­sation rät mittlerweile, bei Ausbrüchen Säuglinge vor dem 9. Lebensmonat zu impfen. Wenn keine erhöhte akute Infektionsgefahr besteht, bleibt es bei den normalen Terminen für die 1. Impfung (in Deutschland 11. bis 14. Le­bensmonat).

Die Begründung für die differenzierte Empfehlung ergibt sich aus den Daten einer Meta-Analyse, die ein Team um Susan Hahné vom Rijksinstituut voor Volksgezondheid en Milieu in Bilthoven bei Utrecht durchgeführt hat. Die Forscher fanden heraus, dass die 1. Impfung nur etwa 50 % der Säuglinge schützt, wenn sie im Alter von 4 Monaten erfolgt. Kinder, die im Alter von 8 Monaten geimpft wurden, waren zu 85 % vor einer Erkrankung gefeit. Das Immunsystem des Säuglings ist in den ersten Lebensmonaten nur begrenzt in der Lage, die für eine Infektionsabwehr erforderlichen Antikörper-Titer zu produzieren.

Die frühe Impfung scheint jedoch sicher zu sein. Unter 3.484 Säuglingen, die vor dem 9. Lebensmonat geimpft wurden, gab es keine schweren Impfkomplikationen. Die Fallzahl ist laut Hahné allerdings noch zu gering, um ein selteneres Auftreten von schweren Impf­komplikationen sicher auszuschließen.

Weitere Bedenken betrafen die Frage, ob eine zu frühe Impfung möglicherweise die Effektivität der 2. Impfung beeinträchtigt. Die Kinder hätten dann auf Dauer ein erhöhtes Risiko, an Masern zu erkranken.

Diese Gefahr besteht nach einer weiteren Meta-Analyse der niederländischen Forscher nicht. Die Seropositivität, also der Anteil der Kinder, die Antikörper bildet, betrug nach der 2. Impfung auch dann 98 %, wenn die 1. Impfung vor dem 9. Lebensmonat verab­reicht wurde.

In einer von 4 Studien zu dieser Frage war der Antikörper-Titer, also die Konzentration der Antikörper, jedoch etwas geringer, wenn die 1. Impfung vor dem 9. Lebensmonat er­folgt waren. Dies könnte auf eine gewisse Impfschwäche hinweisen und unterstreicht die Notwendigkeit, die erste Impfung nicht ohne Grund vorzuverlegen, wie Nicola Principi von der Universität Mailand im Editorial schreibt. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #769631
Naturfreund
am Mittwoch, 2. Oktober 2019, 14:46

Pharma

ja ja, die Pharmaindustrie...ich leg´ noch was nach:

https://www.youtube.com/watch?v=KB03B5oPVdM

@Prakticus: ich hatte auch das Vergnügen die Masern zu haben. Schon ewig lange her, aber da wußten die Ärzte noch was zu tun ist. Mir hat es nicht geschadet, im Gegenteil. Meine Neurodermitis ist mit der Zeit fast verschwunden.
Avatar #79783
Practicus
am Mittwoch, 2. Oktober 2019, 01:10

@Pro-Natur

Sie haben unlängst durch die Verwendung eines verräterischen "wir" an einer fatalen Stelle erkennen lassen, dass Sie Beschäftigter einer Krankenkasse sind. Weiß eigentlich Ihr Arbeitgeber, was Sie hier so schreiben? Die können Ihnen gern vorrechnen, wie das mit den Risiken und dem Benefit von Impfungen aussiht - auch gegen die Masern.
Ich hatte noch das zweifelhafte "Vergnügen", eine Masernerkrankung mit - typischerweise - nachfolgender beidseitiger eitriger Otits media im Kindesalter durchzumachen - nur dank schmerzhafter Penicillininjektionen konnte eine lebensbedrohliche Mastoiditis abgewendet werden.
Wenn Sie Ihren Kindern das unnötigerweise antun wollen, sind Sie ein ausgewiesener Sadist.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 19:16

Für Ärzte etwas ganz Neues -- Einbildung doch keine Bildung

Kein Risiko durch ungeimpfte Kinder
Nicht geimpfte Kinder stellen für niemanden ein Risiko dar, sagt Harvard-Immunologin und schreibt offenen Brief
https://freie-medien.tv/nicht-geimpfte-kinder-stellen-fuer-niemanden-ein-risiko-dar-sagt-harvard-immunologin-und-schreibt-offenen-brief/?fbclid=IwAR2I0StRmvSzoe1pzdKNuHh8Mr9PwszbKSBP8Tf0LSkAIZkcCHR9dTXFiaQ
Avatar #770007
JohannMed
am Samstag, 28. September 2019, 11:39

Pharmaindustriegläubige Ärzte sind ein Problem.

Nachdem man den Nestschutz der Mütter erfolgreich eliminiert hat, experimentiert man jetzt mit Säuglingen. Alles unter dem Deckmantel eines Schutzes, der sich so früh gar nicht ausreichend aufbaut.
Die Pharmaindustrie ist unglaublich mächtig, gibt mehr Geld für Werbung, als für Forschung aus. Die Medien sind abhängig von diesem Geld und finanzieren sich damit. Kaum ein Medium berichtet unabhängig zum Thema.
Die WHO wird finanziert von der Gates-Stiftung, die wiederum mit der Pharmaindustrie kooperiert. 2009 änderte die WHO die Definition des Begriffes "Epidemie" und so konnte ein narkolepsieverursachender, adjuvanzienüberladener Grippeimpfstoff großflächig eingesetzt werden. Bundesbeamte erhielten btw. einen weniger Adjuvanzien enthaltenden, nicht narkolepsieauslösenden Impfstoff von Baxter, den die Bundesregierung eigens dafür einkaufte …. Ohne ein schwedisches Register wäre der Narkolepsieskandal infolge Pandemrix niemals aufgefallen. Informieren Sie sich unabhängig zu den Themen 6-fach-Impfstoff, TOKEN-Studie, Autoimmunenzephalitis und HPV-Impfung sowie Multiple Sklerose infolge Hepatitis B-Impfstoff. Mir ist ein Patient bekannt, der nach jeder HepB-Impfung einen MS-Schub hatte, was sich nachträglich rekonstruieren ließ, nachdem ein cleverer Kollege darauf gekommen war. Vorsicht mit dem frühen und unkritischen Einsatz von Impfstoffen. Es fehlen verlässliche Daten!
Avatar #771555
Rosenkohl
am Donnerstag, 26. September 2019, 14:09

Komplikationen sind nie "sicher ausschließbar"; zu früh impfen ist unnütz

Folgender Passus ist ein Unfall:
"Unter 3.484 Säuglingen, die vor dem 9. Lebensmonat geimpft wurden, gab es keine schweren Impfkomplikationen. Die Fallzahl ist laut Hahné allerdings noch zu gering, um ein selteneres Auftreten von schweren Impf­komplikationen sicher auszuschließen"

Denn erstens wurden in der rezensierten Studie nicht Angaben zu schweren Impfkomplikationen bei 3.484, sondern bei 3.848 Säuglingen ausgewertet. Zweitens geht es den Forschern nicht darum, "ein selteneres Auftreten von schweren Impf­komplikationen" auszuschließen, sondern "ein Auftreten von selteneren schweren Impf­komplikationen" auszuschließen. Drittens können mit Hilfe der Statisik zukünftige Komplikationen nie "sicher", sondern allenfalls mit einer gewissen Wahrscheindlichkeit ausgeschlossen werden. Z.B. muß bei einer von 1 Million Masernimpfungen mit einer Enzephalophatie gerechnet werden, und des gibt keinen Hinweis, daß dies bei Säuglingen unter 9 Monaten anders ist. Im Gegenteil, muß man der Tatsache ins Auge sehen, daß je mehr Impfungen verabreicht werden, und je mehr unter den Lebensbedingungen von Armuts- und Krisengebieten geimpft wird, desto mehr Impfkomplikationen, Impfunfälle oder Impfversagen sich nicht ausschließen lassen. Siehe z.B. die 2017 durch einen Impfunfall verstorbenen 15 Kinder im Süd-Sudan, oder die 2018 durch einen
Impfunfall verstorbenen 2 Kinder auf Samoa.
Im Ärzteblatt Artikel fehlen auch Hinweise darauf, daß Masernimpfungen für das Alter unter 9 Monaten in Deutschland gar nicht zugelassen sind und daß die STIKO im Unterschied zur WHO auch keine Empfehlung für Masernimfpungen unter 9 Monaten ausspricht. Im Ärzteblatt-Artikel fehlt zudem der Hinweis, daß eine Impfung vor dem 9. Monat laut WHO zusätzlich verabreicht werden und die regulären Impftermine nicht ersetzen soll, was also auf insgesammt 3 statt der üblichen 2 Masernimpfungen hinausläuft; daß entsprechend die STIKO bei einer Masernimpfung vor dem 11. Monat gleichfalls zwei weitere, also insgesammt 3 Masernimpfungen empfiehlt.

Was in der rezensierten Studie fehlt ist m.E. eine Diskussion, in wieweit überhaupt praktische Relevanz für Impfungen unter 9 Monaten besteht. Denn in einem Land, wo ausreichend Impfungen zur Verfügung stehen bildet sich eine Herdeimmunität aus und kommt es zu keinen Epidemien mehr. Dann ist eine Infektion von Kinder im Alter bis zu 9 Monaten beinahe ausgeschlossen, wenn die Familienmitglieder keine Masern haben. So gibt es z.B. seit um das Jahr 2001 in Deutschland die erste Impfung auf den 11. Lebensmonat und die zweite Impfung auf das zweite Lebensjahr vorgezogen wurden fast keine Todesfälle durch im Kleinkindalter zugezogene Maserninfektionen mehr.

Dagegen in einem Land ohne ausreichendes Impfangebot ist es vordringlich, Kinder in Gemeinschaftseinrichtungen zu impfen, die jedoch in der Regel schon deutlich älter als 9 Monate sind. Mein Eindruck ist daher, daß es bei Masernimpfungen vor dem 9 Monat vor allem um die Angst überbesorgter Eltern und Regierungen in reichen Ländern mit lokalen Ausbrüchen geht. Z.B. ordnete die Stadt New York in diesem Frühjahr die Impfung ab dem 6. Monat an. Vermutlich wäre dieser Ausbruch über die Sommerferien auch ohne die angeordneten zusätzlichen Impfungen von selber versiegt.


Gemeint ist anscheinend:

"Die Fallzahl ist laut Hahné allerdings noch zu gering, um ein selteneres Auftreten von schweren Impf­komplikationen sicher auszuschließen"
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 25. September 2019, 15:09

Übrigens verdient "die" Industrie erst Recht beim Nichtimpfen?!?!

J. Senegal ist zwar super im Abwerten von Mitdiskutanten (das kommt jedes Mal), aber weniger gut beim Mitdenken: "Die Industrie" verdient natürlich NICHT an Erkrankten, denn wieso sollte Glaxo-Sm.-Kline oder Sanofi z.B. an einer Masernerkrankung verdienen? Daran verdient primär der Hausarzt und notfalls/selten das Krankenhaus. Die werden kaum GSK oder Sanofi dafür etwas überweisen.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 24. September 2019, 20:38

Wer garstig reagierte, bekommt jetzt Nachhilfe

Ich hatte vergessen, dass manche Menschen, die meinen, sie wären Experten und garstig reagieren, doch ein bisschen Nachhilfe benötigen. "Early Measles Vaccination During an Outbreak in the Netherlands: Short-Term and Long-Term Decreases in Antibody Responses Among Children Vaccinated Before 12 Months of Age." https://academic.oup.com/jid/article/220/4/594/5441452
Avatar #769631
Naturfreund
am Dienstag, 24. September 2019, 17:12

Masern

Früher hatten wir die Probleme gar nicht:

http://www.impfungen-und-masern.de/masern.html
Avatar #769631
Naturfreund
am Dienstag, 24. September 2019, 15:38

Impfen

...pro und contra fair zu diskutieren ist anscheinend unmöglich. Den Mächtigen wird das sehr gefallen, denn : "teile und herrsche" war schon immer dessen Motto.

Ja, die Geimpften müssen auf die Ungeimpften so richtig böse sein, denn schließlich müssen die Geimpften so richtig Angst vor den Ungeimpften haben, weil die Ungeimpften die Geimpften anstecken könnten.
Erst mit den Impfungen ein Problem erzeugen und dann mit noch mehr und noch früheren Impfungen das Problem wieder beheben wollen auf das der Rubel rollt.
Was wissen denn die Schlaumeier schon von dem komplizierten Immunsystem eines Menschen?


Avatar #772524
Julius Senegal
am Dienstag, 24. September 2019, 13:19

Und wieder sind Impfgegner zu unfähig, das Geschriebene zu verstehen

"Wieder einmal widersprechen sich hier Fakten und stellen denn Sinn von Impfungen in Frage."

Nein, sie stellen keinesfalls die sinnvolle Schutzimpfung in Frage. Es gibt nur kein besseres Schutzsystem zur Zeit. Die Alternative ohne Impfungen: Praktisch jedes Kind bekommt Masern, mit all den nasty Nebenwirkungen bis hin zum Tod.
Komisch, dass Impfgegner ihre Kinder so sehr hassen.

"Der beste Schutz gegen Masern ...verleiht die Masern."
Auch das ist Blödsinn. Der beste Schutz ist es erst gar nicht daran zu erkranken. Das gewährleisten Schutzimpfungen. Der Nestschutz hält nur begrenzt, daher hatten vor Einführung der Impfungen ja trotzdem fast alle Kinder die Masern.

Die restlichen Kommentare von Impfgegnern ist typisches verschwörungstheoretisches Gebrabbel. Cui bone, das dümmste Nullargument. Übrigens verdient "die" Industrie erst Recht beim Nichtimpfen.

Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 24. September 2019, 00:24

Der beste Schutz gegen Masern

...verleiht die Masern. Somit kann eine Mutter, die selbst die Masern durchmachte, ihrem Baby genügend Nestschutz verleihen. Die Impfung schafft das nicht. Impfungen sind lediglich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Ärzte und die Industrie.
Avatar #782899
ConniS
am Montag, 23. September 2019, 23:30

Masernimpfung

Wieder einmal widersprechen sich hier Fakten und stellen denn Sinn von Impfungen in Frage.
Wir haben also durch die Impferei eine Schwächung der Immunität der Mütter - genau! Der Nestschutz wurde zerstört und jetzt der tolle Ausweg - Säuglinge impfen... Zur Freude der Pharmaindustrie. Impfschäden werden ja fast nicht gemeldet und anerkannt, der Zusammenhang mit Impfungen abgelehnt...
Was ist aus der Heilkunst geworden!! Immunsystem stärken, die Selbstheilung des Körpers anzuregen, Nährstoffe anstelle von Gifte in Spritzen und Umwelt - Fremdwörter??
Avatar #691359
Staphylococcus rex
am Montag, 23. September 2019, 23:26

Eine Modellrechnung

Nach meiner persönlichen Erfahrung sind die Antikörpertiter bei Geimpften zwar niedriger als nach natürlicher Masern-Infektion, bewegen sich aber in der gleichen Größenordnung. Nehmen wir einen Unterschied des Titers im Bereich Faktor 4 (meist dürfte es weniger sein), dann macht dies zwei Halbwertszeiten (der Abbau der mütterlichen Antikörper im Kind hat die gleiche Mathematik wie radioaktiver Zerfall). Die Halbwertszeit beträgt etwa 3-4 Wochen. Das bedeutet, der Schutz nach natürlicher Infektion hält bei den Masern etwa 6-8 Wochen länger an als nach Impfung. Im Fall eines Ausbruchs (und nur dann) kann die vulnerable Phase durch eine entsprechend vorgezogene Impfung verkürzt werden. Bei der Radioaktivität gibt es das Konzept der Abklingzeit, nach 10 Halbwertszeiten ist die Radioaktivität praktisch nicht mehr nachweisbar. Deshalb sind bei Säuglingen im Alter von 9 Monaten nur noch in Einzelfällen mütterliche Antikörper nachweisbar.

PS: Der Hinweis auf verstehendes Lesen durch meinen Vorredner ist eine höfliche Umschreibung für die intellektuelle Höchststrafe. Ich würde mich an Stelle von Pro-Natur für das Geschreibsel hier einfach nur schämen.
Avatar #105476
eckart roser
am Montag, 23. September 2019, 22:12

Pro Lesen und Verstehen

"Pro Natur", wer immer sich dahinter verbirgt, kann entweder nicht lesen oder das Gelesene nicht verstehen. Schade, so bleibt es halt nur tendenziöse Polemik.
Avatar #687997
Pro-Natur
am Montag, 23. September 2019, 20:15

Wem soll der schlechte Rat nützlich sein?

Kinder unter 12 Monaten gegen Masern zu impfen, erzeugt primäre Impfversager. Auch die 2. Masernimpfung würde nichts daran ändern. Wem soll das nutzen, eine hohe Zahl von masernkranken Kindern bei der nächsten Epidemie zu erzeugen. Es hieß doch, dass man mit der Impfpflicht die Babys vor den Masern schützen wollte. Was ist denn nun?
LNS

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