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Mehr Kuren für Kinder und Jugendliche bewilligt

Montag, 23. September 2019

/Dan Race, stock.adobe.com

Bad Salzungen – In Deutschland werden wieder mehr Reha-Behandlungen für chronisch kranke Kinder in Kurkliniken bewilligt. Nach kontinuierlichen Rückgängen bis 2016 sei seit 2017 ein Anstieg zu verzeichnen, sagte Alwin Baumann, Sprecher des Bündnisses Kinder- und Jugendreha, anlässlich des Deutschen Reha-Tages in Bad Salzungen. Verant­wortlich dafür sei in erster Linie eine Gesetzesänderung. Diese habe unter anderem die Möglich­keiten für Eltern verbessert, ihre Kinder in die Reha-Klinik begleiten zu können.

Baumann zufolge hat allein die Deutsche Rentenversicherung 2018 rund 40.000 Anträge bewilligt, knapp 33.000 Kinder und Jugendliche traten eine stationäre Reha an. Dies sei­en zehn Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Die Ausgaben der Rentenversicherung dafür beliefen sich demnach auf 205 Millionen Euro.

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Hauptgründe für die vier- bis sechswöchige Behandlung in einer Reha-Klinik waren psy­cho­somatische Erkrankungen wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung), chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma sowie Adipositas. In Deutschland sind nach Schätzungen 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen chronisch krank. Von diesen wiederum erhielten nur etwa zwei Prozent eine medizinische Rehabilitation, so das Bündnis.

Diese Dimension verdeutlicht nach Ansicht des hauptsächlich von Kliniken getragenen Bündnisses ein bestehendes Informationsdefizit. Auch verordnende Ärzte wüssten häufig nicht gut genug Bescheid über die Möglichkeiten. „So landen viele Kinder in der falschen Maßnahme, nämlich einer Eltern-Kind-Kur, statt in einer Kinder- und Jugend-Reha“, sagte Baumann. Bei Eltern-Kind-Kuren stünden aber die gesundheitlichen Belastungen der El­tern im Vordergrund, nicht die der Kinder.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte beobachtet teilweise auch eine Scheu von Eltern, eine Kur für ihre chronisch kranken Kinder in Anspruch zu nehmen. „Sie trau­en sich nicht, zu fragen“, sagte Verbandssprecher Hermann Josef Kahl.

In Deutschland gibt es nach Angaben des Bündnisses 50 auf Kinder und Jugendliche spe­zialisierte Rehabilitationskliniken. © dpa/aerzteblatt.de

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