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Politik

Abgeordnete werben für freiwillige Organspende

Donnerstag, 26. September 2019

/dpa

Berlin – Parlamentarier fast aller Fraktionen warben heute nochmals für den fraktions­übergreifenden Entwurf eines „Gesetzes zur Stärkung der Entscheidungsfreiheit bei der Organspende“.

Die gestrige Experten-Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages habe ge­zeigt, dass mit ihrem interfraktionellen Gesetzentwurf der richtige Weg bei der Reform der Organspende eingeschlagen werde, erklärten sie. „Wir setzen bewusst auf eine frei­willige Entscheidung der Menschen und deren ausdrückliche Zustimmung zur Organ­spen­de“, betonte die ehemalige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt (SPD).

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Ziel sei es, die Zahl der Organspenden zu erhöhen und den Menschen auf der Warteliste zu helfen, erklärte die Ärztin Kirsten Kappert-Gonther von den Grünen. Die Widerspruchs­lösung, auf deren Einführung der Entwurf eines „Gesetzes zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz einer ebenfalls interfraktionellen Gruppe um Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) zielt, sei dafür aber nicht der rich­tige Weg.

„Entscheidend sind die Strukturen in den Krankenhäusern und das Vertrauen der Bevölke­rung“, sagte Kappert-Gonther. Dies könne man aus Spanien lernen. Auch dort habe nicht die Widerspruchslösung, sondern die Optimierung der Strukturen den entscheidenden Durchbruch bei der Steigerung der Organspenderaten gebracht.

Auf das am 1. April dieses Jahr in Kraft getretene Gesetz zur Stärkung der Organspende wies in diesem Zusammenhang Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) hin. „Der Bundesge­sund­heitsminister scheint jedoch von der Wirkung seines eigenen Gesetzes nicht über­zeugt zu sein“, sagte sie. „Die Diskussion um die Widerspruchslösung kommt zur Unzeit.“ Auch Schmidt findet es „befremdlich“, dass sofort mit dem Inkrafttreten dieses Gesetzes am 1. April die Debatte um die Widerspruchslösung aufkam.

Ergänzt werden könnten die Struk­tur­­verbesserungen in den Krankenhäusern durch Maß­nahmen, die tatsächlich helfen, die Lücke zwischen Spendebereitschaft und den tatsäch­lichen Spenden zu schließen, nämlich Aufklärung und Vertrauen, meinte Kathrin Vogler (Linke).

Studien zeigten zudem keine Evidenz, dass sich die Anzahl der Or­gan­­spenden durch das Vorliegen einer Widerspruchslösung im Vergleich zur Entschei­dungs­­lösung steigern ließe, erklärte der Arzt Stephan Pilsinger (CSU). Ausschlaggebend für die hohen Spenderzahlen in ande­ren Ländern seien vor allem klare Zuständigkeiten und Abläufe in den Kranken­häusern sowie ein hohes Vertrauen der Bevölkerung in die Transplantationsmedizin.

Noch in diesem Jahr sollen die Parlamentarier im Bundestag entscheiden, ob künftig die Widerspruchs- oder weiterhin eine Zustimmungslösung gelten soll. Dabei werden die Abgeordneten ohne Fraktionszwang abstimmen.

Der Ausgang ist offen: Wie bereits bei der ersten Lesung der beiden konkurrieren­den Ge­setzentwürfe im Sommer sind noch viele Abgeordnete unentschlossen. Eine Wider­spruchs­lösung präferierten nach Angaben des Deutschen Bundestages gut 200 Abgeord­nete, der Entwurf zur Stärkung der Entscheidungsfreiheit hatte knapp 200 Unter­stützer. © ER/aerzteblatt.de

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Avatar #788950
Sinead
am Freitag, 27. September 2019, 18:09

Organspende muß freiwillig bleiben

Ein Hirntoter Mensch ist allenfalls ein sterbender Mensch aber kein Toter. Um Organe entnehmen zu können, wird der potenzielle Spender mit Hilfe von Maschinen am endgültigen Sterben gehindert. Dies darf nur geschehen, wenn derjenige selber zuvor eingewilligt hat. Angehörige sollten diese Entscheidung nicht treffen dürfen.Viel besser wäre es, spendewillige Menschen in einem Arztgepräch über den Ablauf einer Explantation aufzuklären; dass man mit seiner Unterschrift erlaubt, das einem selber im Sterbeprozes in einer mehrstündigen OP die Organe entnommen werden und man erst dann tot. Vor dieser OP werden organprotektive Maßnahmen zugunsten dritter ergriffen. Die ganze Behandlung dient nur noch dem Wohle des Empfängers. All das wird bei der ganzen Werberei gerne außen vor gelassen. Ich selber möchte weder Spender noch Empfänger sein.
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