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Ausland

Griechenland bringt Flüchtlinge aufs Festland

Dienstag, 1. Oktober 2019

/dpa

Athen – Zwei Tage nach dem Tod einer Frau im Registrierlager von Moria auf der Insel Lesbos hat die griechische Regierung 215 Flüchtlinge aufs Festland bringen lassen. Die Menschen – vor allem Familien mit Kindern und kranke Menschen – kamen an Bord einer Fähre aus Lesbos, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Hunderte weitere Migranten sollten in den nächsten Tagen von Lesbos und auch anderen Lagern der Inseln Samos, Chios, Leros und Kos in die auf dem Festland gelegene Hafen­stadt Piräus gebracht werden. In und um das Lager von Moria, wo es vorgestern zu schwe­ren Aus­schreitungen gekommen war, herrschte heute Ruhe, wie griechische Me­dien übereinstimm­end berichteten.

Auf den griechischen Inseln im Osten der Ägäis harren zurzeit knapp 30.000 Migranten aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016. Im April war die Zahl der auf den Inseln lebenden Migranten auf 14.000 zurück­ge­gangen. Seit­dem sind aber wieder verstärkt Migranten gekommen. Die Registrierlager dort haben eine Aufnahmekapazität von weniger als 7.000 Menschen.

Der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei sieht vor, dass die EU alle Flücht­lin­ge und Migranten, die illegal über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen, zurück­schi­cken kann. Die Bearbeitung der Asylanträge kommt wegen Personalmangels jedoch auf den griechischen Inseln nur mühsam voran. © dpa/aerzteblatt.de

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