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Ärzteschaft

Neue Impfkampagne in Nordrhein-Westfalen

Montag, 23. September 2019

Postkartenmotiv der Kampagne „Impfcheck NRW – Jetzt Impfschutz prüfen!“ 

Düsseldorf/Dortmund – Eine neue Kampagne soll in Nordrhein-Westfalen (NRW) Bürger dazu motivieren, ihren Impfstatus überprüfen zu lassen. Die Aktion wird von der Landes­regierung in NRW sowie den beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) des Bundes­landes getragen. Rund 22.000 Arztpraxen im Land erhalten im Rahmen der Kampagne „Impfcheck NRW – Jetzt Impfschutz prüfen!“ Plakate und Postkarten zur Ansprache der Patienten. 

„Noch immer lassen sich zu viele Menschen nicht gegen Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Masern, Mumps und Röteln impfen. Sie sind nicht unbedingt gegen das Impfen an sich, aber sie unterschätzen die Gefährlichkeit der vermeintlichen Kinderkrankheiten und versäumen, einen Impftermin zu vereinbaren“, erklärte NRWs Ge­sund­heits­mi­nis­ter Karl-Josef Laumann (CDU) zum Kampagnenstart. Deswegen sei es wichtig, die Impfraten zu steigern, so der Minister.

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„Wer geimpft ist, kann die Viren auch nicht mehr an andere übertragen – das betrifft so­wohl die saisonale Grippeimpfung als auch die immens wichtige Impfung gegen die Ma­sern“, sagte Frank Bergmann, Vorstandsvorsitzender der KV Nordrhein. Die Poster in den Praxisräumen sollen das Arzt-Patienten-Gespräch zum Thema Impfungen anregen.

„Viele Todesfälle wären vermeidbar, wenn sich genug Bürger, vor allem Kinder, Senioren und immungeschwächte Menschen, gegen Grippe impfen lassen würden“, erinnerte Vol­ker Schrage, Allgemeinmediziner und zweiter Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe. 

Laut dem nordrhein-westfälischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium sind fast die Hälfte der an Masern Erkrankten junge Erwachsene. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für die nach 1970 Geborenen, die Impfung nachzuholen, wenn im Impfpass keine oder nur eine Masernimpfung aus der Kindheit vermerkt ist oder der Impfstatus unklar ist.

Die Kommission empfiehlt zudem die Influenzaimpfung für alle Personen ab 60 Jahre. Derzeit lässt sich jedoch nur circa ein Drittel der Personen in dieser Altersgruppe gegen die Influenza impfen.

© hil/aerzteblatt.de

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MITDENKER
am Dienstag, 24. September 2019, 15:26

Peinlich...

...wie wenig sich hochdekorierte Doktores bei diesem Thema auskennen. Auch Geimpfte können natürlich übertragen, ich zitiere:

STIKO:

[die Impfung] scheint aber die Kolonisierung durch Bordetella pertussis im Vergleich zu Ungeimpften nur leicht zu verringern.

Demnach könnten Übertragungen auch durch asymptomatische, geimpfte passagere Träger erfolgen. Dies führt zu einer Abschwächung der positiven Einflüsse eines Gemeinschaftsschutzes, der besonders für ungeimpfte Säuglinge von großer Wichtigkeit wäre.

Kommentar:

Eine "nur leichte Verringerung" der Kolonisierung durch die Impfung führt nicht zu einer "Abschwächung der positiven Einflüsse eines Gemeinschaftsschutzes", sie führt diesen ad absurdum. Übersichtsarbeiten aus dem Jahre 2019 formulieren hier wenig missverständlich: "Finally, aPV pertussis vaccines do not prevent colonization. Consequently, they do not reduce the circulation of B. pertussis and do not exert any herd immunity effect. These findings at least partly explain the resurgence of pertussis." (Esposito 2019) Das wissen z.B. die amerikanischen Gesundheitsbehörden CDC und FDA und auch die WHO schon lange und gehen daher bei Keuchhusten korrekterweise nicht von einem relevanten "Gemeinschaftsschutz" (vulgo: Herdenimmunität) durch die Impfung aus"

Zitiert aus: https://www.impf-info.de/die-impfungen/keuchhusten/277-keuchhustenimpfung-taugt-nix-macht-nix.html
LNS

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