NewsPolitikNeue Regierungskommission untersucht Fluchtursachen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Neue Regierungskommission untersucht Fluchtursachen

Freitag, 4. Oktober 2019

/dpa

Berlin – Eine neue Regierungskommission untersucht die Ursachen von Flucht und irregu­lärer Migration. Den Vorsitz übernahmen Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, und Bärbel Dieckmann, ehemalige Präsidentin der Welthungerhilfe. Die Kommission traf sich heute in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung, wie das Entwick­lungsministerium mitteilte. Die 24 Experten aus Wissenschaft und Praxis sollen bis Ende nächstes Jahres Vorschläge für den Bundestag und die Bundesregierung erarbeiten.

Eine Initiative aus Bürgerrechtlern und Umweltschützern forderte, die Kommission müsse auch untersuchen, wie Deutschland zu Fluchtursachen beitrage und welche Auswirkungen das Wirtschaften und der Lebensstil in Deutschland auf Fluchtbewegungen habe. „Rüstungs­exporte, Handelsbeziehungen, die Rohstoffwirtschaft, Agrarsubventionen und Fischfang­quoten gehören auf den Prüfstand“, forderte die Ehrenvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Angelika Zahrnt.

Anzeige

„Die Politik konzentriert sich weiter auf die Abwehr von Flüchtlingen. Es muss endlich darum gehen, die Ursachen, warum Menschen sich gezwungen sehen, ihre Heimat zu verlassen, ernsthaft, systematisch und ehrlich zu ergründen, um dann gegenzusteuern“, so Ex-Umweltminister Klaus Töpfer. Beide gehören zu der Initiative, die eine Enquete-Kommis­sion des Bundestages zum Thema Fluchtursachen fordert und von 150 Trägern des Bundes­verdienstkreuzes unterstützt wird.

Das Entwicklungsministerium wies auf das Programm Perspektive Heimat hin, womit seit dem Start im Jahr 2017 inzwischen 400.000 Maßnahmen zur Qualifizierung, Unterstützung bei der Existenzgründung, Beschäftigungsvermittlung und zur psychosozialen Unterstüt­zung organisiert wurden. Mehr als 32.000 Maßnahmen habe es für Rückkehrer aus Deutsch­land gegeben. © dpa/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #760232
penangexpag
am Samstag, 5. Oktober 2019, 14:41

Fluchtursachen

Natürlich ist so eine Kommission sehr ehrenwert. Aber ist sie die wichtigste Maßnahme ? Nur mal bezogen auf die letzten 100 Jahre : Wir habe weiß Gott genügend Erfahrungen bezüglich der Flüchtlingsproblematik. Wir wissen ganz genau, was zu tun ist : die Lebensbedingungen der Menschen in ihren Heimatländern verbessern. Geld war und ist genug da - aber es entfaltet nicht die beabsichtigte Wirkung, weil die notwendigen Organisationstrukturen fehlen. Diese müssen in den Ländern aufgebaut bzw. zugelassen werden, wobei es nicht geraten ist, mit einer akademisch-philosophischen Meßlatte zu operieren. Manches, was aus mitteleuropäischer Sicht als Einschränkung von Freiheitsrechtem angesehen wird, ist vieleicht nur die erste mühsame, aber unvermeidliche Stufe einer Ordnungsbildung inmitten des Chaos.
Jede gesellschaftliche Wohlfahrt erfordert einen Ordnungsrahmen. Die Geschichte lehrt nun wirklich zu Genüge, daß dies nicht ohne Zentren - und sagen wir es unumwunden - nicht ohne Machtzentren möglich ist.
LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Berlin – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befürchtet, dass die Coronapandemie die Integration von Migranten zurückwirft. „Die Beschäftigung der Zuwanderer war
OECD: Pandemie gefährdet Fortschritte in der Migration
16. Oktober 2020
Kassel/Gießen – Nach einer Masseninfektion mit 112 SARS-CoV-2-Fällen in einer Kasseler Flüchtlingseinrichtung werfen dort eingesetzte Ärzte dem Regierungspräsidium Gießen Versäumnisse vor. „Weil zu
Ärzte kritisieren Umgang mit SARS-CoV-2-Masseninfektion in Erstaufnahme
15. Oktober 2020
Tegucigalpa/Freiburg – Ein Mitarbeiter der Caritas und zwei seiner Angehörigen sind in Honduras ermordet worden. Sie seien Ende September auf offener Straße von einem Unbekannten erschossen worden,
Caritas-Mitarbeiter und Angehörige in Honduras erschossen
12. Oktober 2020
Berlin – Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Staatengemeinschaft zu einem entschiedeneren Kampf gegen den Hunger in der Welt aufgefordert. Das erklärte Ziel sei es, den Hunger bis 2030
Merkel wünscht sich mehr Anstrengungen im Kampf gegen Hunger in der Welt
12. Oktober 2020
Berlin – Die Welthungerhilfe befürchtet eine drastische Zunahme von Hunger und Armut weltweit durch die Coronapandemie. Besonders in Afrika südlich der Sahara und in Südasien sei die Situation schon
Welthungerhilfe: Corona ist „Brandbeschleuniger“ für Hunger
12. Oktober 2020
Mexiko-Stadt – In einem Lager für Einwanderer in den USA sind nach Erkenntnissen der mexikanischen Behörden mindestens zwei Frauen ohne ihre Zustimmung operiert worden. Eine der beiden Mexikanerinnen
Mexiko: Frauen in US-Auffangzentrum ohne Zustimmung operiert
12. Oktober 2020
Madrid – Innerhalb von 48 Stunden sind auf den Kanarischen Inseln mehr als 1.000 Flüchtlinge aus Afrika gelandet. So viele Ankünfte von Migranten seien seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER