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FDA begrenzt Packungsgrößen von loperamidhaltigen Antidiarrhoika, um Missbrauch zu verhindern

Mittwoch, 25. September 2019

/pit24, Stock.adobe.com
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Silver Spring – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Packungsgröße von rezeptfrei erhältlichen Antidiarrhoika mit dem Wirkstoff Loperamid verkleinert. Dies soll den Missbrauch des synthetischen Opioids vermindern.

Als Agonist an den µ-Rezeptoren hat Loperamid im Prinzip eine morphinartige Wirkung. Eine zentralnervöse Wirkung tritt allerdings erst auf, wenn das Mittel in sehr hoher Dosierung und mit anderen Mitteln kombiniert wird, die die Blut-Hirn-Schranke herabsetzen. Dies hat sich unter Süchtigen herumgesprochen.

Die FDA hat dies erst bemerkt, als sich 2016 die Berichte zu kardialen Todesfällen häuften. Ursache ist eine Verlängerung des QT-Intervalls durch Loperamid in supratherapeutischen Dosierungen. Die FDA lässt seit 2017 in den Packungsbeilagen vor dem Risiko warnen, was jedoch Opiatabhängige offenbar wenig kümmert.

Die FDA hat sich deshalb mit den Herstellern verständigt, den Packungsinhalt der rezeptfrei verkäuflichen Loperamid-Präparate auf 48 mg zu beschränken. Das ist das 6-fache der maximal zulässigen Tagesdosis in der Selbstmedikation (8 mg) und das 3-fache der Maximaldosis bei verschreibungspflichtigen Anwendungen (16 mg).

Die Apotheken und Onlinehändler werden gebeten, nicht mehr als eine Packung auf einmal zu verkaufen. Beschränkungen der Packungsgrößen haben sich beispielsweise bei Paracetamol als probates Mittel erwiesen, um Überdosierungen zu vermeiden. Ob sie auch bei Drogenabhängigen den gewünschten Effekt erzielen, bleibt abzuwarten. © rme/aerzteblatt.de

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