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Medizin

Kinder von Rauchern erkranken im Alter häufiger an Vorhofflimmern

Mittwoch, 25. September 2019

/dalaprod, stockadobecom

San Francisco – Kinder, die zuhause dem Tabakrauch ihrer Eltern ausgesetzt sind, haben Jahrzehnte später ein erhöhtes Risiko, an Vorhofflimmern zu erkranken. Dies kam in einer generationenübergreifenden Analyse der Framingham Heart Study heraus, die jetzt im Journal of the American College of Cardiology (2019; doi: 10.1016/j.jacc.2019.07.060) veröffentlicht wurde.

Aktives Rauchen ist ein häufig unterschätzter Risikofaktor für Vorhofflimmern. Es ist nach den Berechnungen von Epidemiologen für 7 % aller Erkrankungen verantwortlich. Eine Querschnittstudie hatte kürzlich ergeben, dass möglicherweise auch das Passivrauchen das Risiko erhöht. Besonders schädlich ist Passivrauchen für Kinder.

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Ein Team um den Kardiologen Gregory Marcus von der Universität von Kalifornien in San Francisco hat hierzu jetzt die Daten der Framingham Heart Study und der Offspring-Study ausgewertet. Die Teilnehmer der Framingham Heart Study waren intensiv nach ihren Rauchgewohnheiten befragt worden. Die Studie konnte damals belegen, dass aktives Tabakrauchen zu den wichtigsten Auslösern von Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehört.

Die Forscher konnten deshalb ermitteln, ob und wie intensiv ihre Kinder Passivrauchen ausgesetzt waren. Der Anteil betrug 82 %, weil Rauchen zu Zeiten der Framingham Heart Study noch weiter verbreitet war als heute.

Die Teilnehmer der Offspring-Study haben inzwischen ein Alter erreicht, in dem Vorhof­flimmern zu einer häufigen Erkrankung wird. 14,3 % sind im Mittel 40,5 Jahre nach Erreichen des Erwachsenenalters an Vorhofflimmern erkrankt. Mit jeder Packung Zigaretten pro Tag stieg das Risiko um 18 %. Marcus ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 1,18, die mit einem 95-%-Konfi­denz­intervall von 1 bis 1,39 signifikant war.

Eltern geben Rauchgewohnheit weiter

Dass die Kinder wie ihre Eltern an Vorhofflimmern erkranken, könnte natürlich noch andere Ursachen haben. Eine mögliche ist die Weitergabe der Rauchgewohnheit von Eltern an ihre Kinder. Tatsächlich hatten die Kinder ein um 34 % erhöhtes Risiko, selbst zu rauchen, wenn die Eltern geraucht hatten (adjustierte Odds Ratio 1,34; 1,17 bis 1,54).

Dieser Faktor erklärt laut Marcus jedoch nur 17 % der Assoziation zwischen den Rauch­gewohnheiten der Eltern und dem Vorhofflimmern bei den Kindern. Der Rest könnte wenigstens teilweise auf das Passivrauchen in der Kindheit zurückzuführen sein, in der das Herz mit dem Körperwachstum seine endgültige Größe erreicht. Es könnte in dieser Zeit besonders anfällig sein für Noxen, die mit dem Passivrauch reichlich in den Orga­nismus des Kindes gelangen.

Ob eine solche kardiale Schädigung im Kindesalter dann später für das erhöhte Risiko auf ein Vorhofflimmern verantwortlich ist, kann die Studie nicht abschließend beweisen. Zu den Einschränkungen der Untersuchung gehört, dass sich der Raucherstatus der Eltern bei fast 45 % der Nachkommen nicht genau ermitteln ließ. Einige waren aufgrund des schwankenden Rauchverhaltens der Eltern oder nach Trennungen der Eltern unterschiedlichen Expositionen ausgesetzt, was in der Studie nicht berücksichtigt werden konnte. © rme/aerzteblatt.de

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