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Ärzteschaft

Breites Bündnis fordert mehr Medizinstudienplätze in Thüringen

Freitag, 4. Oktober 2019

/dpa

Weimar – Ein breites Bündnis von Ärzten, Krankenkassen und weiteren Verbänden fordert die Landespolitik in Thüringen auf, mehr Medizin-Studienplätze einzurichten. „Aus Sicht der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen ist die Erhöhung der Anzahl der Medizinstudienplätze alternativlos“, sagte Ellen Lundershausen, Präsidentin der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen.

„Wir wollen auch künftig die ambulante Versorgung der Menschen in Thüringen in hoher Qualität sicherstellen. Dazu benötigen wir junge Ärzte für die kontinuierliche Nachbe­setzung frei werdender Arztsitze und für künftig neu entstehende Sitze. Die KV Thüringen hat dafür aus eigenen Mitteln ein umfangreiches Förderprogramm aufgelegt. Damit erreichen wir Medizinstudierende und Ärzte in Weiterbildung am besten, wenn sie in Thüringen studieren oder ihre Weiterbildung absolvieren“, erklärte Annette Rommel, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Thüringen, den Aufruf.

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Das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft hatte im Juni erklärt, Thüringen biete im bundesweiten Vergleich bereits heute überdurchschnittlich viele Medizinstudienplätze an: Rund 2,5 Prozent der Einwohner Deutschlands leben in Thüringen, rund 2,7 Prozent der Medizinstudienplätze an deutschen Hochschulen werden in Thüringen angeboten. „In Thüringen besteht durch den im deutschlandweiten Vergleich deutlich höheren Anteil an älteren Menschen und die hohe Krankheitslast in der Bevöl­kerung aber auch ein deutlich höherer Bedarf an ärztlicher Versorgung“, hieß es aus dem Bündnis. Andere Bundesländer mit ähnlichen demografischen Konstellationen wie Sachsen oder Brandenburg hätten darauf bereits reagiert.

„Dazu kommt, dass die demografische Entwicklung für Thüringen bereits heute erkennen lässt, dass in den nächsten Jahren viele Ärzte ausscheiden und die Bevölkerung gerade in den ländlichen Gebieten überaltert und mehr Gesundheitsleistungen nachfragen wird. Um hier auch weiter eine qualitativ hochwertige und wohnortnahe stationäre Versorgung sicherzustellen, bedarf es dringend mehr gut ausgebildeter Ärzte und damit mehr Medizin­studienplätze in Thüringen“, sagte Rainer Poniewaß, Geschäftsführer der Landeskranken­haus­gesellschaft Thüringen.

„Es muss uns bewusst sein, dass in Kenntnis der demografischen Entwicklung, Ände­rungen in der Bedarfsplanung und der Altersstruktur der Ärzte in Thüringen viele erfolg­versprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die medizinische Versorgung unserer Bevölkerung zu gewährleisten. Mehr Medizinstudienplätze in Thüringen sind dabei ein wichtiger Baustein“, betonte Marcus Kaiser, Leiter der Landesvertretung Thüringen der DAK-Gesundheit.

An dem Aufruf beteiligt haben sich die Lan­des­ärz­te­kam­mer und die KV Thüringen, die Landeskrankenhausgesellschaft Thüringen, der Verband Leitender Krankenhausärzte Thüringen, die AOK Plus, die IKK classic, die Barmer, die Techniker Krankenkasse, die DAK-Gesundheit und der Landesseniorenrat Thüringen.

„Wir werden die Wahlprogramme der Parteien sorgfältig auf ihre Position zu der von uns erhobenen Forderung sowie auf andere Vorschläge zur nachhaltigen Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Thüringen prüfen und nach der Wahl das Gesprächs mit den Landtagsfraktionen und der neuen Landesregierung zu diesen Fragen suchen“, kündigten die Bündnispartner an. © hil/aerzteblatt.de

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