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Medizin

Migräne: Geschlecht relevant für kardiovaskuläre Gesundheit

Mittwoch, 25. September 2019

/fizkes, stock.adobe.com

Berlin – Migräne ist bei Frauen und Männern unterschiedlich mit kardiovaskulären Er­krankungen assoziiert. Die Forschung trage diesem Fakt aber unzureichend Rechnung, kritisierte Antoinette Maassen van den Brink vom Medical Center der Erasmus Universität in Rotterdam. Die niederländische Pharmakologin wurde gestern Abend in Berlin mit dem BIH Excellence Award for Sex and Gender Aspects in Health Research ausgezeichnet.

Maassen van den Brink verwies in einer Keynote Lecture anlässlich der Preisverleihung beispielsweise auf kardiovaskuläre Sicherheitsstudien für die neuen, präventiven Migrä­ne-Antikörper, die das Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP) blockieren.

Physiologisch spiele CGRP zwar keine allzu große Rolle, es habe aber durchaus bei myo­kardialen Ischämien einen cytoprotektiven und vasodilatatorischen Effekt. Die Preisträ­ge­rin berichtete von eigenen Untersuchungen, die Besorgniserregendes zutage brachten: „Dort wo kardiovaskuläre Probleme bei Männern entstehen, ist CGRP nicht relevant. Aber dort, wo die Probleme bei Frauen ihren Ursprung nehmen, ist es sehr wohl relevant“, so Maassen van den Brink.

Sie erläuterte, dass man bei myokardialer Ischämie bei Männern klassischerweise eine obstruktive atherosklerotische Läsion im proximalen Leitungsteil der Koronararterie fin­de. Bei Frauen dagegen fänden sich häufiger als bei Männern Vasospasmen bei angiogra­fisch normalen Koronararterien – und dies oft distal.

„In einer Studie haben wir gezeigt, dass abnehmendes CGRP nur im distalen Teil der Ko­ro­­nararterie – der bei Frauen betroffen ist – mit einer signifikant verringerten Relaxation assoziiert ist. Im proximalen Teil dagegen nicht“, so die Pharmakologin.

Häufig werde in kardiovaskulären Sicherheitsstudien neuer Migränemedikamente aber nur nach typisch „männlichen“ Herz-Kreislauf-Erkrankungen gesucht. Seien dann trotz Anti-CGRP-Therapie keine Auffälligkeiten zu beobachten, bedeute dies nicht, dass die Substanzen auch für Frauen sicher seien, betonte Maassen van den Brink. © nec/aerzteblatt.de

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