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Hälfte der Kleinkinder unvollständig geimpft

Dienstag, 1. Oktober 2019

/stalnyk, stock.adobe.com

Berlin – Rund die Hälfte der 2016 geborenen Kinder ist bis zum zweiten Geburtstag nicht vollständig geimpft gewesen. Sie hatten nicht alle zur vollständigen Immunisierung nöti­gen Teilimpfungen erhalten. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Techniker Kranken­kasse (TK), deren Ergebnisse heute in Berlin vorgestellt wurden.

Demnach waren nur 47 Prozent der untersuchten rund 100.000 Kinder vollständig ge­impft. Gar keine der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen 13 Impfun­gen erhalten hatten 3,6 Prozent der Kinder.

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Die Auswertung zeigt außerdem große regionale Unterschiede auf: Während in Hessen 69 Prozent und in Sachsen 62 Prozent der Kinder im Alter von zwei Jahren nicht voll­stän­dig geimpft waren, waren es in Sachsen-Anhalt und Brandenburg jeweils 39 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern 37 Prozent.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, wies darauf hin, dass es sich bei den Eltern der 47 Prozent, nicht vollständig geimpften Kinder keineswegs um Impfgegner handele. „Sie lassen ihre Kinder prinzipiell impfen. Wir sollten uns darum bemühen, dass die Kinder ihre restlichen Teilimpfungen bekommen.“

Eine allgemeine Impfpflicht könne allerdings immer nur der letzte Ausweg sein, betonte Baas. Er plädierte dafür, dass Krankenkassen die Eltern proaktiv und nachhaltig auf ver­gessene Impfungen hinweisen dürfen sollten. Dies könnte zum Beispiel eine Anwendung der elektronischen Patientenakte sein, aber derzeit erlaubten die rechtlichen Vorgaben keine entsprechenden digitalen Erinnerungen.

Die Gründe dafür, seine Kinder oder sich selbst nicht impfen zu lassen, sind vielfältig: In Deutschland relevant seien vor allem ein zu geringes Vertrauen in Sicherheit und Effekti­vität von Impfungen, praktische Barrieren wie Stress, Zeitnot und Aufwand sowie eine fehlende Risikowahrnehmung für die Krankheiten, gegen die geimpft werde, erklärte Cor­nelia Betsch, Professorin für Gesundheitskommunikation an der Universität Erfurt. Aber auch an der Bereitschaft, andere durch eine Impfung zu schützen, mangelt es laut einer Analyse, die auf Daten der Infektionsschutzstudie basiert.

Vor einer Impfpflicht müssen Alternativen erprobt werden

Interventionen zu Verbesserung der Impfquoten müssten an diesen Gründen ansetzen, so Betsch. Sie nannte als mögliche Ansätze unter anderem, das Vertrauen in Impfungen zu stärken, die Risikowahrnehmung zu verändern, praktische Barrieren abzubauen und das Prinzip des Gemeinschaftsschutzes zu erklären.

Auch durch eine allgemeine Impfpflicht würden sich zwar Barrieren abbauen lassen, so Betsch, aber zuvor habe „Deutschland noch Hausaufgaben zu erledigen“. Bisher seien zwar die Gründe, weshalb Menschen sich oder ihre Kinder nicht impfen lassen, gemessen worden – „aber es wurde nicht mit flächendeckenden Interventionen darauf reagiert“.

Auch die Einrichtung eines Impfregisters oder automatische Erinnerungen an anstehende Impfungen seien als Alternative zu einer Impfpflicht noch nicht ausprobiert worden. Und ein großes Problem – wenn auch eines, an dem gerade gearbeitet werde – sei, dass der Impfkurs nicht mehr Bestandteil der Ärzteausbildung sei. Aber auch Gespräche mit impf­kritischen Eltern zu führen, müssten gelernt werden.

Angesichts der für März 2010 geplanten Masernimpfpflicht betonte die Expertin: Insbe­son­dere vor der Einführung einer teilweisen Impfpflicht ist zu warnen. Andere freiwillige Impfungen können so weniger wichtig erscheinen oder von impfkritischen Personen häu­figer weggelassen werden.“ © nec/aerzteblatt.de

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Avatar #782899
ConniS
am Dienstag, 8. Oktober 2019, 20:44

Impfquote

Da sollte man sich mal fragen, warum?
Fragen zu Impfstoffen und Risiken werden nicht beantwortet. Vielen Ärzten fehlt es an fundiertem Wissen dazu, Kritik wird mit angstschürender Argumentation entgegnet. Vor Krankheiten, die schon längst nicht mehr oder kaum auftreten oder soo gefährlich gar nicht sind. Ein Impfzwang wird nicht der richtige Weg sein und das Gegenteil bewirken.
Ausbildung, echte Aufklärung und demokratisches Handeln ohne Entmündigung ist der einzig richtige Weg.
Avatar #771555
Rosenkohl
am Donnerstag, 3. Oktober 2019, 00:28

MSD, VFA und Bundesregierung waren bis Ende 2018 gegen Impfpflicht

Jens Spahn und Bundesregierung waren noch kurz vor Weihnachten 2018 gegen eine Impfpflicht: "Vor dem Hintergrund der durch den Gesetzgeber zuletzt getroffenen Regelungen wird eine allgemeine Impfpflicht derzeit nicht als geboten angesehen", https://www.pharma-fakten.de/grafiken/detail/562-impfquoten-die-zaeune-muessen-weg/.

Auch der Verband Forschender Arzneimittelhersteller schrieb noch 2008: "Der VFA ist gegen eine Impfpflicht. Er hält es für besser, auf Überzeugung statt auf Zwangsmaßnahmen zu setzen. Auch das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium setzt konsequent auf Aufklärung und Appelle", Dem Körper helfen sich zu wehren, VFA, Berlin 2008, S. 7. Inzwischen wachte man beim VFA plötzlich auf, inzwischen 2019 geht dem VFA die Pflicht bloß nicht weit genug: "Eine Impfpflicht alleine bringt es also nicht. Es werden auch mehr Koordination, Engagement und finanzielle Mittel benötigt", https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/artikel-wirtschaft-politik/zur-diskussion-um-die-impfpflicht.html.

Sogar Klaus Schlüter vom MMR-Vaxpro-Hersteller MSD wird im Februar 2019 als Impfpflicht-Gegner zitiert: „Ich setze auf die Freiwilligkeit. Wir müssen die Menschen überzeugen, wir können sie nicht zwingen. Mir hat auch noch niemand erklären können, wie man einen Impfzwang durchsetzen und sanktionieren könnte“. Eine ähnlich ausagekräftige Stellungnahme für oder gegen Impfpflicht sucht man bei einem Repräsentanten von GSK vergeblich, die mit Priorix/Priorix Tetra allerdings auch Marktführer im Bereich der MMR und Varizellen-Impfung sind und vor allen von einer Impfpflicht wirtschaftlich profitieren würden. Wenn nicht alles täuscht gibt es zwischen beiden Unternehmen eine stillschweigende Übereinkunft, daß MSD im Gegenzug mit Gardasil/Gardasil 9 die Marktführerschaft bei den stark expandierenden HPV-Impfungen übernehmen durfte.
Avatar #769631
Naturfreund
am Mittwoch, 2. Oktober 2019, 20:00

Impfungen

Ich kann nur jedem Interessierten empfehlen, sich den Film VAXXED zu besorgen und ich will betonen: es ist kein Impfgegnerfilm. Vor allem im Menü Extras kommen auch wie im Film tolle Ärzte zu Wort. Sie sind einfach nur baff. In Deutschlands Kinos lief der Film auch. Einige Kinobetreiber wurden bedroht und eingeschüchtert. Daraufhin sagten auch viele den Film ab. Ich glaube, hier wenden ganz miese Typen Nazimethoden an.
Der Film deckt den ganzen Filz zwischen Pharma und staatlicher Behörden, hier die CDC auf. Leidtragende von dem üblen Spiel sind die Kinder und deren Eltern. Es hat sich anscheinend etwas in den USA getan, Eltern sind dort skeptischer geworden. Könnte es sein, daß sie übern großen Teich die MMR Impfung nicht mehr so oft ins Kind kriegen. Dafür müssen womöglich in den europ. Ländern mehr Impfpflichten eingeführt werden. Auch berichtet der Film darüber, dass es mit dem Einzelimpfstoff gegen Masern nicht diese heutigen Probleme bei den Kindern gab. Wer gegen Masern impfen lassen will, sollte vielleicht eine Reise in die Schweiz planen.

Avatar #771555
Rosenkohl
am Mittwoch, 2. Oktober 2019, 19:19

Kartell der Impfstoffhersteller

"Insbe­son­dere vor der Einführung einer teilweisen Impfpflicht ist zu warnen. Andere freiwillige Impfungen können so weniger wichtig erscheinen oder von impfkritischen Personen häu­figer weggelassen werden" - Frau Betsch hat anders als sie meint recht.

Denn es besteht die Hoffnung, daß mit Einführung einer Masernimpfpflicht ein neuer Player einen monovalenten Masernimpfstoff auf den deutschen Markt bringt und, wozu die Politik nicht in der Lage ist, endlich das bisherige Kartell aus GSK und MSD zerschlägt. In der Schweiz ist z.B. der Monoimpfstoff Measles vaccine live des Herstellers Serum Institute of India zugelassen und wird in geringer Anzahl vertrieben. Hier böte sich an, auch auf den deutschen Markt zu expandieren, oder die Deutschen lassen sich halt im Urlaub in der Schweiz gegen Masern impfen.
Avatar #759489
MITDENKER
am Mittwoch, 2. Oktober 2019, 15:51

Anerkannte Impfschäden

Offenbar ist man da in Germoney etwas zurückhaltender, um es mal vorsichtig zu formulieren. In den USA wurden bereits Impfschäden bis zu 4 Milliarden Dollar "Entschädigung" gerichtlich anerkannt, hier die Seite nur eines Rechtsanwalts, der sich um diese Themen kümmert:
https://www.myvaccinelawyer.com/about-us/notable-settlements
Avatar #789658
2haeschen
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 20:01

Gesunde Kinder ....

Nach Außen wird gern vorgegeben, dass Impfschäden entschädigt werden.
Im Schadensfall liest man (eigener Fall - Auszug aus gerichtlich angeordnetem Gutachten): Gesicherte, zu schweren oder bleibenden Schäden führende Komplikationen sind für beide Impfstoffe nicht bekannt.

Es handelt sich um heute noch verwendete Kinderimpfstoffe.

Meine Erfahrung mit der Literatur:
In aller Regel werden sporadisch Schäden anerkannt, die sich auf nicht mehr verwendete Impfstoffe beziehen. Also Pockenimpfstoffe, die bekannte Grippeimpfung von 2009 oder Kinderimpfstoffe mit heute nicht mehr verwendeten bestimmten Komponenten. Anerkannte Impfschäden für "am Markt befindliche Impfstoffe" stellen eine Rarität dar.

In 6 Jahren hat sich kein Sachbearbeiter, Gutachter oder Richter unser Kind angesehen.

Die unerwünschte Arzneimittelwirkung ist unbestritten, da diese 2 x auftrat, einmal davon bei stationärer Impfung.

Auszug Gutachten nach Aktenlage: vermutlich folgenlos ausgeheilt ... Genese der späteren (.....) Störungen unklar.

Jeder der kritisch denkende Menschen, wie derzeit üblich, anfeindet, sollte die Schicksale kennen oder wenigestens 1 Impfschadenurteil (ob mit oder ohne Anerkennung) vollständig gelesen haben!
Avatar #687997
Pro-Natur
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 19:45

...und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt"

Damit muss man rechnen, dass Eltern irgendwann nicht so wollen, wie es für die Ärzte am profitabelsten ist. Sollen wir jetzt alle gezwungen werden?
https://www.deutschelyrik.de/erlkoenig.html
Avatar #669255
david.eick
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 18:55

Kinder kommen zu U's

Kinder die ich gesehen habe, haben im wesentlichen eine unauffällige Untersuchung und eine Impfung bekommen. Danach waren sie gauso gesund wie zuvor. Aber das Risiko war für sie und andere verringert an einer impfpräventablen Krankheit zu erkranken.
Warum wird so wenig über gesunde Kinder berichtet?
Avatar #788469
Mrs.s
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 18:27

Kinder weniger infekte

Ich kann mich Naturfreund nur anschließen. Man sollte endlich anfangen Vergleichstudien zu machen. Und mal über ungeimpfte Kinder berichten. Alle ungeimpften Kinder die ich kenne sind bisher nur zu den U'S erschienen. Vorallem wieso wird nie über impschäden berichtet ?!
Avatar #769631
Naturfreund
am Dienstag, 1. Oktober 2019, 16:44

unvollständig geimpft

Ja und? Viel interessanter wäre es zu lesen, wie es den Kindern ohne den Impfungen geht. Sind sie nun krank oder kränker als die Geimpften?
Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen, daß mein Kind, nachdem ich das Impfen aus Überzeugung und aus gutem Grund unterlassen habe, nicht mehr so infektanfällig war. Mein Kinderarzt sah mein Kind nur noch zu den U-Untersuchungen.
LNS

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