NewsVermischtesTK-Chef Baas will Ärzte zur Nutzung der elektronischen Patientenakte verpflichten
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

TK-Chef Baas will Ärzte zur Nutzung der elektronischen Patientenakte verpflichten

Donnerstag, 26. September 2019

Jens Baas 2013/ picture alliance
Jens Baas / picture alliance

Hamburg – Ärzte sollten gesetzlich verpflichtet werden, die elektronische Patientenakte (ePA) ab ihrem Start mit Daten zu füllen. Das sei ein wesentlicher Baustein für den Erfolg der Akte, sagte der Vorstandsvorsitzende der TK, Jens Baas, heute in Hamburg. Dies sei zwar zunächst im Digitale-Versorgungs-Gesetz (DVG), das morgen im Bundestag beraten werden soll, vorgesehen, sei aber aus dem Referentenentwurf gestrichen worden.

„Der Datenaustausch zwischen Patient und Arzt ist eine zentrale Funktion der Akte. Da­durch fehlt jetzt ein wesentlicher Nutzen der Patientenakte für die Versicherten“, so Baas. Er sehe die Gefahr, dass die Akte auf weniger Akzeptanz stoßen werde, wenn die Men­schen darüber keine Dokumente mit ihren Ärzten teilen könnten.

Anzeige

Der Gesetzgeber hat festgeschrieben, dass Krankenkassen ihren Versicherten ab 2021 eine ePA anbieten müssen. Dann werden die derzeitigen elektronischen Gesundheitsak­ten (eGA) der Krankenkassen um bundeseinheitliche Standards ergänzt und umgebaut, um die Interoperabilität der Akten sicherzustellen. Aus der eGA wird die ePA.

Am schnellen Anstieg der Nutzerzahl von TK-Safe sehen wir, dass sich die Menschen ei­ne digitale Lösung für ihr Gesundheitsmanagement wünschen. Jens Baas,Vorstandsvorsitzender der TK

Der TK zufolge wird die elektronische Gesundheitsakte der Kasse (TK-Safe) mittlerweile von mehr als 200.000 Versicherten genutzt. TK-Safe war nach einem ausführlichen Test­betrieb im Mai 2019 für alle TK-Versicherten freigeschaltet worden. „Am schnellen Anstieg der Nutzerzahl von TK-Safe sehen wir, dass sich die Menschen ei­ne digitale Lösung für ihr Gesundheitsmanagement wünschen“, sagte Baas. Ein Viertel der Versicherten logge sich mindestens einmal pro Monat ein.

Die Nachfrage nach einem sicheren Speicherort für Gesundheitsdaten sei also da, so Baas. Umso wichtiger sei es, dass eine vollständig vernetzte Patientenakte, wie von der Politik geplant, ab 2021 an den Start gehe. © may/EB/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #108046
Mathilda
am Montag, 30. September 2019, 15:39

Wem "gehören" die Patientendaten?

Ich glaube, es liegt bei vielen Ärzten nach wie vor ein Trugschluss vor: die Daten des Patienten gehören dem Patienten und nicht dem Arzt! Der Arzt hat sie erhoben, dafür wurde er vom Patienten über dessen Kran­ken­ver­siche­rung bezahlt. Der Patient hat das Recht, über seine Daten zu verfügen.
Wie Herr Baas richtig sagt: ein Großteil der Patienten möchte in der Form über seine Daten verfügen, dass er diese mittels ePA seinen behandelnden Ärzten zur Verfügung stellen möchte. Wer dies nicht will, hat nach allen bisherigen Entwürfen das Recht, seiner ePA zu widersprechen. Dieses Recht liegt allerdings ausschließlich beim Patienten, nicht beim Arzt! Der Arzt hat schon heute die Pflicht, dem Patienten dessen Daten zur Verfügung zu stellen. Zukünftig wird das für alle Seiten mit Hilfe der ePA vereinfacht. Und, liebe Ärzte, sofern Sie nicht Ihre Pensionierung in erwartbarer Aussicht haben, werden Sie es noch erleben, dass Sie "Ihre" Patientendaten online direkt in den ePA führen werden. Eine doppelte Datenhaltung bzw. ein Vorhalten von Daten bei Ihnen als Ärzte, die dann eben doch wieder nicht in der ePA landen, macht ja auch keinerlei Sinn. Sie glauben das nicht? Sprechen wir uns in 20 Jahren wieder!
Avatar #672734
isnydoc
am Freitag, 27. September 2019, 13:47

Zwangsläufig ... wünsch dir was ...

Die gute Fee der TKK war da ... drei Wünsche frei? ... nei, nei .. wieder ein Gesetz, wir sind ja schon bei langen Nächten der Gesundheitspolitik ... wie gesund ist das eigentlich vor weitgehend leeren Reihen in Berlin?
Avatar #736590
xxhfa
am Freitag, 27. September 2019, 12:43

jedes Kontrollinstrument wird irgendwann mißbraucht...

und ich werde jeder Dritten potentiell zugänglichen Speicherung meiner Daten widersprechen.
Meine Chipkarte betreffend reicht ein Magnet von der Pinnwand.
Meine Patienten sehen das ähnlich.
Avatar #88767
fjmvw
am Donnerstag, 26. September 2019, 21:26

Falsche Strategie, Herr Baas.

Ärzte per Gesetz zu etwas zu zwingen, was sie nicht selbst wollen, wird zu vielen Pseudoaktivitäten führen. Hauptsache irgendein Eintrag gemacht, bezahlt wird ja nicht die Qualität sondern lediglich das Vorhandensein von "irgendwelchen Daten".

Damit sinkt der Informationsgehalt der elektronischen Akte. Je niedriger der Informationsgehalt, desto geringer der Nutzen. Je geringer der Nutzen, desto weniger werden die Ärzte bestrebt sein, den Schrottinhalt mit qualifizierten Inputs anzureichern.
Unterm Stricht sinkt die Akzeptanz, und damit die Qualität, weiter.

Wer Wert auf eine sinnvolle, gute eAkte legt, der sollten denjenigen, die den Input dafür liefern (könnten) äußerst attraktive Angebote machen.
"Zwang per Gesetz" ist das Gegenteil von "attraktives Angebot". Genau deswegen wird die Akte scheitern.

Versprochen.
LNS

Nachrichten zum Thema

23. Oktober 2020
Berlin – Zum 1. Oktober 2020 wurden neue Leistungen in den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen, welche die Abrechnungsmöglichkeiten von Telekonsilien deutlich ausweiten. Nun können
„Die Pandemie hat uns gelehrt, dass der orts- und zeitunabhängige Transfer von Expertenwissen einen erheblichen Mehrwert darstellt.“
23. Oktober 2020
Essen – Die gemeinsam von der BITMARCK-Unternehmensgruppe sowie dem Softwarehaus RISE entwickelte elektronische Patientenakte (ePA) hat einen wichtigen Meilenstein erreicht. In einer von der gematik
Erfolgreicher Test: BITMARCK und RISE übermitteln erste Dokumente von Leistungserbringern an die ePA
22. Oktober 2020
Berlin – Der Kommunikationsdienst für die Praxis „kv.dox“ steht kurz vor der Einführung. Nach erfolgreicher Prüfung durch die gematik wird jetzt der finale Test des Dienstes der Kassenärztlichen
KIM-Dienst kv.dox der KBV steht kurz vor dem Start
20. Oktober 2020
Berlin – Für ein geplantes drittes Digitalisierungsgesetz für das Gesundheitswesen sind heute erste Ideen bekannt geworden: Laut einem Stichpunkte-Papier, das dem Deutschen Ärzteblatt vorliegt, sollen
Erste Konturen für drittes Digitalisierungsgesetz
20. Oktober 2020
Berlin – Politiker mehrerer Parteien haben angesichts steigender Coronainfektionszahlen eine Aufrüstung der Corona-Warn-App mit zusätzlichen Funktionen gefordert. Es sei nicht akzeptabel, dass nur 60
Politiker mehrerer Parteien für Aufrüstung der Corona-Warn-App
19. Oktober 2020
Berlin – Die Corona-Warn-App des Bundes kann nun auch länderübergreifend über eine möglicherweise gefährliche Begegnung mit Coronainfizierten warnen. Heute Mittag erschien wie angekündigt das Update
Corona-Warn-App startet länderübergreifende Risikoermittlung
19. Oktober 2020
Berlin – Viele Patienten finden die Möglichkeit gut, mittels Video- und Telefonsprechstunden Kontakt zu ihrem Arzt aufnehmen zu können. Das geht aus einer Online-Umfrage durch das
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER