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Politik

Hebammenausbildung künftig per Studium

Freitag, 27. September 2019

/kasto, stockadobecom

Berlin – Wer Hebamme werden will, muss künftig studieren. Das sieht ein Gesetz vor, das der Bundestag gestern am späten Abend mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen be­­schlossen hat. AfD, FDP und Linke enthielten sich bei der Abstimmung. Die Reform muss noch vom Bundesrat bestätigt werden.

Die Neuregelung sieht vor, dass angehende Hebammen ihren Beruf generell an Hoch­schu­­len erlernen müssen. Am Ende eines drei- bis vierjährigen dualen Studiums mit hohem Praxisanteil stehen eine staatliche Prüfung und ein Bachelor-Abschluss. Das duale Studium verbindet ein wissenschaftliches Studium mit einer beruflichen Aus­bildung. Für die gesamte Dauer wird eine Vergütung gezahlt.

Bislang werden Hebammen an Hebammenschulen ausgebildet. Bewerben konnte sich dort jeder mit mittlerer Reife oder gleichwertigem Schulabschluss. Für das Studium sind künftig grundsätzlich eine zwölfjährige allgemeine Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf Voraussetzung.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verbindet mit der geänderten Ausbildung die Hoffnung auf mehr Hebammennachwuchs, weil der Beruf dadurch attraktiver werde. Bevor die Reform wie geplant Anfang 2020 in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen. Damit wäre dann auch eine entsprechende Richtlinie der Europäischen Union rechtzeitig umgesetzt.

Der Deutsche Hebammenverband (DHV) begrüßte die Entscheidung als notwendige Weichenstellung für die Zukunft des Berufsstandes und für eine sichere Betreuung von Schwangeren und Familien auf hohem wissenschaftlichem Niveau. Ein Wermutstropfen ist für den DHV die um ein Jahr auf drei Jahre verlängerte Übergangsfrist für die Hebammen­schulen.

Die Ärzte übten bereits im Vorfeld scharfe Kritik an der Reform. Sie sorgen sich um zunehmende Engpässe. Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) und das German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) betonten zuletzt, das Gesetz werde die Unterversorgung in der Geburtshilfe verschärfen. © kna/may/aerzteblatt.de

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