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Grippewelle war tödlichste in 30 Jahren

Montag, 30. September 2019

/dpa

Berlin – Die außergewöhnlich starke Grippewelle 2017/18 hat nach Schätzungen rund 25.100 Menschen in Deutschland das Leben gekostet. Das sei die höchste Zahl an To­des­fällen in den vergangenen 30 Jahren, wie der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, heute mit Blick auf eine eigene aktuelle Auswertungen erklärte. Es gebe auch saisonale Wellen mit wenigen Hundert Todesfällen.

Die wichtigste Schutzmaßnahme ist dem RKI zufolge trotz der von Saison zu Saison un­ter­schiedlichen Wirksamkeit die Impfung. „Es gibt keine andere Impfung in Deutschland, mit der sich mehr Leben retten lässt“, sagte Wieler. Neben der Im­pfung, die laut RKI die wichtigste Schutzmaßnahme darstellt, empfehlen die Experten gründliches Händewa­schen mit Seife und Abstandhalten zu Erkrankten.

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Ein Vergleichswert für die laut RKI „moderate“ Welle 2018/19 liegt noch nicht vor. Die Ex­perten gehen von 3,8 Millionen Arztbesuchen wegen Grippe in der vergangenen Saison aus. Das ist weniger als halb so viel wie 2017/18. Insgesamt registrierte das Institut von Oktober bis Mitte Mai 182 000 labordiagnostisch bestätigte Grippefälle.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) mahnte, die Zahlen sollten allen Impfgeg­nern zu Denken geben. „Impfen hilft, Krankheiten zu vermeiden“, erklärte der Minister. Grippe könne aber auch tödlich sein. Spahn rief besonders ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie Medizin- und Pflegepersonal dazu auf, sich rechtzeitig impfen zu lassen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Grippe Menschen ab 60, chro­nisch Kranken, Schwangeren sowie Medizin- und Pflegepersonal. Die Impfung des medizinischen Personals dient laut RKI dem individuellen Schutz vor einer Erkran­kung, reduziert aber auch die Weiterverbreitung des Influenzavirus im Krankenhaus. Bis­herige Daten wiesen auf den immer noch zu geringen Impfschutz des Gesundheitsperso­nals hin, schreibt das RKI mit.

Das Institut berichtete heute auch von einer ungewöhnlichen Aktion des St. Franziskus-Hospital in Münster. „Wer sich gegen Influenza impfen ließ, erhielt einen Gutschein für eine Porti­on Pommes in der Cafeteria. Jedes Team mit einer Impfquote von 100 Prozent bekam einen Gut­schein für ein gemeinsames Frühstück“, so das RKI. Die Aktion hat laut RKI Erfolg gehabt. Die Impfquote habe sich verdoppelte und in der Ärzteschaft nach der Aktion bei mehr als 90 Prozent gelegen. © dpa/afp/may/aerzteblatt.de

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Avatar #592104
fette67
am Dienstag, 22. Oktober 2019, 22:24

@Mitdenker

Wer überschätzt die Grippeimpfung? Die Impfgegner?
Das die "Vaccine effectiveness" jedes Jahr anders ist, mal gut mal schlecht, ist allgemein bekannt und natürlich nicht befriedigend. Aber bis es nichts besseres gibt, immer noch besser, als nichts zu tun.
Avatar #592104
fette67
am Dienstag, 22. Oktober 2019, 22:11

@Gerich

Man sollte schon den ganzen Artikel lesen. Cherrypicking at its best.

"Seasonal inf uenza is an important public health and medical challenge. Pandemic influenza would cause a substantial burden of disease and seriously threaten the global economy. Based on a track record of substantial safety and moderate efficacy in many seasons, we believe the current influenza vaccines will continue to have a role in reduction of influenza morbidity until more eff ective interventions are available. However, evidence for consistent high-level protection is elusive for the present generation of vaccines, especially in individuals at risk of medical complications or those aged 65 years or older. The ongoing public health burden caused by seasonal influenza and the potential lobal effect of a severe pandemic suggests an urgent need for a new generation of more highly effctive and cross-protective vaccines that can be manufactured rapidly. New vaccines based on novel antigens that differ from the presently licensed vaccines are in development. Active partnerships between industry and government are needed to accelerate research, reduce regulatory barriers to licensure, and support financial models that favour the purchase of vaccines that provide improved protection. Active pursuit of this goal now will save lives every year and when the next influenza pandemic occurs. In the meantime, we should maintain public support for present vaccines that are the best intervention available for seasonal influenza."
Fazit: Aktuelle Impfstoffe nicht toll, aber bis es bessere gibt, die in Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden und der Industrie schnellstmöglich entwickelt werden sollten, die beste Wahl.
Avatar #769631
Naturfreund
am Freitag, 4. Oktober 2019, 10:08

Impfungen

die Parallelen zu DAMALS sind unübersehbar. Eine jüdische Überlebende berichtet:
https://www.youtube.com/watch?v=fVoTt7x-l98
Avatar #769631
Naturfreund
am Freitag, 4. Oktober 2019, 10:06

Impfungen

Hört gut zu und urteilt selbst:

https://www.youtube.com/watch?v=2SJ2liDPPzU
Avatar #769631
Naturfreund
am Donnerstag, 3. Oktober 2019, 11:06

Für eine Tüte Pommes

.....eine Impfung. Dämlicher geht es nicht. Pommes sind ja auch so gesund. (Ironie)
Avatar #779143
Gerich
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 17:41

Was interessieren mich die Fakten, wenn ich genau weiss was ich erreichen will ?

Ob die Impfstoffe seit 2012 sehr viel besser geworden sind ? Damals brachte eine grosse Influenza-Metastudie in den USA jedenfalls ein ernüchterndes Ergebnis, das Herrn Spahn eher unglücklich machen würde. (Wenn es ihn interessieren würde.)
Gerade den alten Leuten brachte die Impfung nichts Gutes.

https://www.thelancet.com/journals/laninf/article/PIIS1473-3099(11)70295-X/fulltext

"No published meta-analyses have assessed efficacy and effectiveness of licensed influenza vaccines in the USA with sensitive and highly specific diagnostic tests to confirm influenza.
(...)
Interpretation
Influenza vaccines can provide moderate protection against virologically confirmed influenza, but such protection is greatly reduced or absent in some seasons. Evidence for protection in adults aged 65 years or older is lacking. LAIVs consistently show highest efficacy in young children (aged 6 months to 7 years)."
Avatar #769631
Naturfreund
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 15:32

Wie viele Grippetote?

25100 oder so viele:

https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/influenza_grippe/article/964518/grippewelle-2018-1600-tote-durch-influenza.html
Avatar #759489
MITDENKER
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 14:51

Grippeimpfung wird überschätzt...

...wie man hier evidenzbasiert unschwer nachlesen kann:

http://impf-info.de/die-impfungen/grippe/273-grippe-impfstoff-2018-2019-not-effective.html
Avatar #771555
Rosenkohl
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 14:01

Dreifach enthielt nicht Yamagata B

Nützte bloß halt wenig. Geschätzt 69% der Todesfälle 2017/18 werden auf Yamagata B zurückgeführt (RKI Influenzabericht 2018-19, S. 47), die Dreifachimpfung wirkte aber nur Victoria B, vergl. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/01/16/wirkt-die-aktuelle-grippeimpfung.
Avatar #737432
Rollkragen
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 11:11

Geimpft/Ungeimpft

Das ist eine wichtige Frage, daher kann man nicht einfach wie Herr Schätzler behaupten, dass der Dreifachimpfstoff "des Pudels Kern" sei. Der Anteil der Geimpften selbst unter den Risikogruppen ist relativ niedrig, daher ist anzunehmen, dass die meisten Todesfälle bei Ungeimpften aufgetreten sind, es also keine Rolle gespielt hat, ob ein Dreifach- oder Vierfachimpfstoff zur Verfügung stand. Laut RKI waren in der Bevölkerung 2016/2017 gerade einmal 34,8 % der Personen über 60 Jahre geimpft.
Avatar #788392
FalcoKubny
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 10:37

Schätzungen zu Folge?

Was heißt denn Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland dem Land der "medizinischen Überversorgung" keine belastbaren Zahlen von Influenza Toten?
Avatar #778771
B.Schmidt
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 08:37

Influenza 17/18

Danke, für den guten Beitrag!
Avatar #776577
doc_didier
am Montag, 30. September 2019, 23:09

Waren die 25000 alle ungeimpft?

Waren die 25000 alle ungeimpft?
Avatar #687997
Pro-Natur
am Montag, 30. September 2019, 22:21

Mit Logik zu erklären

Mit der Herstellung jeder Grippeimpfung wird eine Mutation des Virus forciert: https://www.scripps.edu/news-and-events/press-room/2017/20171030wilson.html. Wir wissen, dass für jede Grippesaison eine neue Impfung "kreiert" werden muss, weil der Virus sich weiter mutiert. Irgendwann mutiert sich ein Virus zu einer virulenteren Sorte und mehr Menschen erkranken schwerer und eher daran sterben als sonst. Man könnte meinen, die Impfungen spitzen die Gefährlichkeit der Grippe zu, als dass sie davor schützen.
Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Montag, 30. September 2019, 19:41

Influenza: Exzess-Mortalität 2017/2018

Das RKI verschweigt die eigentliche Ursache für die Exzess-Mortalität 2017/2018 bei der Influenza-Epidemie.

Tatsache ist, dass die WHO bereits am 21.2.2013 neben dem 3-fach-Impfstoff unter anderem auch eine 4-fach-Vakzine empfohlen hat:

"Recommended composition of influenza virus vaccines for use in the 2013-14 northern hemisphere influenza season
21 February 2013
It is recommended that trivalent vaccines for use in the 2013-14 influenza season (northern hemisphere winter) contain the following:
an A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like virusa;
an A(H3N2) virus antigenically like the cell-propagated prototype virus A/Victoria/361/2011b*;
a B/Massachusetts/2/2012-like virus.
It is recommended that quadrivalent vaccines containing two influenza B viruses contain the above three viruses and a B/Brisbane/60/2008-like virusc.
a A/Christchurch/16/2010 is an A/California/7/2009-like virus;
b A/Texas/50/2012 is an A(H3N2) virus antigenically like the cell-propagated prototype virus A/Victoria/361/2011;
c B/Brisbane/33/2008 is a B/Brisbane/60/2008-like virus."
http://www.who.int/influenza/vaccines/virus/recommendations/2013_14_north/en/

Entsprechende Empfehlungen gab es bereits für die Influenza-Saison 2014/2015
http://www.who.int/influenza/vaccines/virus/recommendations/2014_15_north/en/
und für 2015/2016
http://www.who.int/influenza/vaccines/virus/recommendations/2015_16_north/en/
bzw. für 2016/2017:
"Recommended composition of influenza virus vaccines for use in the 2016-2017 northern hemisphere influenza season
25 February 2016
It is recommended that trivalent vaccines for use in the 2016-2017 influenza season (northern hemisphere winter) contain the following:
an A/California/7/2009 (H1N1)pdm09-like virus;
an A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)-like virus;
a B/Brisbane/60/2008-like virus.
It is recommended that quadrivalent vaccines containing two influenza B viruses contain the above three viruses and a B/Phuket/3073/2013-like virus."
http://www.who.int/influenza/vaccines/virus/recommendations/2016_17_north/en/

Aber von angemessener Selbstkritik keine Spur. In Deutschland wurde aus Gründen falsch verstandener Sparsamkeit in der GKV nur der trivalente, und nicht der teurere tetravalente Influenza-Impf-Stoff, wie heutzutage selbstverständlich, zur Verfügung gestellt.

Das ist des Pudels Kern.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

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