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Politik

Pflegerat fordert Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege

Mittwoch, 25. September 2019

/dpa

Berlin – Der Deutsche Pflegerat beklagt Fehlentwicklungen bei der Leiharbeit in der Pflege. „Die durch die rasante Entwicklung des Leiharbeitsmarktes in der Pflege beding­ten Fehlentwicklungen gefährden die Patientensicherheit“, warnte Präsident Franz Wag­ner gestern. Er forderte zeitnah gesetzliche Regelungen für eine Begrenzung der Leih­ar­beit sowie Maßnahmen für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege.

Zusammen mit dem Aktionsbündnis Patientensicherheit legte der Pflegerat ein Posi­tions­papier zur Leiharbeit in der Pflege vor. Leiharbeit führe bei den Mitarbeitern zum sozialen Unfrieden, heißt es darin. Das fördere weitere Abwanderungen fest angestellter Pflegen­der. Gefährdet sehen Pflegerat und das Aktionsbündnis Patientensicherheit zudem die Einhaltung der hohen Qualitätsanforderungen.

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Wagner forderte die Politik unter anderem auf, die Zeitarbeitsagenturen dazu zu ver­pflich­ten, die Qualifikation der befristeten Leiharbeiter transparent zu machen. Weiter müsse es eine Begrenzung des Anteils der befristeten Leiharbeiter beim Pflegepersonal geben. Ergänzend wollen der Pflegerat und das Aktionsbündnis Patientensicherheit eine „öffentliche Transparenz über die Leiharbeitsquote in den einzelnen Einrichtungen“.

Eine der wesentlichsten Ursachen für mehr Leiharbeit sieht Wagner in der Pflegeperso­nal­not in allen Bereichen der Pflege und in den damit verbundenen unzureichenden Ar­beitsbedingungen. „Leiharbeit ist Symptom und Folge der prekären Arbeitsbedingungen in der Pflege. Sollen heute und in Zukunft genug Pflegefachpersonen gewonnen und gehalten werden, sind attraktive Arbeitsbedingungen und eine gute Bezahlung der professionell Pflegenden nötig“, unterstrich er.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) hatte gestern angekündigt, man wolle bei der geplanten besseren Vergütung der Pflege in den Krankenhäusern ein Ausweichen auf Leiharbeiter verhindern. „Leiharbeit in der Pflege soll die Ausnahme sein und nicht die Regel werden“, sagte er.

Konkret sollen höhere Kosten, die bei Leiharbeitskräften anfallen können, nicht von den Krankenkassen refinanziert werden, wie Spahn erläuterte. Dafür soll ein Änderungsantrag an einem anderen Gesetz angehängt werden, das in dieser Woche in den Bundestag ein­ge­bracht wird. © kna/aerzteblatt.de

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