NewsMedizinZunehmende Inanspruchnahme von Intensivmedizin am Lebensende
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Zunehmende Inanspruchnahme von Intensivmedizin am Lebensende

Montag, 30. September 2019

/bilderstoeckchen-stockadobecom

Berlin – Immer mehr Menschen erhalten in Deutschland zum Lebensende im Kranken­haus eine intensivmedizinische Behandlung. Dies zeigt eine Studie in der aktuellen Aus­gabe des Deutschen Ärzteblattes, bei der DRG-Daten der Jahre 2007-2015 ausgewertet wurden (Dtsch Arztebl Int 2019; 116: 653-60DOI: 10.3238/arztebl.2019.0653).

Unter allen Todesfällen in der deutschen Bevölkerung nahm der Anteil der Todesfälle im Krankenhaus, bei denen die Patienten am Lebensende eine Intensivtherapie erhielten, deutlich stärker zu (von 20,6% auf 25,6%) als der Anteil der Krankenhaustodesfälle ins­gesamt (von 9,8% auf 11,8%).

Anzeige

In der Altersgruppe ab 65 Jahre stieg die Zahl der im Krankenhaus Verstorbenen, die eine Intensivtherapie erhielten, dreimal so schnell wie die der Krankenhaustodesfälle insge­samt.

Bei der Interpretation dieser Zahlen verweisen die Autoren auf die zunehmende Morbidi­tät und Schwere der Erkrankung in einer älter werdenden Bevölkerung. Aber auch wirt­schaft­liche Anreize könnten eine Rolle spielen; so stiegen die Gewinne der Krankenhäu­ser exponentiell mit der Zahl der Tage, an denen eine mechanische Beatmung bei gleich­zeitig niedrigem Personalschlüssel eingesetzt werde.

Dies könne auch einer der Gründe dafür sein, dass die Zahl der Intensivbetten in deutsch­en Krankenhäusern stetig zunehme, wohingegen die Zahl der Krankenhausbetten insge­samt zurückgehe.

Die Zahl der Intensivbetten in Deutschland sei doppelt so hoch wie im europäischen Durchschnitt, betonen die Autoren; dagegen gehöre der Pflegeschlüssel zu den niedrigs­ten in Europa. Eine Verbesserung des palliativmedizinischen Angebots könne möglicher­weise dazu beitragen, den Trend zur intensivmedizinischen Versorgung am Lebensende zu stoppen. © TG/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #70385
Salzer
am Montag, 30. September 2019, 23:46

Wie alt ist TG?

Als meine Kinder im Kindergarten waren, galten 30-Jährige als alt. Dass mit 65 nicht nur der Renteneintritt sondern auch das Lebensende zu erwarten ist, hätte nicht mal Väterchen Stalin zu sagen gewagt.
Avatar #79783
Practicus
am Montag, 30. September 2019, 23:42

Richtig Geld

wird in den sogenannten "Beatmungs-WGs" verdient... da betreuen Hilfskräfte nach kurzer Einarbeitung die "Gelddruckmaschinen" in den Betten... Man Nehme eine 5-Zimmer-Wohnung - macht 100.000 € pro Monat..
Avatar #648603
normalerdoktor
am Montag, 30. September 2019, 22:02

Wirtschaftliche Anreize

So schrecklich es ist — es ist ein offenes Geheimnis, dass mit Beatmungsstunden Geld verdient wird, um Krankenhäuser am Leben zu erhalten. #rettetdiemedizin
Avatar #591642
DocFit
am Montag, 30. September 2019, 21:00

Intensivmedizin am Lebensende

Sicher weiß man vieles erst am Ende. Dennoch: ebenso weiß jeder, dass das Leben endlich ist. Daher muss z. B. nicht jede schwere Hirnblutung im fortgeschrittenen Alter, die - wenn sie überlebt wird - meist in einer mehr oder minder schweren Pflegebedürftigkeit mündet, kurativ behandelt werden. Hier kann ein einfűhlsames, wenngleich für manchen nicht lukratives, Gespräch den Weg ebnen, sich für ein palliatives Konzept zu entscheiden.
Dr. med. Stephan Wulf (Allgemeinmedizin, Geriatrie, Palliativmedizin)
Avatar #661708
Haiko
am Montag, 30. September 2019, 20:40

Früher begleiteten die Grundversorger Sterbende zu Hause

Weil Hausärzte immer mehr fehlen, explodieren die Kosten im Sozialwesen, auch weil die teuren Betten jetzt die Menschen auffangen müssen.
Avatar #735550
rp__bt
am Montag, 30. September 2019, 19:03

Man weiß es halt immer erst hinterher...

...ob der Intensivaufenthalt am Lebensende stand. Und Rationierung wird kein Politiker ins Gespräch bringen, weil er sonst sofort mit der Moralkeule erschlagen würde.
LNS

Nachrichten zum Thema

18. November 2019
Berlin – Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn plant einen breiten Dialog zur künftigen Finanzierung der Pflege und strebt mehr Berechenbarkeit bei Eigenanteilen für Pflegebedürftige an. „Wir müssen
Spahn will mehr Planbarkeit bei Eigenanteilen in der Pflege
14. November 2019
Zwickau – Viele Pflegebedürftige in Sachsen werden zum Sozialfall. 2018 gab es im Freistaat 14.443 Empfänger von Hilfe zur Pflege, davon 8.075 Frauen und 6.368 Männer, teilte die Zwickauer
Viele Pflegebedürftige in Sachsen werden zum Sozialfall
8. November 2019
Berlin – Pflegelöhne, Hebammenstudium, Bürokratieentlastungsgesetz, Implantateregister und Psy­cho­thera­peuten­aus­bildung. Der Bundesrat hat heute mehrere Gesetze des Bundestags passieren lassen. Die
Bundesrat billigt eine Reihe von Gesundheitsgesetzen
8. November 2019
Hannover – Die Grünen wollen den Eigenanteil für Pflegeheimbewohner deckeln. „Pflegebedürftigkeit wird immer mehr zu einem Armutsrisiko in Deutschland. Davor haben viele Menschen Angst. Gerade in der
Grüne wollen Pflege-Eigenanteil für Heimbewohner deckeln
6. November 2019
Dortmund/Wiesbaden – Die Zahl von Sozialhilfeempfängern unter den Pflegebedürftigen ist im vergangenen Jahr angestiegen. Wie aus den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden
Anstieg von Sozialhilfeempfängern unter den Pflegebedürftigen sorgt für Kritik
6. November 2019
Hamburg – Unterstützung bei der Versorgung chronischer Wunden sollen Pflegende künftig über eine Datenbrille mit Augmented-Reality-Technologie erhalten. Daran arbeiten Wissenschaftler verschiedener
Augmented-Reality-Brille hilft bei der Pflege chronisch Kranker
31. Oktober 2019
Köln – Die Malteser in Deutschland trennen sich vom Großteil ihrer Krankenhäuser: Die Organisation kündigte heute in Köln an, sie wolle die Trägerschaft von sechs ihrer acht Akutkliniken,
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER