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Kritik an Mängeln bei Versorgung von Allergikern

Mittwoch, 25. September 2019

/Andre, stock.adobe.com

Hannover – Bei der Versorgung der rund 25 Millionen Allergiker in Deutschland existie­ren teils massive Defizite, obwohl Diagnostik und Therapien allergischer Erkrankungen auf hohem wissenschaftlichen Niveau möglich sind. Diese Kritik übten Allergologen heute im Vorfeld des 14. Deutschen Allergie-Kongresses in Hannover.

„Mit der heutigen Pressekonferenz wollen wir die gesundheitspolitisch Verantwortlichen wachrütteln, um die Situation der Betroffenen und ihrer Familien in Deutschland endlich entscheidend zu verbessern“, sagten Thomas Werfel, Kongresspräsident und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI), Ludger Kli­mek, Präsident des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AEDA) und Christian Vogel­berg, Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (GPA).

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Die Erforschung von Allergien in dieser Altersgruppe sei bislang absolut unzureichend, mahnte Klimek, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden. Gera­de ältere Patienten hätten vielfach weitere Erkrankungen und nähmen andere Medika­men­te ein, über deren Interaktion mit Allergien und deren Behandlung wenig bekannt sei.

Auch in der Diagnostik und Therapie von Kindern mit Allergien gebe es massi­ve Defizite. So bestünden „eklatante Lücken in der flächendeckenden allergologischen Versorgung“, sagte Vogelberg, Leiter des Allergie-Centrums des Universitätsklinikums Dresden. Patien­ten müssten teils Monate auf einen Termin warten und Eltern Strecken von bis zu 200 Kilometern in Kauf nehmen, um ihre kranken Kinder behandeln zu lassen. Das sei kein Einzelfall in Deutschland.

Bundesweit hätten schätzungsweise nur etwa zehn Prozent der Allergiker Zugang zu einem Facharzt mit der Zusatzbezeichnung „Allergologie“ und würden dort angemessen behandelt. Vogelberg regte an, Disease-Management-Programme (DMP) für Allergien aufzulegen, wie sie sich bei den anderen großen Volkskrankheiten bereits seit Jahren erfolgreich etabliert haben.

Ein weiterer Grund der schlechten Versorgungslage liegt den Allergologen zufolge im Medizinstudium und in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung. „Die Approbationsordnung für Ärzte muss angepasst werden. Auch heute können Medizinstudenten in Deutschland ihr Studium abschließen, ohne tiefer gehende Kenntnisse im Bereich der Allergologie erlangt zu haben“ monierte Werfel, Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik für Derma­tologie, Allergologie und Venerologie der Medizinischen Hochschule Hannover.

Denn Allergien seien weder ein Pflicht- noch ein separates Prüfungsfach an deutschen Universitäten. Das sei bei einer Erkrankung, die 25 Prozent der Bevölkerung betrifft, nicht nachvollziehbar. Er forderte dringend Lehrstühle für das Fach Allergologie. © may/EB/aerzteblatt.de

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